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Nachruf: Landrat a.D Peter Paul Weinert ist tot

Westerwaldkreis – Peter Paul Weinert ist tot. Der erst 64-jährige ehemalige Landrat des Westerwaldkreises erlag am Samstag seiner bösartigen Krebserkrankung, gegen die der Wahl-Hollerer fünf Jahre gekämpft hatte.

Peter Paul Weinert 2009 an seinem vorletzten Arbeitstag.
Peter Paul Weinert 2009 an seinem vorletzten Arbeitstag.
Foto: Egenolf

Westerwaldkreis - Peter Paul Weinert ist tot. Der erst 64-jährige ehemalige Landrat des Westerwaldkreises erlag am Samstag seiner bösartigen Krebserkrankung, gegen die der Wahl-Hollerer fünf Jahre gekämpft hatte.

Nahezu exakt ein Vierteljahrhundert, von Anfang 1985 bis Oktober 2009, stand Weinert an der Spitze des Westerwaldkreises. Vor fast genau drei Jahren war er aus dem Amt ausgeschieden. Nicht ganz freiwillig, denn eine seit 2007 bekannte Krebserkrankung hatte den damals 61-Jährigen dazu gezwungen, bei der Wahl zum Landrat nicht mehr zu kandidieren. Achim Schwickert trat im Oktober 2009 seine Nachfolge an.

Die Ära Weinert hatte mit einer Panne begonnen, was aber ganz und gar nicht bezeichnend sein sollte für die Amtszeit des gebürtigen Schwaben, der in Heidenheim seine Wurzeln hat: Auch nach dem offiziellen Festakt blieb der Nachfolger von Norbert Heinen im Februar 1985 nur kommissarisch im Amt, weil die Ernennungsurkunde von Ministerpräsident Bernhard Vogel nicht rechtzeitig unterschrieben werden konnte.

Peter Paul Weinert hatte sich zuvor in der Mainzer Staatskanzlei die Lorbeeren erworben, die ihn zum Kandidaten für das Montabaurer Landratsamt werden ließen. In der Staatskanzlei war der studierte Rechtswissenschaftler und Volkswirtschaftler Referent für Wirtschaft und Verkehr, Energiefragen, Umweltschutz sowie für Landwirtschaft, Weinbau und Forsten. Vor seiner Zeit in der Staatskanzlei war Weinert Richter am Landgericht Koblenz und später Angestellter der Landesbank Rheinland-Pfalz. War der Landrat 1985 noch vom Ministerpräsidenten ernannt worden, wurde er 1991 vom Kreistag weiter in seinem Amt bestätigt. Auch von 2001 an, als die Landräte per Urwahl vom Volk gewählt wurden, war die Zustimmung der Westerwälder für den sympathischen Schwaben, der längst zum Wahl-Westerwälder und mit seiner Familie zum Dauereinwohner von Holler geworden war, sehr groß. „Die Westerwälder haben nicht nur Köpfe aus Basalt, zu denen so ein schwäbischer Sturkopf wie meiner gut gepasst hat. Sie sind auch sehr verlässliche Menschen, bei denen ein gegebenes Wort noch gilt“, stellte er bei seinem Abschied aus dem Amt fest. „Deshalb habe ich mich immer sehr wohlgefühlt, und deshalb bleibe ich auch als Rentner hier.“ Zu Weinerts wichtigsten politischen Projekten zählte sein Einsatz für den Bau des ICE-Bahnhofs in Montabaur. Das ist aber nur ein Beispiel aus einem Vierteljahrhundert Wirken als Landrat, der auch in vielen weiteren Funktionen unterwegs war. Es ist unmöglich aufzuzählen, was Weinert alles geleistet hat, aber an ein paar Dinge sei erinnert: So dachte der Landrat a. D. stets nicht nur in engen Grenzen, sondern darüber hinaus. Das zeigte sich zum Beispiel bei der Kooperation der Westerwälder Landkreise, zu deren Protagonisten Weinert zählte. Die Westerwälder Museen wurden in seiner Amtszeit neu strukturiert, der Schulbau mächtig vorangetrieben und ein jährlicher Heimatkundlertag eingeführt.

Nach mehr als 20 Jahren unermüdlichen Wirkens für den Westerwaldkreis hatte Weinert im September 2007 die niederschmetternde Nachricht erhalten: Lungenkrebs. Kurz darauf wurde ihm die halbe Lunge entfernt. Dennoch übte er mit großer Willensstärke sein Amt aus und ließ sich sogar während der Chemotherapien so gut wie nie unterkriegen. Doch bei der Kommunalwahl 2009 trat der dann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr an.

Die Westerwälder trauern um ihren beliebten Landrat a. D. Ihre besondere Anteilnahme gilt seiner Frau Angela und den drei erwachsenen Töchtern.

Markus Müller

Montabaur Hachenburg
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