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    Westerburg

    Paketbote stiehlt wertvolle Handys: Jetzt droht Haft

    Sollte das Urteil Rechtskraft erlangen, muss ein 32-jähriger Servicefahrer aus dem oberen Westerwald für 31 Monate hinter Gitter.

    Von unserem Redakteur Michael Wenzel

    Der dreifache Familienvater, der in Scheidung lebt, hatte im vergangenen Jahr über einen Zeitraum von vier Wochen als Paketzusteller der Deutschen Post in 14 Fällen Päckchen, in denen sich vorwiegend hochwertige I-Phones befanden, gestohlen und sie übers Internet verscherbelt. Da er unter laufender Bewährung steht, bereits mehrfach und auch einschlägig vorbestraft ist, blieb ihm in einem Prozess am Amtsgericht in Westerburg eine erneute Bewährungschance versagt. „Der Angeklagte kann einem durchaus leidtun, aber Mitleid ist keine Grund für eine Strafaussetzung zur Bewährung.

    Es ist erforderlich, dass die Freiheitsstrafe verbüßt wird“, machte Strafrichter Hans Helmut Strüder in seiner Urteilsbegründung deutlich. Was war geschehen? Der 32-Jährige, der die ihm zur Last gelegten Taten in vollem Umfang einräumte, befand sich in finanziellen Nöten. Er wollte an Geld kommen, stand, wie er sagt, unter erheblichem finanziellen Druck, der vor allem von seiner Frau ausgegangen sei. „Wir brauchen mehr Geld!“, habe sie ihm ständig vorgerechnet. Geld für Lebensmittel, Kleidung etc. Sonst, so habe sie ihm gedroht, müsse sie ihn mit den Kindern verlassen. Kredite fürs Auto und andere Sachen waren zu bedienen. „Ich sagte ihr, sie solle sich mal Gedanken machen, halbtags arbeiten zu gehen. Doch sie wollte nicht. Ich suchte einen Ausweg. Ich wollte meine Kinder nicht verlieren“, rechtfertigte sich der Angeklagte.

    Da kam der Postzusteller auf die Idee, Postpäckchen verschwinden zu lassen und den Inhalt gewinnbringend im Internet zu veräußern. Der 32-Jährige war bei der Deutschen Post AG für die Verteilung und Zustellung von Paketen zuständig. Er verteilte die Pakete auf die Fahrzeuge und lieferte sie auch selbst aus. Offenbar verfügte er über einen geübten Blick, denn es gelang ihm in allen Fällen, hochwertige Handygeräte zu ergaunern. Im Zeitraum vom 4. Oktober bis zum 6. November 2014, so rechnete es die Staatsanwaltschaft ihm vor, hat er 14 Päckchen mit iPhones und iPads den Adressaten vorenthalten. Die Vorgehensweise war recht simple: Er scannte die Päckchen nicht ein und steckte sie stattdessen in die eigene Tasche. Gewerbsmäßiger Diebstahl, urteilte Richter Hans Helmut Strüder und bezeichnete den Angeklagten als Bewährungsversager. Der Mann aus dem oberen Kreisgebiet ist mehrfach vorbestraft: Hehlerei, Diebstahl, Urkundenfälschung, 36 Verstöße gegen Markenschutzrecht - letzteres, weil er Brillen-Plagiate aus China im Internet als echte Markenware vertickerte. Und er stand bei der Tatbegehung unter laufender Bewährung. Eine 13-monatige Haftstrafe stand im Raum. Darüber habe er nicht großartig nachgedacht, meinte der Angeklagte. Er habe nur irgendwie an Geld kommen wollen. „Ich wollte meine Familie doch behalten“, entschuldigte sich der 32-Jährige.

    Ein Jahr und sechs Monate Haft – so lautete das Urteil, wobei Richter Strüder dem Strafantrag der Anklage folgte. Der Verteidiger des Servicefahrers hatte für eine milde Strafe plädiert, damit sein Mandant den Verpflichtungen seiner Familie gegenüber nachkommen könne. Zwar sei der Angeklagte rückhaltlos einsichtig gewesen, aber er habe nur wenige Monate später nach einer Verurteilung eine neue kriminelle Serie hingelegt, was durchaus kein Einzelfall mit Ausnahmecharakter gewesen sei, begründete Richter Strüder sein Urteil. Die Rechtsordnung gebiete es, dass die Strafe verbüßt werde. Der 32-Jährige lebt mittlerweile von Frau und Kindern getrennt. Wegen Schulden in Höhe von 30 000 Euro befindet er sich in einem privaten Insolvenzverfahren. Als ihm das Wasser finanziell bis zum Hals stand, hatte er versucht, mit falschen Kontoangaben Kredite zu ergaunern – und fiel auf. „Es war nicht der richtige Weg. Ich hoffe, dass ich für meine Kinder da sein kann!“, zeigte sich der Angeklagte gegen Ende des Verfahrens reumütig. Doch die Einsicht kam zu spät. Seine Kinder sind 2, 4 und 6 Jahre alt.

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