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Montabaur-Horressen

Nach Schimmelgutachten: Kita Horressen geschlossen [Update]

Neue Entwicklungen um die schadstoffbelastete Kindertagesstätte St. Johannes im Montabaurer Stadtteil Horressen: Der katholischen Einrichtung wurde auf Empfehlung des Kreisgesundheitsamts die Betriebserlaubnis entzogen. Die Eltern wurden am Mittwochmorgen kurzfristig informiert, dass die Kita vorerst geschlossen bleibt.

Das alte Kita-Gebäude in Montabaur-Horressen kann nicht mehr genutzt werden.
Das alte Kita-Gebäude in Montabaur-Horressen kann nicht mehr genutzt werden.
Foto: Sascha Ditscher

Es besteht der Verdacht, dass einige der Gruppenräume mit einem Schimmelpilz befallen sein könnten. Außerdem ist der Kleber, mit dem der Fußbodenbelag im Turnraum befestigt wurde, mit Schadstoffen belastet. Ein baubiologischer Gutachter hatte nicht zuletzt Schimmelpilzsporen im Keller, der Küche und einem Bad entdeckt. Es sei unklar, ob diese Stoffe auch im Staub und der Raumluft zu finden sind, heißt es in einer Stellungnahme des kirchlichen Trägers und der Stadt Montabaur, die Eigentümerin des Kita-Gebäudes ist.

In der vergangenen Woche waren die Ergebnisse des baubiologischen Gutachtens bekannt geworden (unsere Zeitung berichtete). Der Experte empfahl unter anderem die Untersuchung der Gruppenräume mit einem Spürhund, da sich hinter den Wandverkleidungen ebenfalls Schimmel befinden könnte. Der Gutachter und die Verwaltung im Montabaurer Rathaus waren trotzdem davon ausgegangen, dass der Betrieb im Kita-Gebäude aufrechterhalten werden kann. Über die neue Entwicklung zeigte man sich überrascht.

Die Eltern wurden kurzfristig per E-Mail darüber informiert, dass die Kindertagesstätte auf Beschluss des Landesjugendamts geschlossen bleibt. Die meisten Kinder wurden am Morgen wieder abgeholt oder erst gar nicht in die Kita gebracht, sofern die Information die Eltern rechtzeitig erreicht hatte. Im Laufe des Tages kamen Vertreter der katholischen Kirchengemeinde und der Kommune zusammen, um kurzfristig eine Notbetreuung zu organisieren. Ergebnis: Für den Rest der Woche sollen die Mädchen und Jungen, für die Eltern keine andere Betreuungsmöglichkeit haben, in der Kita Waldschule in Horressen untergebracht werden. Kita-Koordinatorin Katharina Klein von der katholischen Pfarrgemeinde bat die Eltern allerdings, sich auch untereinander über Betreuungsmöglichkeiten für den Rest der Woche auszutauschen. Ziel sei es, ab der kommenden Woche wieder Räumlichkeiten für alle Kinder anbieten zu können. Die Abstimmungsgespräche mit den zuständigen Behörden laufen bereits.

Die Stadt will als Eigentümerin des geschlossenen Gebäudes nun schnell darüber entscheiden, wie es mit dem Altbau weitergeht. „Das Wohl der Kinder, der Familien und des Personals steht an oberster Stelle“, sagte Stadtbürgermeisterin Gabi Wieland. Über die Frage, ob das Gebäude saniert und erweitert werden soll oder ob ein Neubau sinnvoller wäre, hatten der Stadtrat und die zuständigen Ausschüsse in den vergangenen Monaten mehrfach kontrovers diskutiert. Dabei kamen auch funktionale Mängel in der Kindertagesstätte zur Sprache. Unter anderem fehlt dort eine Mensa, und die Essen müssen über eine Holztreppe umständlich in die oberen Etagen getragen werden. Die Verwaltung im Montabaurer Rathaus war bis vor Kurzem allerdings davon ausgegangen, dass eine Sanierung und Erweiterung des Altbaus nur etwa 1 Million Euro kosten würde, während man bei einem Neubau mit etwa 3 Millionen Euro rechnen müsse. Die Kommunalpolitik hatte sich aus diesem Grund mit einer Entscheidung schwergetan.

Durch das baubiologische Gutachten besteht nun kurzfristig Handlungsbedarf. Diese Drucksituation haben die Kommune und die Verwaltung aus Sicht des Horresser Ortsvorstehers Guido Fuchs allerdings selbst verschuldet. Der Ortsbeirat habe schon im März auf die Schimmelproblematik hingewiesen, sagt der FWG-Politiker. Die Bedenken seien mit dem Verweis auf eine bestehende Betriebserlaubnis aber einfach vom Tisch gewischt worden, ärgert sich Fuchs: „Das Ganze hätte man vermeiden können, wenn man den Ortsbeirat ernst genommen hätte.“

Das Thema wird den Stadtrat kommende Woche erneut beschäftigen. Dann soll der Baubiologe die Ergebnisse genauer erläutern. Zuvor laden der kirchliche Träger und die Kommune bereits zu einem Elternabend ein, bei dem der Experte ebenfalls anwesend sein wird. Dieser wird am kommenden Montag stattfinden.

Von unserem Redakteur Thorsten Ferdinand

Montabaur Hachenburg
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