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    Westerburg

    Prozess: Energieversorger um 13 600 Euro betogen

    Er sprach von multiplen Belastungen, die ihn aus der Spur geworfen hätten, der 52-jährige Gebrauchtwagenhändler, der sich jetzt am Amtsgericht Westerburg zu verantworten hatte.

    Von unserem Redakteur Michael Wenzel

    Immer dann, wenn sich ein Kevag-Mitarbeiter (heute Energieversorgung Mittelrhein, kurz EVM) zum Ablesen des Stromzählers anmeldete, war der Mann verhindert und gab den Zählerstand selbst durch. Dass der 52-Jährige dabei weitaus weniger angab, als er eigentlich in seinem Mietshaus verbrauchte, kam erst nach fünf Jahren heraus. Jetzt schuldet er der EVM mehr als 13 600 Euro.

    Das ist gewerbsmäßiger Betrug, urteilte der Strafrichter in Westerburg und verurteilte den Mann zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und einer Geldauflage von 1200 Euro. Der Angeklagte, der mit gebrauchten Autos handelt, die er selbst aufbereitet und weiterverkauft, zeigte sich geständig und einsichtig. „Ich gebe alles zu, es war so. Ich versuche den Schaden so schnell wie möglich wieder gutzumachen. Ich möchte einfach nur zu Ruhe kommen und reinen Tisch machen, will mit der Sache abschließen“, erklärte er dem Gericht unter Vorsitz von Richter Hans Helmut Strüder. Insgesamt sechs Fälle von gewerbsmäßigem Betrug, begangen im Zeitraum von November 2008 bis November 2013 waren es, die die Staatsanwaltschaft in Person von Petra Maria Baldus dem Angeklagten, der bereits wegen des Diebstahls von Dieselkraftstoff vorbestraft ist, vorwarf.

    Als Hauseigentümer von vier zeitweise vermieteten Wohneinheiten hatte er Strom von der Kevag bezogen, Mitarbeiter jedoch nie nicht ins Haus gelassen. Nach dem Grund für diese Schwindeleien befragt, sprach der Angeklagte davon, dass alles sich sehr schleichend entwickelt habe und keinesfalls so geplant gewesen sei. Alles geriet außer Kontrolle, rechtfertigte sich der 52-Jährige und ging ins Detail: Seine Mutter sei eine schwierige Person, ihr Lebensgefährte alkoholkrank, zudem habe es Probleme in der Ehe gegeben, worauf er in einen Wohnwagen gezogen sei. „Ich musste alles machen, meine Mutter feierte Partys, und es kam auch zu Schlägereien auf dem Grundstück“, berichtete der Pkw-Händler, der sich selbst als Autodidakt mit 30 Jahren Erfahrung im Kfz-Geschäft bezeichnete. Wie der Rechtsbeistand des Angeklagten, Rechtsanwalt Michael Dünnes (Alpenrod), erläuterte, versucht sein Mandant sein Leben über eine Umfinanzierung wieder in geregelte finanzielle Bahnen zu lenken. Anders als Staatsanwaltschaft und Richter sah er im vorliegenden Fall keinen gewerbsmäßigen Betrug gegeben. Dünnes wies auf die schwierigen sozialen Bedingungen hin, in den sich sein Klient bewegt und bat das Gericht um milde Bestrafung.

    Richter Strüder folgte im Strafmaß dem Antrag der Staatsanwaltschaft und verurteilte den Kfz-Händler zu einem Jahr Haft auf Bewährung. Die Bewährungsdauer beträgt drei Jahre. Anstatt einer Auflage zur Schadensregulierung sprach sich der Vorsitzende für eine Geldauflage von 2000 Euro aus, die in Raten von 100 Euro an eine noch zu benennende gemeinnützige Organisation zu zahlen ist. „Der Angeklagte zeigte sich geständig. Man kann sich vorstellen, warum er die Taten begangen hat, aber es rechtfertigt sie nicht“, machte Strüder in seiner Urteilsbegründung deutlich. Mit einer schon länger zurückliegenden Vorstrafe sei der Angeklagte zwar nicht gravierend vorbelastet, doch der Schaden sei hoch. Der Angeklagte sei anständig, ehrlich und einsichtig, er bemühe sich, den Schaden zu regulieren, weshalb eine einjährige Freiheitsstrafe voll ausreichend gewesen sei, so der Richter. Was die von der Staatsanwaltschaft geforderte Schadensregulierung betriff, die durch die EVM zivilrechtlich geltend gemacht werden kann, erklärte der Richter, dass der Energieversorger selbst schauen müsse, was zu tun sei, und sprach sich für eine Geldauflage an eine gemeinnützige Organisation aus.

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