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    Montabaur

    Toter Wolf im Westerwald: Schütze stellt sich der Polizei

    Der Schütze, der wahrscheinlich bei Hartenfels den Westerwälder Wolf getötet hat, ist ermittelt: Ein 71-Jähriger aus Nordrhein-Westfalen hat sich bei der Kripo Montabaur gemeldet und zugegeben, dass er die Schüsse auf das Tier abgegeben hat. Über die Motive des Schützen sowie weitere Einzelheiten sei bisher noch nichts bekannt, betonte Polizeisprecher Andreas Bode gegenüber der WZ.

    Bestätigen konnte er allerdings ein riesiges Medieninteresse an dem Fall: „Zeitungen, Hörfunk, Fernsehsender und Online-Dienste aus ganz Deutschland und sogar den Nachbarländern rufen bei uns an, wollen Auskünfte oder gar Interviews.“ Diese umfangreiche Medienberichterstattung hat nach den Ermittlungen der Polizei offensichtlich maßgeblich mit dazu beigetragen, dass sich der mutmaßliche Täter so schnell selbst gemeldet hat.

    Denn erst am vergangenen Samstag hatten Spaziergänger der Polizei Hachenburg den Fund eines getöteten Tieres – vermutlich ein Wolf – im Bereich der Gemarkung Hartenfels, unweit des Haidenweiher (einer der sieben Weiher der Westerwälder Seenplatte) gemeldet. Polizei und zwei Jagdausübungsberechtigte stellten dann fest, dass das Tier mit einer großkalibrigen Waffe erlegt worden war. Der Kadaver wurde in einer Kühlkammer zwischengelagert und dann auf Veranlassung der Kripo zur genaueren Untersuchung zum Landsuntersuchungsamt nach Koblenz gebracht.

    Dort sollte eigentlich festgestellt werden, ob es sich wirklich um einen Wolf handelt. Das ist aber auch dort nicht ohne Weiteres möglich, wie Sprecherin Kerstin Stiefel erläutert. „Unsere Leute können nur Organe oder Proben des Kadavers entnehmen, die dann in Fachinstituten genauer untersucht werden müssen.“ Die Staatsanwaltschaft Koblenz wird erst nach Abschluss der Ermittlungen entscheiden, ob die Tat strafrechtlich verfolgt wird. Dafür und für die Höhe des Strafmaßes ist es allerdings notwendig zu wissen, ob es sich tatsächlich um einen Wolf handelt. Dann droht dem Schützen eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren.

    Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz begrüßt, dass sich der Täter gestellt hat. Der 71-Jährige soll nach Informationen des BUND ein Jäger sein. Die Umstände, unter denen das Tier erschossen wurde, müssten lückenlos aufgeklärt werden. Auf keinen Fall dürfe auf strafrechtliche Konsequenzen verzichtet werden. Der BUND Rheinland-Pfalz wird daher Strafanzeige gegen den Jäger stellen. Zusätzlich fordert BUND-Landesvorsitzender Dr. Holger Schindler: „Dem Jäger muss sofort der Jagdschein entzogen werden.“

    Schon am Montag hatte auch der Präsident des Landesjagdverbands Rheinland-Pfalz, Kurt Alexander Michael, gefordert, dass der Abschuss des Wolfes lückenlos aufgeklärt und der Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden muss. „Sollte es sich um einen Jäger handeln, hat dieser mit einer hohen Geldstrafe und dem Entzug des Jagdscheins zu rechnen.“ Die vom Landesjagdverband ausgesetzte Belohnung von 1000 Euro für Hinweise auf den Täter hatte ein Tiernahrungsmittelhersteller aus Langenhahn um weitere 4000 Euro erhöht (die WZ berichtete).

    Der jetzt wahrscheinlich getötete Wolf war das erste Exemplar seiner Art im Westerwald seit etwa 150 Jahren. Das Tier war in den vergangenen Wochen mehrfach im Westerwald gesichtet worden. Erst vor wenigen Tagen hatte es ein Zeuge ganz in der Nähe der Gemarkung Hartenfels zwischen Steinen und Dreifelden beobachtet. 1841 war einer der letzten Wäller Wölfe ganz in der Nähe des heutigen Tatortes von einem Förster erlegt worden – damals ganz legal und sogar noch gegen eine Prämie.

    Von unserem Redaktionsleiter Markus Müller

    Untersuchung abgeschlossen: Jäger hat einen Wolf erschossenBUND zweifelt an, dass 71-Jähriger Wolf selbst geschossen hatPresseerklärung: BUND stellt StrafanzeigeKommentar: Regionale Verwurzelung fehltForscherin: Angst vorm Wolf ist unnötigweitere Links
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