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    Montabaur

    Polizei lässt dreiste Autodiebe hochgehen: Beamte nehmen auf A 3 Rumänen fest

    Der Autobahnpolizei Montabaur ist in Zusammenarbeit mit Kollegen aus Großbritannien und Frankreich jetzt ein Schlag gegen das organisierte Verbrechen gelungen.

    Polizist Volker Pusch, hier bei einer Routinekontrolle, ist begeistert von der unkomplizierten Kooperation über Ländergrenzen hinweg. Foto: Verena Hallermann
    Polizist Volker Pusch, hier bei einer Routinekontrolle, ist begeistert von der unkomplizierten Kooperation über Ländergrenzen hinweg.
    Foto: Verena Hallermann

    Dem Einsatzteam unter Polizeihauptkommissar Volker Pusch und Kollegen der Polizeiinspektion Diez gelang es, nach einer Verfolgungsfahrt auf der A 3 bei Montabaur einen 31-jährigen Mann aus Rumänien festzunehmen, der zu einer international tätigen Bande von Autodieben gehört und mit einem gestohlenen Audi A 6 auf dem Weg nach Tschechien war. Die kriminelle Gruppe agiert von London aus und soll Kontakte zum internationalen Terrorismus haben. Im Gespräch mit unserer Zeitung schildert Hauptkommissar Pusch den nicht gerade alltäglichen Polizeieinsatz über Ländergrenzen hinweg.

    Die Masche der britischen Diebesbande, deren Drahtzieher die Ermittler noch nicht gefasst haben, ist einfach: Unter dem Deckmantel einer tatsächlich bestehenden Firma im britischen Surrey mieten die Kriminellen in Großbritannien von Autovermietern, in diesem Fall Europcar, Luxusautos der Marken Mercedes Benz, Audi und BMW an. Mit dem offiziellen Mietvertrag in der Tasche verlassen die von der Organisation bezahlten Fahrer das Land und steuern das europäische Festland an. Ihr Ziel: Osteuropa, die Türkei oder Zypern. Hier werden die gestohlenen Luxuskarossen verkauft. „Für das Diebesgut gibt es Geld, Drogen oder Waffen“, sagt Pusch. Die Ermittler in Großbritannien gehen davon aus, dass der internationale Terrorismus von den Erlösen profitiert. Den britischen Autovermietern sind durch die Bande inzwischen Schäden in Millionenhöhe entstanden.

    Mit einem Anruf der Europcar-Zentrale Hamburg bei der Autobahnpolizei Montabaur kommt der Fall ins Rollen. „Die Europcar-Spezialisten hatten per GPS ein gestohlenes Fahrzeug geortet, das sich in unserem Dienstgebiet befand“, erzählt Pusch. Der Hauptkommissar nimmt den Fall ernst, setzt sich mit seinem Kollegen, Polizeioberkommissar Christian Seck, sofort in den Streifenwagen und macht sich auf den Weg in Richtung A 3. Im Telefonkontakt mit Hamburg werden die GPS-Daten des gestohlenen Audi A 6 ständig aktualisiert. Zeitgleich verfolgen im französischen St. Julien en Genevois Beamte des Schnellen Einsatzkommandos („Equipe d'Intervention Rapide“) auf der Route Nationale ein Bandenmitglied, das einen Mercedes C-Klasse gestohlen hat. Auf der A 3 hat Volker Pusch den gesuchten Audi schon bald im Visier – die britische Polizeidienststelle im Londoner Stadtteil Bow bestätigt den Westerwälder Ermittlern, dass ein Festnahmegrund gegen den Audi-Fahrer vorliegt. Europcar gibt den Beamten zudem die Rufnummer des leitenden französischen Kollegen Farch N. und eines international tätigen Kopfgeldjägers aus Großbritannien durch (Namen sind der Redaktion bekannt). Jo C. ist weltweit ein gefragter Mann, wenn es darum geht, gestohlene Luxuswagen zu ihrem Besitzer zurückzubringen. Per Telefonkonferenz stimmen sich die Ermittler aus dem Westerwald, Frankreich und Großbritannien ab.

    Die Montabaurer Autobahnpolizisten heften sich an den Audi A 6 und fordern Verstärkung der Polizeiinspektion Diez an. Ein Streifenwagen setzt sich schließlich vor das Zielfahrzeug, einer dahinter. „Wir haben den Wagen auf den Standstreifen gelotst. Der Täter wusste offenbar schon, was Sache war, und ließ sich widerstandslos festnehmen“, sagt Pusch. Der Mann sitzt derzeit in U-Haft in Koblenz. Unklar ist, ob er an Großbritannien ausgeliefert wird. Die Arbeitsgruppe Bandenkriminalität der Kriminaldirektion Koblenz hat die Ermittlungen in dem Fall übernommen. Auch wenn die Autoschieberbande weiter aktiv ist und die Festnahmen „ein Tropfen auf den heißen Stein“ waren, sie bringen die Ermittler im Kampf gegen das organisierte Verbrechen weiter. Aufschluss erhoffen sich die Beamten auch von den Aussagen der festgenommenen Autodiebe.

    „Die Zusammenarbeit mit den europäischen Kollegen war unkompliziert und absolut einmalig“, schildert Pusch begeistert. Nur dank der grenzüberschreitenden Kooperation per Telefonkonferenz war es möglich, die Täter festzunehmen, betont er. „Im Schengen-Fahndungssystem waren die Autos noch nicht als gestohlen gemeldet worden. Bei einer Fahrzeugkontrolle hätten sie uns ihre Papiere und den Mietvertrag gezeigt, und dann hätten sie weiterfahren können und wären uns durch die Lappen gegangen“, sagt er.

    Von unserer Redakteurin Stephanie Kühr

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