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    Westerburg

    Urteil: Frau plündert Konto von kranker Schwester

    Hat eine 64-Jährige das Konto ihrer demenzkranken Schwester geplündert? Das Gericht sagt ja. Die Angeklagte streitet es vehement ab, behauptet, dass sie es nie und nimmer übers Herz bringen würde, ihre eigene Schwester zu betrügen. Letztlich wurde sie doch verurteilt.

    Von unserem Redakteur Michael Wenzel

    Das Gericht in Westerburg sah es als erwiesen an, dass die Frau ihre Schwester im Zeitraum vom 20. März bis 27. Dezember 2013 um rund 4000 Euro erleichtert hat, und verhängte eine sechsmonatige Bewährungsstrafe. In einem Zivilverfahren werden 8000 Euro geltend gemacht. Das Gericht vermutet, dass der finanzielle Schaden möglicherweise doppelt so hoch sein könnte.

    Die heute 64-Jährige war im Jahr 2013 mit der Verwaltung der Vermögensverhältnisse ihrer dementen Schwester betraut worden. Dabei soll sie laut Staatsanwaltschaft in fünf Fällen ihre Befugnisse missbraucht und Geldbeträge in Höhe von 180 Euro bis 1500 Euro in die eigene Tasche gewirtschaftet haben - insgesamt 3780 Euro. Aufgefallen waren verschiedene Abbuchungen vom Konto der dementen Schwester, weil hierfür im Rahmen einer Überprüfung keinerlei Belege erbracht werden konnten. Trotz mehrfacher Aufforderung durch das Amtsgericht Westerburg, war die Frau nicht in der Lage, die einzelnen Verfügungen zu belegen. Eine amtliche Betreuerin, die ebenfalls als Zeugin gehört wurde, sprach von Belegen ohne Datum, von teilweise sehr hohen Schenkungen und von Taschengeldzahlungen, die nur schwer nachzuvollziehen gewesen seien. Der zuständige Betreuungsrichter Helmut Seelbach, zugleich Direktor des Amtsgerichtes Westerburg, unterrichtete die demente 86-Jährige bei einem Gesprächstermin darüber, dass Geld von ihrem Konto fehlen würde. "Eine Verständigung war möglich. Ich hatte den Eindruck, dass sie mir voll und ganz folgen konnte. Und als ich sie fragte, ob wir die Vorwürfe überprüfen sollen, stimmte sie dem zu", erklärte der als Zeuge vernommene Jurist.

    "Ich habe niemals Gelder meiner Schwester für mich verwendet. Als sie ins Krankenhaus kam, musste sie alles gleich zwölfmal haben, das hat natürlich gekostet. Und sie wollte auch immer ein Taschengeld, das ich ihr gegeben habe. Sie hat den Pflegern immer gerne etwas zugesteckt", rechtfertigte sich die Angeklagte. Sie habe zwar, was ihr nicht bekannt gewesen sei, im Rahmen der Betreuung wiederholt Fahrtkosten abgerechnet, doch dieses Geld zahle sie bereits in Raten zurück.

    Das Gericht verurteilte die 64-Jährige wegen Untreue in fünf Fällen zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre. Des Weiteren muss sie 1000 Euro in monatlichen Raten von 50 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.

    "Sie hat das Geld abgehoben. Das war unstrittig", erläuterte Richter Hans Helmut Strüder. Die Verhängung einer Geldstrafe sei im vorliegenden Fall nicht mehr ausreichend gewesen. Die Angeklagte habe sich zweifelsfrei sehr um ihre Schwester gekümmert, aber auch um ihr Geld, so der Richter. Was die Einlassungen der 64-Jährigen betraf, so sprach Strüder von "viel heißer Luft und wenig Substanz". Die Angeklagte habe bis zuletzt keinerlei Einsicht gezeigt.

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