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Montabaur

Montabaurer Schüler sprechen mit Politikern: Fishbowl-Diskussion lässt spannende Debatte vermissen

Wichtige Themen und hochkarätige Diskutanten bot die Fishbowl-Diskussion im Mons-Tabor-Gymnasium. Während sechs Politiker, darunter drei Bundestagsabgeordnete, der Einladung der Schülervertretung folgten, taten es ihnen nur wenige Schüler gleich. In Montabaur fehlte es an diesem Abend aber nicht nur an einem großen Publikum, sondern auch an einer spannenden Debatte.

Schüler David Wick (Mitte) sorgte für frischen Wind in der Diskussionsrunde. Die Schüler konnten die Politiker (von links) Jochen Bülow (Linke), Tabea Rößner (Grüne), Dr. Tanja Machalet (SPD), Dr. Andreas Nick (CDU) und Sandra Weeser (FDP) sowie Joachim Paul (AfD) für die Diskussion gewinnen. Foto: Elias Müller
Schüler David Wick (Mitte) sorgte für frischen Wind in der Diskussionsrunde. Die Schüler konnten die Politiker (von links) Jochen Bülow (Linke), Tabea Rößner (Grüne), Dr. Tanja Machalet (SPD), Dr. Andreas Nick (CDU) und Sandra Weeser (FDP) sowie Joachim Paul (AfD) für die Diskussion gewinnen.
Foto: Elias Müller

Die Schüler konnten die MdB Dr. Andreas Nick (CDU), Sandra Weeser (FDP) und Tabea Rößner (Grüne) gewinnen. Außerdem kamen die Landtagsabgeordneten Dr. Tanja Machalet (SPD) und Joachim Paul (AfD) sowie der Landesvorsitzende der Linken, Jochen Bülow, in die Aula der Schule. Drei Politiker auf der rechten Seite der Bühne, drei auf der linken, in der Mitte ein leerer Stuhl. Das Prinzip der Fishbowl-Diskussion gab den Zuhörern die Möglichkeit, jederzeit den Platz zwischen den politischen Vertretern einzunehmen und mitzudebattieren. Eröffnet wurde die Diskussionsrunde von den beiden Moderatoren Julia Henich und Yannik Müller. Die beiden Schüler aus der Jahrgangsstufe 11 stellten den sechs Vertretern die ersten Fragen zum Thema Bildungspolitik, sie beschäftigte vor allem die Vergleichbarkeit von Schulsystemen sowie der Zugang zu Bildung. Die Antworten der Politiker boten zwar Informationen, doch von kontroversen Aussagen war in der ersten Hälfte des Abends nichts zu finden. Trotz des breiten politischen Spektrums deckten sich die Meinungen größtenteils, bis auf kleine Unterschiede waren sich die Vertreter einig. Als die Konversation sich immer mehr im Kreis drehte, sorgte der erste Schüler auf dem freien Stuhl für einen neuen Ansatz.

Seine Mitschüler folgten seinem Beispiel und konfrontierten die Politiker direkt mit ihren Fragen. Ein zentraler Themenpunkt war beispielsweise der Konflikt zwischen einer guten Abiturnote und tatsächlich guter und breit gefächerter Bildung. Doch die neue, erfrischende Atmosphäre verflog genauso schnell, wie sie gekommen war. Die sechs Diskutanten verloren sich bei diesem Thema erneut in Phrasen und theoretischen Gedankenspielen, wie auch bei der Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Karriere. Die Forderung der Schüler nach konkreten Vorschlägen und umsetzbaren Veränderungen beantworteten die Politiker nur in minimalem Umfang.

Erst im zweiten Teil des Abends wurde die Veranstaltung ihrem Namen gerecht, das Thema Soziales bot mehr Konfliktpotenzial. Die Frauenquote entfachte die erste Debatte mit klaren Positionen und konkreten Vorschlägen. Hier waren Schüler wie Politiker gleichermaßen engagiert, der freie Sitzplatz auf der Bühne wurde mehrfach neu besetzt. Außerdem kam eine innovative Idee der Schülervertretung zum Einsatz, denn um falschen Statistiken und Behauptungen vorzubeugen, hatten sie einen „Faktencheck“ vorbereitet. So konnte eine Behauptung über die Anzahl der Frauen in der AfD widerlegt werden. Allerdings stellte sich die korrigierte Aussage später als simples Missverständnis heraus.

Nachdem die drei Frauen das Podium aus terminlichen Gründen früher verlassen hatten, verlor sich die Diskussion in einem unterhaltsamen Wortgefecht zwischen den Vertretern von links und rechts außen. Inhaltlich relevante Gespräche und Diskussionen fanden zwar letztendlich doch noch statt, allerdings nicht mehr auf dem Podium. Nach dem Ende der Veranstaltung forderten viele Schüler die Politiker im persönlichen Gespräch noch einmal heraus und sorgten zumindest für einen interessanten Ausklang des Abends.

Von unserem Mitarbeiter Elias Müller

Montabaur Hachenburg
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