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    Riesentrompete fürs Dach des Bürgerhauses?

    Eine messingfarbene Riesentrompete könnte schon im Sommer über der Stadt Wirges schweben, genauer gesagt, das überdimensionale Instrument könnte dem frisch sanierten Wirgeser Bürgerhaus eine ästhetische Note geben und die große, unansehnliche Lüftungsanlage auf dem Dach des Gebäudes verdecken. Das hat jetzt eine Fachjury aus Vertretern von Stadt und Künstlern beschlossen.

    Eine Riesentrompete könnte bald das Dach des Bürgerhauses zieren. Walter van't Hoen zeigt den Festspielhaus-Entwurf von Mainzer Künstlern.  Foto: Kühr
    Eine Riesentrompete könnte bald das Dach des Bürgerhauses zieren. Walter van't Hoen zeigt den Festspielhaus-Entwurf von Mainzer Künstlern.
    Foto: Kühr

    Die Wertungskommission entschied sich damit für das Kunst-am-Bau-Konzept der Mainzer Künstlergruppe „conhereos“ um Mirko Schwartz, das den Titel „FestSpielHaus“ trägt und die unschöne Lüftungsanlage auf der Frontseite des Bürgerhauses mit Elementen einer Trompete, sprich mit einem gut einen Meter breiten und fast zwei Meter tiefen Trompetentrichter, mit bis zu zwei Meter hohen Ventilen, Klappen und einer fünf Meter langen Rohrleitung aus Glasfaserkunststoff und Edelstahl, verschönern möchte. „Das Votum der Jury fiel nach zwei Auswahlrunden einstimmig für diesen Entwurf, weil er die Fassade auflockert und die Lüftungsanlage als Element eines riesigen Instrumentes mit einbezieht“, erläutert der Stadtbeigeordnete Walter van't Hoen, unter dessen Vorsitz das Gremium jetzt tagte. Bei der Entscheidung hatte der Vorsitzende indes kein Stimmrecht, wie van't Hoen betont.

    Die Jury selbst setzte sich aus drei Vertretern der Stadt, darunter die Ratsmitglieder Gabi Weber, Goswin Kreth (beide SPD) und die Erste Beigeordnete Waltraud Klein (CDU), sowie aus einer Mitarbeiterin des rheinland-pfälzischen Finanzministeriums und aus drei Künstlern zusammen. Im Dezember vergangenen Jahres hatte das Gremium aus 14 Bewerbungen sechs Künstler ausgewählt und diese aufgefordert, einen Detailentwurf für eine kunstvolle Abdeckung der Lüftungsanlage auszuarbeiten sowie ein Modell zu fertigen. Bei der abschließenden Sitzung in Wirges habe die Jury jeden der sechs Entwürfe kritisch unter die Lupe genommen. Die Entscheidung sei letztlich einstimmig ausgefallen, betonte van't Hoen. Die Kosten für die Dach-Skulptur liegen bei rund 40.000 Euro, so der Beigeordnete. Bei der Förderzusage für die Sanierung des Bürgerhauses hatte das Land der Stadt zur Auflage gemacht, genau diesen Betrag für Kunst am Bau einzusetzen.

    Doch so einmütig das Votum der Jury für die Riesentrompete ausfiel, so groß ist in der Stadt Wirges dem Vernehmen nach die Kritik an dem Entwurf. Eine Riesentrompete als Sinnbild eines Festspielhauses passe nicht zum Charakter des Bürgerhauses als Ort für Veranstaltungen von Bürgern, Kommunalpolitik und Vereinen, heißt es. Zudem verdecke die Trompeten-Skulptur nicht die gesamte Lüftungsanlage. Der optische Eindruck auf dem Dach sei zu kleinteilig, so die Kritiker gegenüber unserer Zeitung. Mindestens drei der fünf übrigen Entwürfe für das Dach des Bürgerhauses seien weitaus passender, heißt es. So sieht ein Konzept einen geschwungenen, modernen Dachaufbau mit Überstand in den Farben des Stadtwappens vor. Ein anderer Entwurf schlägt eine beleuchtbare Fassade aus versetzten Metallquadern vor. Eine weitere Idee ist ein Metallgeländer aus organischen Formen und Figuren. „Alle Bürger können sich die Modelle zu den Öffnungszeiten des Bürgerhauses ansehen“, betont van't Hoen.

    Trompete ja oder nein – das ist nun die große Frage in Wirges. Wie es unter der Hand heißt, will der Bauausschuss in seiner öffentlichen Sitzung an diesem Donnerstag, 16. März, um 19 Uhr im Bürgerhaus (Raum Samobor) eine Auftragsvergabe für das Projekt „Festspielhaus“ ablehnen. Doch fest steht auch, dass die Entscheidung der Fachjury in dem Vergabeverfahren bindend ist. Der Stadtrat hat in diesem Sinne keinen Entscheidungsspielraum. Der Rat könnte die Riesentrompete nur verhindern, wenn er das Verfahren aufhebt und den vom Land vorgeschriebenen Kunstwettbewerb neu ausschreibt. Damit wären aber weitere Kosten für eine Vergütung der Jurymitglieder und für die Bearbeitungshonorare der Künstler verbunden. Stimmt der Rat in seiner Sitzung am 3. April indes mit Ja, könnte das Projekt bis Juni realisiert werden.

    Fotos von den Entwürfen finden Sie unter www.rhein-zeitung.de/westerwald

    Von unserer Redakteurin Stephanie Kühr

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