40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » Westerwälder Zeitung
  • » Unwissenheit bereitet Landwirten Probleme
  • Aus unserem Archiv
    Westerwaldkreis

    Unwissenheit bereitet Landwirten Probleme

    Staatssekretär Peter Bleser nahm in Bellingen vor Westerwälder Bauern Stellung zu aktuellen Problemen.

    „Viele in der Gesellschaft glauben, mehr über die praktische Landwirtschaft zu wissen als die Landwirte selbst.“ Auf dieses grundlegende Problem machte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Peter Bleser, bei der Mitgliederversammlung des Kreisbauernverbandes Westerwaldkreis in Bellingen aufmerksam. Eine auf gutwilliger Unwissenheit beruhende kritische Haltung gegenüber der Landwirtschaft sei unterschwellig in vielen Köpfen vorhanden.

    „Die Menschen sind nicht böswillig. Aber da kommen sie mit sachlichen Argumenten kaum gegen an“, beschrieb er die schwierige Diskussionslage, die viele Bauern in der täglichen Arbeit am eigenen Leib erfahren. Die bewusste Verängstigung der Bürger sei Teil der Strategie eines ideologisch geprägten Gesellschaftsteils zur Bekämpfung einer modernen Landwirtschaft. „Die Gesellschaft sollte sich bewusst sein, was sie anrichtet, wenn sie die Landwirtschaft im eigenen Land verdrängt“, mahnte Peter Bleser.

    Die Tierhaltung in Deutschland habe die höchsten Standards weltweit. Dennoch müssten sich die heimischen Landwirte gegen globale Konkurrenz behaupten. Damit nahm Bleser ein weiteres Kernproblem in den Blick. Gerade dieser Umstand mache den deutschen Tierhaltern das Leben schwer, zumal es in der öffentlichen Diskussion um konkrete Tierwohlmaßnahmen an der nötigen Sachlichkeit und Sachkunde fehle, so der Agrarpolitiker.

    Bleser skizzierte ein umfassendes Bild der schwierigen und komplexen Gemengelage, in der sich die landwirtschaftliche Produktion heute bewege. Vor dem Hintergrund krisenhafter Situationen in vielen Teilen der Welt betonte er die Bedeutung einer vom Bund vorzuhaltenden ausreichenden Ernährungsreserve und einer gesicherten Produktion im eigenen Land. An die etwa 50 Wäller Bauern richtete er den Appell, gerade wegen der besonders besorgniserregenden Rückgänge der Betriebsergebnisse aufgrund niedriger Erzeugerpreise geschlossen aufzutreten. „Ansonsten kann ich Ihnen versichern, wird die Politik immer wieder einen Weg finden, Sie untereinander auszuspielen.“ Dieser Appell galt jedoch genauso den Bauern vor dem Veranstaltungslokal, die mit etwa zehn Schleppern vorgefahren waren und hupten.

    Bleser warb für das Liquiditätshilfeprogramm des Bundes, welches den Bauern kurzfristig Unterstützung sichern könne: „Das zinsverbilligte Darlehen kann dazu genutzt werden, die Inanspruchnahme von Kontokorrentkrediten abzulösen.“ Die zweite Runde der Beantragungsmöglichkeit ist eröffnet.

    Heribert Metternich, Kreisvorsitzender der Westerwälder Bauern, betonte in seinem agrarpolitischen Bericht die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft. Diese Bedeutung hätten die Parteien im rheinland-pfälzischen Landtag in den letzten Jahren etwas aus dem Blick verloren. Umso erfreuter zeigte er sich, dass bei Diskussionsveranstaltungen des Kreisbauernverbandes mit Landtagskandidaten auf drei modernen landwirtschaftlichen Betrieben ein konstruktiver und sachlicher Diskurs geführt worden sei, bei der das Interesse und die Wissbegier der Kandidaten deutlich spürbar gewesen seien.

    Kreisbeigeordneter Kurt Schüler und der stellvertretende Vorsitzende der Kreisjägerschaft, Norbert Wilhelmi, drückten in Grußworten ihre enge Verbindung zur Landwirtschaft aus. Beide beklagten eine zunehmende Entfremdung von Gesellschaft und Politik von der Naturnutzung, die aber Grundlage für das Leben aller Menschen sei.

    Die zehnten Westerwälder LandTage, in die die Mitgliederversammlung der Westerwälder Bauern eingebettet war, wurden gestern Abend mit dem Jahresempfang der Landwirtschaft im Hofcafé des Berghofs in Betzdorf-Dauersberg (Landkreis Altenkirchen) fortgesetzt (ausführlicher Bericht folgt).

    Eine Infoveranstaltung zu Rechten und Pflichten von Jagdgenossenschaften gibt's am Montag, 29. Februar, 19 Uhr, in der Stadthalle Westerburg. Dort findet auch am Samstag, 2. April, 14 Uhr, der Westerwälder Landfrauentag statt. Gäste sind bei diesen Veranstaltungen willkommen.

    Montabaur Hachenburg
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Online regional
    Markus Eschenauer

    Regio-CvD Online

    Markus Eschenauer

    Mail | 02602/160 474

    epaper-startseite
    Regionalwetter Westerwald
    Montag

    8°C - 12°C
    Dienstag

    12°C - 14°C
    Mittwoch

    10°C - 18°C
    Donnerstag

    10°C - 18°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Bildergalerien: Fotos unserer Leser
    &bdquo;Pfui Spinne&ldquo; mag der ein oder andere beim Anblick dieses Fotos von Volker Horz denken. Und doch hat die Detailaufnahme dieses Festmahls ihren ganz eigenen Reiz. Jedenfalls ist dem Achtbeiner hier ein dicker Fang ins Netz gegangen.&nbsp;Wenn auch Sie ein sch&ouml;nes Bild f&uuml;r unsere Leserfoto-Rubrik haben, dann schicken Sie es an die Adresse <a href="mailto:montabaur@rhein-zeitung.net">montabaur@rhein-zeitung.net</a>. Beachten Sie dabei bitte die erforderliche Mindestaufl&ouml;sung von 2500 mal 1500 Pixel.

    Mit der Kamera im Westerwald unterwegs: Hier zeigen wir die schönsten Fotos unserer Leser. Zusenden per E-Mail.