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    Hachenburg

    Tüftler aus dem Cerveza-Land

    "In Deutschland sind nicht alle blond und blauäugig - und für die öffentliche Toilette muss man hier bezahlen." So bringt Jaime Sacristán humorvoll das auf den Punkt, was er an unerwarteten Erfahrungen fern der Heimat gesammelt hat. Von unserem Chefreporter Markus Kratzer

    Jaime Sacristán (rechts) mit seinen Kollegen in der Flaschenfüllerei der Westerwald-Brauerei in Hachenburg.
    Jaime Sacristán (rechts) mit seinen Kollegen in der Flaschenfüllerei der Westerwald-Brauerei in Hachenburg.
    Foto: Markus Kratzer

    Der 24-jährige Mechatroniker aus Madrid absolviert derzeit ein Praktikum bei der Westerwald-Brauerei in Hachenburg und entpuppt sich hier als wahrer Tüftler, wie Jens Geimer zu berichten weiß. "Ob in den Bereichen Hydraulik oder Elektronik, ob bei der Instandhaltung oder in der Flaschenfüllerei - er macht einen außergewöhnlich guten Job", erklärt der Geschäftsführende Gesellschafter. Und auch seine Kollegen zollen dem jungen Mann großes Lob. Da verbindet nicht nur die Liebe zum deutschen Bier oder spanischen Cerveza.

    Sacristán ist sich sicher, dass dieses Praktikum in Deutschland ihn weiterbringen wird. "Wenn du gut bist, bekommst du auch einen Job" so sein Eindruck. "Viele in Spanien sind aber nicht aktiv", hat er auch einen Erklärungsversuch dafür parat, dass auf der iberischen Halbinsel die Arbeitslosigkeit unter jungen Leuten besonders hoch ist.

    Der 24-Jährige will aktiv sein, das spürt man im Gespräch. Mit 17 verdiente er sein Geld als Kellner, als Sekretär hat er ebenso schon gearbeitet wie als Elektriker in der Filmindustrie oder in Industrieküchen. Im vergangenen Jahr hat er sich dann für das Auslandsprojekt beworben, weil er auch von dem guten Ruf profitieren will, den die Industrienation Deutschland in Spanien genießt. 30 Bewerbungen gab es in seiner Berufsschule, nur fünf Schüler erhielten das Ticket nach Deutschland. "Darunter waren aber alle vier Mechatroniker", berichtet er stolz. Noten und die Englischkenntnisse waren letztlich entscheidend dafür, wer seine Koffer packen durfte.

    Kofferpacken ist für Sacristán kein Problem. "Durch meine Arbeit im Ausland kann ich viel besser abschätzen, in welchen Bereichen ich gut bin und in welchen ich noch Nachholbedarf habe", hinterfragt er auch seine eigene Leistung. Denn für die Zeit nach Hachenburg hat er sich noch große Ziele gesetzt. "3-D-Drucker mit einer Technologie, die noch längst nicht ausgereift ist, faszinieren mich ganz besonders", berichtet er mit einem Leuchten in den Augen. Deshalb wäre es für ihn auch nicht undenkbar, irgendwann einmal in Japan, dem "Mutterland der Mechatronik" zu arbeiten.

    Dass es bis dahin noch ein weiter Weg sein wird, weiß der 24-Jährige genau. Zunächst einmal geht es für ihn darum, nach seiner Rückkehr nach Spanien einen möglichst guten Abschluss zu schaffen, eine Qualifizierung, die über die Grenze seines Mutterlandes anerkannt wird und ihm dann möglicherweise das Tor nach Fernost öffnet.

    In Hachenburg hält man jedenfalls große Stücke auf den Gast aus Südeuropa, der wiederum von der waldreichen Region rund um die Löwenstadt angetan ist. "Das ist völlig ungewohnt für einen Spanier", erklärt Sacristán. Aber nicht nur die Natur hat ihn beeindruckt, auch das kollegiale Miteinander im Team der Brauerei streicht er heraus. "In Spanien sind die Menschen eher ablehnend, hier bietet mir jeder seine Hilfe an." Hilfe, die der Mechatroniker auch in der Bäckerei braucht. Denn so viele verschiedene Sorten Brot ist der Spanier zu Hause nicht gewohnt: Auch ein Eindruck, den er mit nach Spanien nehmen wird - und vielleicht auch ein nachhaltigerer als der, dass man für Toiletten bei uns bezahlen muss. Markus Kratzer

    Mit der Elektronik auf Tú und Tú
    Montabaur Hachenburg
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