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Rotenhain

Rotenhain: J.B.O. rockte (und blödelte) bei Rock im Feld

Nachdem die Headliner J.B.O. mit dem Wacken Open Air und dem Summer Breeze zwei ganz große Festivals abgehakt haben, waren sie „hautnah und ganz dicht dran" beim 18. „Rock im Feld" in Rotenhain.

Der Auftritt war allerdings keine Premiere: Die vier Franken haben schon zweimal das Feld gerockt und es scheinbar in guter Erinnerung behalten. Insgesamt präsentierten die Organisatoren neun Bands aus ganz Deutschland. Dabei konnten sie aus einem großen Künstlerpool wählen, denn das Westerwaldfestival hat den Ruf, mit einer absolut professionellen Organisation, Bühnen- und Soundtechnik für sehr gute Bedingungen zu sorgen. Dieser Ruf bestätigte sich in diesem Jahr erneut.  

Eine Besonderheit ist das sogenannte Family-Event am Freitag. Bei freiem Eintritt deckten Pelemele und die Bon-Jovi-Coverband Bounce eine große Bandbreite von Kinderrock bis zu New-Jersey-Rock ab. Dazwischen gab es musikalisches Kontrastprogramm: Die Gruppe Popchaot mischt Electro mit Rock und Techno. Wer sich das nicht vorstellen kann, aber gerne mal hören möchte, sollte die Lübecker auf jeden Fall auf dem Zettel behalten. Kein Risiko ging man mit Fireburst aus Weitefeld ein. Die sechs Bandmitglieder mischen bekannte Riffkost aus dem Metalregal mit innovativem Gesang, der sich durch eine Bandbreite von Singen bis Shouten aus der Masse abhebt. Mit der Stimmbandwürze von Sängerin Yamina wurde die Rocksuppe dann endgültig zum Kochen gebracht. Fireburst punkten besonders mit riesiger Spielfreude. Wer dabei Lust auf mehr bekommen hat, findet das nötige Futter für die Ohren auf dem pünktlich zu Rock im Feld veröffentlichten Debütalbum „Force of Intention".

 Mit melancholischer und tiefgründiger Musik gingen am Samstag die Moonages an den Start. Trotz der schwierigen Rolle als Opener wurde die Band schon beim Soundcheck abgefeiert. Die Gruppe N2H4 weckte die Zuschauer dann endgültig und präsentierte ihren rotzigen Riffrock. Die hörbaren Einflüsse einer anderen Band mit vier Buchstaben und einem Blitz in der Mitte schadeten dabei keineswegs. Allmählich füllten sich dann auch die Plätze vor der Bühne. Tune Circus halfen dabei, die Wartezeit auf den Headliner mit ihrem Alternative-Rock zu überbrücken. Die Träger des Deutschen Rock-und-Pop-Preises 2008 und Kulturpreises der Stadt Ludwigsburg spielten bereits im Vorprogramm Titel von Größen wie den Scorpions oder Joe Cocker. Die Band war im letzten Jahr wegen eines Unfalls kurzfristig ausgefallen. „Als sie dann heute wieder spät dran waren, wurde ich natürlich nervös", erklärte Oliver Spies, Bandmanager des Festivals, „aber letzten Endes waren wohl nur die Westerwälder Bahnübergänge schuld." Der Auftritt ging reibungslos über die Bühne.

Zum Schluss gaben J.B.O. zum dritten Mal ihr Stelldichein auf dem Westerwald. Die Blödelbarden, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum feiern, spielten eine Setlist, in der Klassiker genauso wenig fehlten wie aktuelle Stücke aus dem zehnten Studioalbum. Die Erlanger kennen den Westerwälder August und heizten dem fröstelnden Publikum in gewohnter Manier ein. Dass an diesem Abend jemand wie einst Bela B. Abkühlung im Freilinger Weiher suchen würde, war allerdings nicht zu erwarten: Sicherheitshalber trug Sänger und Gitarrist Vito nach eigenen Angaben sogar lange Unterhosen unter dem Spandex.

Eine besondere Ehrung erhielt in diesem Jahr der Mann, der an Spitze des Festivals steht. Hubertus Limbach, gleichzeitig Vorsitzender des Vereins purKultur, bekam als Dank für sein über 18-jähriges Engagement einen Wandergutschein von seinem Team geschenkt. Das Ziel steht noch nicht ganz fest. „Aber wahrscheinlich werden wir nach Thüringen fahren und auf dem Rennsteig wandern", erklärt Limbach. Der seit vielen Jahren reibungslose Ablauf des Festivals ist auch den bis zu 200 Helfern aus dem Ort zu verdanken, bei denen Oliver Spies sich besonders bedankt: „Ohne sie wäre das alles gar nicht möglich." Für die Helfer gab es am Sonntag den gewohnten Frühschoppen mit den Oellinger Blasmusikanten. Zum Festivalgelände gehört auch ein Zeltplatz, auf dem für 5 Euro extra gezeltet werden kann. Somit ist das Fazit von Vito C. nicht verwunderlich: „Rotenhain, ihr habt euch vermehrt, seitdem wir das letzte Mal hier waren." Stimmt. Und wir hoffen, dass es auch so bleibt.

Montabaur Hachenburg
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