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Rotenhain

Musikfestival Rock im Feld: Brutaler Faustschlag endet vor Gericht

Manchmal sind es Lappalien, die dazu führen, dass zwei alkoholisierte Menschen so heftig aneinandergeraten, dass einer von beiden ins Krankenhaus muss. So auch in diesem Fall, bei dem sich nun ein 27-jähriger Westerwälder wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Schöffengericht Montabaur verantworten muss. Er soll einem Mann auf dem Musikfestival Rock im Feld in Rotenhain nach einem Streit so heftig ins Gesicht geschlagen haben, dass dessen Jochbein operativ behandelt werden musste. Auslöser des Streits waren laut Zeugenaussagen eine blendende Taschenlampe und ein Spitzname.

22. August 2015: Der heute 27-jährige Westerwälder besucht mit zwei Freunden das Musikfestival in Rotenhain. Gegen Mitternacht trifft der Angeklagte auf eine junge Frau, die er näher kennenlernen möchte. Die 20-Jährige ist mit ihrer Mutter und Bekannten ihrer Familie vor Ort. Zu dem Bekanntenkreis gehört auch ein 48-jähriger Oberwesterwälder, der sich im Laufe des Abends mit dem Angeklagten eine verbale Auseinandersetzung liefert. Laut Zeugenaussagen soll der 27-Jährige den Mann bei seinem Spitznamen, einer Verniedlichung seines Vornamens, genannt haben. Trotz der Aufforderung, dies zu unterlassen, habe der Angeklagte den Oberwesterwälder weiter provoziert und schließlich auch bedroht. Daraufhin wurden die jungen Männer aufgefordert zu gehen.

Auf dem Weg vom Festivalgelände zum Zeltplatz trafen sich die beiden Gruppen später erneut. Der 48-jährige Oberwesterwälder, der als Nebenkläger vor Gericht erschien, berichtet, dass einer der drei jungen Männer ihn und seine Bekannten mit einer Taschenlampe bewusst ins Gesicht geleuchtet hätte, um sie zu blenden. Deswegen sei er mit dem Freund des Angeklagten, der die Taschenlampe auf sie gerichtet hatte, aneinandergeraten. Ab hier gibt es zwei Versionen des weiteren Tatgeschehens: Der Angeklagte berichtet, dass der 48-Jährige seinen Kumpel auf die Motorhaube eines Autos gedrückt und bedroht hätte. Er sei dazwischengegangen, um zu helfen und habe deswegen zugeschlagen. Der Nebenkläger sagt, dass sich der junge Mann aus freien Stücken selbst auf die Motorhaube gelegt habe. Der Faustschlag sei ohne erkennbaren Grund erfolgt.

Der Angeklagte, ein schmal gebauter Mann mit Hemd und sauber gescheiteltem Haar, zeigte sich geständig. Allerdings hielt er an seiner Aussage fest, aus Notwehr gehandelt zu haben. Schon vor dem Zwischenfall auf der Motorhaube soll es zu einer Rangelei gekommen sein, bei der laut Zeugenaussagen auch ein Bekannter des Nebenklägers aktiv beteiligt gewesen sein soll. Der Angeklagte habe selbst einen Schlag abbekommen. Von wem könne er nicht sagen.

Fakt ist, dass der 48-jährige Geschädigte erhebliche Verletzungen durch den Faustschlag des Angeklagten erlitten hat: Eine Jochbeinfraktur in der rechten Gesichtshälfte, die operiert werden musste, und ein abgebrochener Schneidezahn. Seit dem Vorfall leidet der Mann nach eigenen Aussagen an Sprachstörungen, weshalb er bereits einen Logopäden aufgesucht habe, Gefühlsstörungen im Gesicht, einem ständigen Zucken im Auge und starken Kopfschmerzen.

Hat der Angeklagte seinen Freund schützen wollen oder hat er grundlos zugeschlagen? Fakt ist, dass der 27-Jährige zunächst bei der Polizei die Tat abgestritten hatte. Außerdem hat er Zeugen zu Falschaussagen verleitet, um sich zu schützen. Richter Ingo Buss sah die Notwehrthese im Laufe der Verhandlung jedenfalls immer mehr schwinden. Fakt ist auch, dass sich der junge Mann neben dem Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung auch wegen des Besitzes von zwei Schießkugelschreibern und pyrotechnischen Böllern verantworten muss. Die Verhandlung wird am Mittwoch fortgesetzt. Ein medizinischer Sachverständige soll Aufschluss darüber geben, ob es sich bei der Tat tatsächlich um eine gefährliche Körperverletzung handelt. Sein Gutachten hat Einfluss auf das Strafmaß.

Von unserer Reporterin Verena Hallermann

Montabaur Hachenburg
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