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Westerwaldkreis

Parkhäuser im Test: Wie breit ist breit genug?

Michael Wenzel

Die Autos, die wir fahren, werden immer größer. Parkplätze indes nicht. In vielen Parkhäusern und Tiefgaragen wird es daher eng und enger. Oftmals ist emsiges Rangieren angesagt, um in die Parkbuchten einfahren zu können, und die allseits beliebten SUVs oder Sport Utility Vehicles, wie die komfortablen Geländelimousinen im Englischen genannt werden, nehmen zum Ärger anderer Autofahrer auch mal eineinhalb Stellplätze in Beschlag. Die WZ hat sich in Parkhäusern in Montabaur, Hachenburg und Westerburg einmal genauer umgesehen.

Für SUV-Fahrer kann das Parken in einem Parkhaus im Westerwald zum Erlebnis werden.
Für SUV-Fahrer kann das Parken in einem Parkhaus im Westerwald zum Erlebnis werden.
Foto: Wenzel

Bereits Ende 2011 hatten die Automobilklubs ADAC und ACE in einem bundesweiten Test zu schmale Parkplätze bemängelt. Eine weitere Studie 2015 kam zu ähnlichen Ergebnissen: In vielen Parkhäusern geht es inzwischen viel zu eng zu. Der ADAC fordert eine Verbreiterung auf 2,50 Meter. Auch der Bundesverband Parken setzt sich dafür ein, dass in den Garagenverordnungen der Bundesländer die gesetzlich vorgeschriebene Mindestbreite von aktuell 2,30 Meter erweitert wird, weil die Fahrzeuge immer breiter werden.

Wir wollten wissen, wie breit die Parklücken in den städtischen Parkhäusern sind und ob es ggf. vom Ordnungsamt geahndet wird, wenn ein größeres Auto zwangsläufig zwei Parkplätze blockiert. In Montabaur stellte sich zudem die Frage, ob es Überlegungen gibt, beim Bau der Tiefgarage für das neue Verbandsgemeindehaus breitere Parkplätze anzulegen. In der Kreisstadt, das wurde uns vom Ordnungsamt mitgeteilt, haben die Parklücken in den städtischen Parkhäusern ein Standardmaß von circa 2,40 Meter Breite. Vor allem im Parkhaus Nord kann es dennoch für breite Fahrzeuge eng zugehen. Durch das Ordnungsamt kann durchaus eine Verwarnung ausgesprochen werden, wenn ein Fahrzeug mehrere Parkplätze blockiert, hieß es. Allerdings komme es auf den Einzelfall an und sei jeweils zu prüfen. Grundsätzlich gilt auch hier in den städtischen Parkhäusern, dass ein Fahrzeug innerhalb der gekennzeichneten Parkfläche zu stehen hat. Wenn jemand ordnungsgemäß eingeparkt hat und das Fahrzeug aufgrund seiner Abmessungen über diese Fläche hinausragt (z. B. mit den Außenspiegeln), wird in der Regel keine Verwarnung ausgesprochen. Wenn aber der Fahrer sich beim Einparken offenbar nicht an den vorgegebenen Markierungen orientiert hat, kann das geahndet werden.

Was das neue Verbandsgemeindehaus betrifft, so ist die Tiefgarage unter dem neuen Verwaltungsgebäude Teil der Planungen. Über die genaue Anzahl der Parkplätze und damit indirekt über die Breite der Parkplätze werde erst zu einem späteren Zeitpunkt entschieden, hieß es weiter. Im Übrigen fänden auch bei dieser Maßnahme die Vorgaben der Landesverordnung über den Bau und Betrieb von Garagen Anwendung.

Dort, wo es beim Rangieren eng zugeht, kommt es naturgemäß immer wieder zu kleinen Sachbeschädigungen, mal wird ein Außenspiegel beschädigt, mal eine Tür zerkratzt, polizeilichen Statistiken hierzu werden keine geführt, wie ein Sprecher der Polizei auf Anfrage deutlich machte.

Die Tiefgarage an der Stadthalle in Westerburg hält Parklücken von 2,30 Meter bis 2,70 Meter Breite vor. Hier kann der Fahrer eines SUV in der Regel sein Gefährt noch bedenkenlos abstellen, ohne dass er in der Parknische beim Aussteigen akrobatische Übungen vollziehen muss. „Es wurde bei der Anlegung der Parkflächen in der Unterflurgarage bereits darauf geachtet, dass auch breitere Parkflächen eingerichtet werden“, informiert Martin Ortseifen, Leiter des Ordnungsamtes der VG Westerburg auf Anfrage. Für einen SUV-Fahrer gibt es genügend Platz zum Parken. Dass er hier wegen der Breite seines Fahrzeuges gleich zwei Stellplätze in Beschlag nimmt, scheint eher unwahrscheinlich, zumal die Unterflurgarage nicht immer komplett belegt ist. „Bei Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung wird entsprechend der Beurteilung des Einzelfalls entschieden und gegebenenfalls auch eine Verwarnung ausgesprochen“, erläutert Ortseifen. Grundsätzlich sei man jedoch kulant und weise die entsprechenden Fahrer für die künftige Nutzung auf ausreichend große Parkflächen hin.

Über reichlich Platz verfügen auch die Nutzer des Parkhauses am Alexanderring in Hachenburg. Hier haben die Parkplätze eine Breite von 2,50 Meter. Und: Soweit ein Fahrzeug wie etwa ein SUV diese Breite nicht einhalten kann, erfolgt keine Ahndung durch das Ordnungsamt.

Von unserem Redakteur Michael Wenzel

Wollen SUV-Fahrer unbedingt mit mehr Pkw-Masse auffallen?

Die Menschen werden immer größer – und offenbar ist das auch einer der Gründe, warum die Autos immer größer werden. Und das betrifft nicht nur die in diesem Zusammenhang häufig angesprochenen SUVs.

Der VW Golf beispielsweise ist in den vergangenen vier Jahrzehnten über diverse Modellmodernisierungen hinweg etwa 50 Zentimeter länger und 20 Zentimeter breiter geworden. Und wer einen Mini des Jahres 2018 neben das knuffige Kultmobil von Mr. Bean stellt, könnte auf den Gedanken kommen, es mit einem Tretauto für Kinder zu tun zu haben.

In den Augen vieler Autofahrer sind es insbesondere die seit einigen Jahren schwer in Mode gekommenen SUVs, die – neben Minivans und Geländewagen – viel Raum auf den Straßen und in Parkhäusern beanspruchen. Hinter der Abkürzung verbirgt sich die Bezeichnung „Sport Utility Vehicle“, was man mit Sportnutzfahrzeug übersetzen könnte. Die großen, hohen Wagen erfreuen sich wegen ihres Platzangebots bei Familien besonderer Beliebtheit, wegen der erhöhten Sitzposition und des deshalb erleichterten Einstiegs und der Übersicht aber auch bei älteren Verkehrsteilnehmern.

„Es geht um das Image“, sagt hingegen Wirtschaftspsychologe Rüdiger Hossiep von der Ruhr-Universität Bochum. „Ein Auto ist der teuerste Konsumgegenstand, den Sie sich zulegen können. Man will sich nach außen präsentieren und ein Signal setzen“, erklärte der Wissenschaftler kürzlich in einem Interview mit der „Deutschen Welle“, in dem er auch meinte: „So ein Geländewagen vermittelt vor allem ein Gefühl der Überlegenheit: Es geht darum, mit mehr Masse aufzutreten. Und man behandelt Sie im Verkehr auch ganz anders.“ SUV-Fahrer werden das nicht eben wohlwollend lesen ... tim

Westerwald extra
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