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Westerwaldkreis

Sonderkontrolltag: Polizei zieht vier Fahrer aus dem Verkehr

Alkohol, Drogen und Medikamente am Steuer sind für die Polizei ein Dauerthema. Intern werden diese Delikte als "Hol-Schuld" bezeichnet. Der Grund: Egal an welchem Wochentag, zu welcher Uhrzeit eine Kontrolle stattfindet, werden Personen aus dem Verkehr gezogen. Jetzt hat die Polizeiinspektion Montabaur gemeinsam mit den Kollegen der Autobahnpolizei bei einem Sonderkontrolltag wieder vier Fälle entdeckt. Unsere Zeitung war bei dem Einsatz mit 20 Beamten dabei.

Kurz nach 11 Uhr in Mogendorf, die Kontrollstelle ist noch nicht aufgebaut, da gilt es schon, 40 Euro zu kassieren und den ersten Punkt in Flensburg zu verteilen: Ein Autofahrer rollt mit dem Handy am Ohr seelenruhig an der Blaulicht-Armada aus drei Streifenwagen, dem Sicherheits-Info-Bus aus Koblenz und einem Krankenwagen des Deutschen Roten Kreuzes vorbei.

Nach kaum einer Stunde melden sich die Kollegen von der Kontrollstelle in Ettinghausen zum Besuch an. Die Pupillen eines 29-Jährigen aus Koblenz zeigen haben schlechte Reaktionen gezeigt. Eine Urinprobe ergibt Tetrahydrocannabinol (THC) positiv. Das heißt, er hat Haschisch oder Marihuana konsumiert. Deshalb wird ihm in Mogendorf vom Arzt im DRK-Wagen eine Blutprobe entnommen.

Die Kollegin im Sicherheitsbus, der als mobiles Einsatzbüro mit Netzanschluss dient, hat bereits ermittelt, dass gegen den 29-Jährigen nichts vorliegt. Da THC zu den so genannten weichen Drogen gehört, muss er sein Auto zunächst nur 24 Stunden stehen lassen. Sein Vater wird ihn abholen. Bei harten Drogen wie Amphetaminen kennt der Gesetzgeber keine Gnade: Erst nach einem Entzug gibt es den Führerschein wieder. "Ich habe vielleicht vor einigen Tagen etwas geraucht", sagt der junge Mann und wundert sich, dass der Urin-Test eine nicht mehr im Straßenverkehr zulässige Menge ergab. Möglicherweise sagt er die Wahrheit, denn THC bleibt lange im Körper nachweisbar. Doch der Bluttest wird bald Klarheit schaffen. Denn dieser stellt neben der exakten Menge auch fest, ob der Gestestete einmalig, nur gelegentlich oder dauerhaft konsumiert hat.

In Mogendorf beäugt ein Beamter einen Fahrer misstrauisch: "Kennen wir uns nicht?" Der Angesprochene verneint zunächst. Doch der Polizist behält Recht. Der 21-Jährige hat keinen Führerschein mehr. "Wegen eines Unfalls während der Probezeit für Fahranfänger", sagt er. Unterwegs war er im Auto seiner Freundin. Den beiden stehen jetzt zwei Strafanzeigen ins Haus: wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und wegen Überlassung des Pkw. Denn aufgrund der Beziehung kann man annehmen, dass sie wusste, dass ihr Freund keine Fahrerlaubnis hatte.

Dann fischt die Polizei einen weiteren Bekannten aus dem Vekehr. Der junge Mann steht im Verdacht, berauschende "Kräutermischungen" zu nehmen. "Diese 'Legal Herbs' (englisch: legale Kräuter) sind ein großes Problem für uns", sagt Einsatzleiter Florian Knautz. Die Mixturen sind meist nur so lange legal, bis sie in die Verbotsliste aufgenommen werden: ein Katz-Maus-Spiel zwischen Herstellern und Gesetzgeber. Der Urin-Test ist diesmal aber eindeutig negativ. Der Mann darf weiterfahren.

Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

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