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    Höhn/Westerburg

    Richter: Unfall mit Rasentraktor hätte vermieden werden können

    Ein tragischer Unfall, der sich am 30. April 2013 im Förderkindergarten der Lebenshilfe in Höhn ereignete, hat jetzt seinen juristischen Abschluss gefunden: Der fahrlässigen Körperverletzung schuldig gesprochen wurden eine 24-jährige Heilerziehungspflegerin und ein heute 61-Jähriger, der am Unfalltag im Außengelände des Förderkindergartens Rasen mähte.

    Vor Ort ermittelten Richter Hans Helmut Strüder gemeinsam mit der Vertreterin der Staatsanwaltschaft sowie den Verteidigern der Angeklagten und dem Vertreter der Nebenkläger, wie es am 30. April 2013 zu dem tragischen Unfall im Förderkindergarten der Lebenshilfe in Höhn kommen konnte. Dabei ließen sie sich auch von einem Mitarbeiter des Kindergartens den Rasenmäher vorführen.  Foto: Röder-Moldenhauer
    Vor Ort ermittelten Richter Hans Helmut Strüder gemeinsam mit der Vertreterin der Staatsanwaltschaft sowie den Verteidigern der Angeklagten und dem Vertreter der Nebenkläger, wie es am 30. April 2013 zu dem tragischen Unfall im Förderkindergarten der Lebenshilfe in Höhn kommen konnte. Dabei ließen sie sich auch von einem Mitarbeiter des Kindergartens den Rasenmäher vorführen.
    Foto: Röder-Moldenhauer

    Von unserer Reporterin Angela Baumeier

    Als er den Rasentraktor vom Außengelände wegfahren wollte, setzte er rückwärts. Dabei wurde ein damals fünfjähriger Junge mit Down-Syndrom von dem Rasentraktor überrollt. Er geriet mit den Füßen in das Mähwerk, am linken Fuß wurden Nerven und Sehnen durchtrennt, zudem erlitt er Knochenbrüche. Auch sein rechter Fuß wurde verletzt (die WZ berichtete).

    Bei einem Vororttermin in dem Förderkindergarten befragte Richter Hans Helmut Strüder die Angeklagten sowie mehrere Zeugen zu dem Unfallhergang. Die Heilerziehungspflegerin erklärte, sich mehrfach vergewissert zu haben, dass keine Gefahr für die Kinder bestand, bevor sie diese ins Außengelände ließ. Den Traktor habe sie weder akustisch noch visuell wahrgenommen. Wie stets hätte sie auch an diesem Tag das Außengelände als Erste betreten. Als sie sah, dass der Junge hinter den Traktor lief, habe sie ihn gerufen. Doch es war zu spät.

    Verteidiger fordert Freispruch

    Der Fahrer des Rasentraktors, der sich seit jenem schrecklichen Unglück in psychologischer Behandlung befindet, beteuerte, mehrfach nach hinten geschaut zu haben, bevor er zurücksetzte. Den Jungen habe er nicht gesehen. Sein Verteidiger plädierte auf Freispruch oder Einstellung des Verfahrens. "Für die Kinder sind die Erzieher voll verantwortlich, sie müssen diese so beaufsichtigen, dass nichts passiert", argumentierte er. Seinem Mandanten könne keine strafrechtliche Tat angelastet werden.

    Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft sah hingegen bei beiden Angeklagten eine Verletzung der Sorgfaltspflicht als erwiesen. Zudem hätte der Fahrer des Rasentraktors laut Dienstanordnung das Gelände nur bis 9 Uhr befahren dürfen, der Unfall ereignete sich jedoch um 10.26 Uhr. Folge dieses schrecklichen Geschehens ist, dass der Junge schwerste Verletzungen mit bleibenden Spätfolgen erlitt: Er bleibt sein Leben lang körperlich beeinträchtigt. Er musste mehrere Operationen über sich ergehen lassen. Dabei wurden Muskel- und Hauptverpflanzungen vorgenommen. "Die Narben wachsen nicht mit und brechen immer wieder auf", sagte die Mutter des Jungen, die gemeinsam mit ihrem Mann als Nebenkläger auftrat.

    Sorgfaltspflicht nicht erfüllt

    "Beide Angeklagten wussten, dass gerade in einer integrativen Einrichtung eine besondere Sorgfaltspflicht besteht", hob die Vertreterin der Staatsanwaltschaft hervor. Sie forderte für beide Angeklagten Geldstrafen: für die Heilerziehungspflegerin in Höhe von 80 Tagessätzen à 30 Euro, für den Traktorfahrer von 60 Tagessätzen à 25 Euro. Der Vertreter der Nebenkläger schloss sich dieser Forderung an. Daraufhin erklärte der Verteidiger der Heilerziehungspflegerin, dass sie ihren Einspruch gegen den Strafbefehl zurücknehme, der eine Geldstrafe von 80 Tagessätzen à 20 Euro vorsah. Der Rücknahme des Einspruchs wurde zugestimmt.

    Der Fahrer des Rasenmähers wurde zu einer Geldstrafe von 75 Tagessätzen à 30 Euro verurteilt. Der Richter kritisierte, dass der Angeklagte jegliche Schuld von sich weise. "Er hätte den Unfall ohne Weiteres vermeiden können, wenn er sich richtig nach hinten umgeschaut hätte. Das wäre seine Pflicht gewesen", begründete Strüder.

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