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Westerwaldkreis

St. Martin: Viele Helfer machen Wäller Umzüge möglich

Susanne Willke

Kinderaugen strahlen mit den Laternen um die Wette, wenn es zum Martinszug geht. Früher leuchteten echte Kerzen, die nicht immer unproblematisch waren, heute baumeln in den bunten Laternen kleine LED-Lichter.

In vielen Orten ziehen in diesen Tagen Martinszüge, wie hier in Ransbach-Baumbach, durch die Straßen. Der Legende nach kam Elitesoldat Martin an einem bitterkalten Winterabend zum Stadttor von Amiens und traf auf einen fast nackten und halb erfrorenen Bettler, an dem alle vorbeihasteten. Martin hatte kein Geld, um in dieser Not zu helfen. Aber er nahm kurz entschlossen seinen Militärmantel, einen warmen Wollumhang, und teilte ihn mit dem Schwert in zwei Teile. Die eine Hälfte gab er dem Bettler, der sich damit wärmen konnte.
In vielen Orten ziehen in diesen Tagen Martinszüge, wie hier in Ransbach-Baumbach, durch die Straßen. Der Legende nach kam Elitesoldat Martin an einem bitterkalten Winterabend zum Stadttor von Amiens und traf auf einen fast nackten und halb erfrorenen Bettler, an dem alle vorbeihasteten. Martin hatte kein Geld, um in dieser Not zu helfen. Aber er nahm kurz entschlossen seinen Militärmantel, einen warmen Wollumhang, und teilte ihn mit dem Schwert in zwei Teile. Die eine Hälfte gab er dem Bettler, der sich damit wärmen konnte.
Foto: Sascha Ditscher

Ihre Wirkung scheint die gleiche, denn immer mehr Kitas und Schulen veranstalten ihren eigenen kleinen Martinszug, während es früher ein größeres Ereignis war, zu dem sich der ganze Ort auf den Weg machte. Aber egal, ob groß oder klein, einen Martinszug zu organisieren, ist schon deshalb eine logistische Herausforderung, weil viele Orte zur gleichen Zeit einen Martin samt Pferd und Musikverein brauchen. Tausende von Martinsbrezeln nicht zu vergessen.

Einer der größeren Umzüge findet alljährlich am 10. November in Montabaur statt. Für ihn muss Organisatorin Petra Wohlleben, Vorsitzende des Sachausschusses Kinder der katholischen Kirchengemeinde St. Peter in Montabaur, allein 700 Brezeln ordern. Damit nicht genug, sind für den Zug, der an der Kirche St. Peter in der Kirchstraße beginnt und zum Martinsfeuer am Quendelberg zieht, außerdem der Bauhof, die Polizei, die Messdiener, der Musikverein Holler und die Freiwillige Feuerwehr Montabaur im Einsatz. Während seit Jahren Nadine Groß mit ihrem Pferd Bonny, den (die) Martin(a) gibt, kümmern sich die Messdiener um Kinderpunsch und Glühwein, der Bauhof schichtet am Tag vorher das Material für das Feuer auf, das die Feuerwehr entzündet. Sie sorgt gemeinsam mit der Polizei aber auch für einen sicheren Umzug durch Montabaur, der um 17 Uhr mit einem Wortgottesdienst in der Kirche beginnt. Einen Extrastopp machen die Montabaurer am Pflegeheim in der Dillstraße, wo die Kinder den Senioren ein paar Lieder singen, die sie an ihre eigene Kindheit erinnern mögen. Erstmals in diesem Jahr zieht vor dem eigentlichen Umzug eine Abordnung zum Azurit-Pflegeheim, um auch dort den Senioren mit einigen Liedern einen Martinsgruß zu überbringen. Ganz im Sinne des Heiligen Martin, der auch gerne teilte. Geteilt wird dann später auch am Martinsfeuer, hier und da vielleicht eine Brezel, und den Erlös bekommen jedes Jahr arme Kinder in Bolivien.

In der Regel müssen die Martinszüge bei den Ordnungsämtern der Verbandsgemeinden angemeldet werden, unter anderem, um Überschneidungen zu vermeiden. Von dort werden auch Datum, Uhrzeit und Zugstrecke an die Polizei weitergeleitet, die an stark befahrenen Straßen die Verkehrsabsicherung des Zuges übernimmt. Immer öfter finden Martinszüge nicht nur am Martinstag statt, sondern aus organisatorischen Gründen rund um den 11. November.

Um das Martinsfeuer kümmern sich in aller Regel die Freiwilligen Feuerwehren. Sie entzünden es fachmännisch und löschen es am Ende des Abends ebenso sicher wieder, um Brandgefahren zu verhindern. „Sie helfen aber nicht nur als Feuerwehr“, ergänzt Kreisfeuerwehrinspekteur Axel Simonis, „sie sind gleichzeitig Kulturträger.“ Ein Aspekt, der dem Fachmann wichtig ist und der zeigt, dass die Feuerwehr vielerorts nicht nur Funktionsträger ist. Denn: „Wir brauchen für die Organisation des Martinszuges immer viele helfende Hände“, bedankt sich Petra Wohlleben für die Hilfe, die immer wieder von Neuem gebraucht wird.

Von unserer Redakteurin Susanne Willke

Montabaur Hachenburg
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