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    Wirges

    Rechtanwältin im Interview: Rechtsstreit vor Gericht geht weiter

    Der Rechtsstreit zwischen den Unfallbeteiligten des Unglückes auf der Landstraße bei Freilingen im Jahr 2009 ist bis heute nicht abgeschlossen. Der damalige Geschäftsführer eines Westerwälder Unternehmens, der in einem Sportwagen der Marke Corvette den Motorroller mit zwei jungen Mädchen in voller Fahrt erfasste, wurde vor drei Jahren zu einer Haftstrafe von 18 Monaten auf Bewährung verurteilt.

    So sah der Sportwagen nach dem Unfall aus.  Archivbild: Thomas Huberty
    So sah der Sportwagen nach dem Unfall aus. Archivbild: Thomas Huberty

    Während eines der Mädchen (16) noch an der Unfallstelle starb, überlebte ihre 17-jährige Freundin und ist seither querschnittsgelähmt. Der Mann, der in einer Tempo-70-Zone mit mehr als 120 Stundenkilometern unterwegs war, hatte fünf Prozesse vor Gericht erstritten und entging letztlich so einer Gefängnisstrafe. Rechtsanwältin Sandra Buhr von der Kanzlei Lehmann-Wild und Buhr aus Wirges vertritt die Überlebende vor Gericht. Im Interview mit unserer Zeitung gibt sie Auskünfte zum Prozess.

    Worum geht es in dem andauernden Rechtsstreit zwischen den Unfallbeteiligten?

    Wir streiten nunmehr noch um die Mehrkosten für einen Haushaltsführungsschaden, der der Mandantin aufgrund der Querschnittslähmung entsteht. Die Mandantin hat einen erhöhten Mehrbedarf durch den Unfall. Dazu gehören beispielsweise eine Haushaltshilfe oder ein Fahrdienst. Die Versicherung sträubt sich, hier einen entsprechenden Betrag zu zahlen, wobei man sich über die Tatsache, dass ein solcher Mehrbedarf angefallen ist, geeinigt hat. Wie dieser Mehrbedarf zukünftig auszuzahlen ist, darüber wird nunmehr vor dem Landgericht gestritten.

    Wie beurteilen Sie das Urteil?

    Das Urteil ist letztendlich in der Form zu akzeptieren. Es war exakt das Urteil, welches bei der allerersten Gerichtsverhandlung vorm Amtsgericht gefällt wurde. Hiermit hätte man sich durchaus zufriedengegeben können, wenn der Unfallverursacher sich in dem ersten Prozess entsprechend einsichtig gezeigt hätte. Dadurch, dass der Unfallverursacher von sich lediglich als Unfallbeteiligter sprach, hat er die Gemüter natürlich entsprechend erhitzt. Dies ist nicht nur bei uns im Rahmen als Nebenkläger aufgestoßen, sondern auch der Staatsanwaltschaft. Vor diesem Hintergrund legte auch die Staatsanwaltschaft seinerzeit Revision ein.

    War ein lebenslanger Führerscheinentzug keine Option?

    Unsere Rechtsordnung sieht für einen solchen Fall keinen lebenslangen Führerscheinentzug vor. Unsere Rechtsordnung geht davon aus, dass mit einer Bestrafung nach einer solchen Tat ein Täter geläutert ist und sich entsprechend im Straßenverkehr verhält. Insoweit wird jedem Täter die Chance nach Verbüßung seiner "Strafe" eingeräumt, sich im Leben zu bewähren.

    Wie haben Sie Ihre Mandantin während des Prozesses erlebt?

    Die Mandantin haben wir während des Prozesses sehr ambivalent erlebt. Auf der einen Seite war sie unglaublich wütend über das, was der Unfallverursacher ihr angetan hat. Auf der anderen Seite war es immer wieder ein Hochkommen der erlebten Situation. Und die Auseinandersetzung mit ihrer konkreten Lebenssituation, die sie mitunter auch lebensmüde machte.

    Wo lag für Sie die Herausforderung in diesem Fall?

    Eine große Herausforderung war, neben der persönlichen Betreuung der Familie, der Umgang mit der gegnerischen Versicherung. Diese hat bis heute noch keine vollständige Regulierung in diesem Fall geleistet.

    Die Fragen stellte Verena Hallermann

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