40.000
Aus unserem Archiv
Westerwaldkreis

Moderne Technik gegen Drängler kommt auch im Westerwald zum Einsatz

Verkehrssündern in der Region wird es zukünftig schneller und verstärkt an den Kragen gehen: Die Polizei misst ab sofort mit einer neuen digitalen Technik den Sicherheitsabstand und das Tempo von Fahrzeugen auf Autobahnen. Nun wurde die neue Technik vorgestellt.

Polizeihauptkommissar Ulrich Scheyer (links) und Polizeioberkommissar Dirk Krämer prüfen die Einstellung einer der Kameras.
Polizeihauptkommissar Ulrich Scheyer (links) und Polizeioberkommissar Dirk Krämer prüfen die Einstellung einer der Kameras.
Foto: Silvin Müller

Von unserem Mitarbeiter Silvin Müller

Für den Koblenzer Polizeipräsident Wolfgang Fromm ist die neue mobile Anlage ein Quantensprung: "Wir machen den Schritt von analog zu digital", stellte er bei deren Präsentation fest und sprach von einem Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit: "Wir erhöhen die Wahrscheinlichkeit der Entdeckung drastisch", sagte er mit Blick auf Abstands- und Temposünder. Bisher mussten die Beamten an der Kontrollstelle schätzen, ob der Abstand eines Autos zum Vorderwagen zu gering war, und dann die Kamera auslösen.

Nun geht alles automatisch: Alle 40 Millisekunden schießen die neuen hochauflösenden Kameras der mobilen Einheit Fotos. So können in vorher gekennzeichneten Feldern sowohl die Position als auch die Geschwindigkeit der Autos automatisch analysiert und genau bestimmt werden. Die Messung geht allerdings nicht ohne Vorbereitungen. Voraussetzungen sind genau markierte Messfelder, eine Brücke, auf der die Anlage aufgebaut wird, und Tageslicht.

Die Fahrzeugabstände werden durch das Verfahren der digitalen Fotogrammetrie ermittelt. Dabei wird ein digitales Raster auf die Messstrecke projiziert. Gemessen werden kann nicht nur auf ebenen und geraden Strecken, sondern auch in Kurven und Senken – und das auf bis zu drei Fahrspuren gleichzeitig. Beschafft wurden die Geräte durch die Zentralstelle für Polizeitechnik in Mainz. Die Anlage kostet rund eine Million Euro. Während der Überwachung ist sie permanent in Betrieb. Kennzeichen von Fahrzeugen sowie Bilder von Fahrern werden nach Auskunft der Polizei jedoch erst gespeichert und online übermittelt, wenn ein Verstoß vorliegt.

Die neue Anlage wird täglich im Einsatz sein. In vier Stunden werden durchschnittlich zwischen 100 und 400 Verstöße registriert und können geahndet werden. Dies ist auch dringend notwendig. Denn allein in Rheinland-Pfalz ereigneten sich im vergangenen Jahr mehr als 34 000 Verkehrsunfälle, die auf mangelnden Sicherheitsabstand zurückzuführen sind.

Die Aufnahmen werden noch an Ort und Stelle in einem Polizeibus ausgewertet. Die weitere Bearbeitung erfolgt auf der Wache.
Die Aufnahmen werden noch an Ort und Stelle in einem Polizeibus ausgewertet. Die weitere Bearbeitung erfolgt auf der Wache.
Foto: Silvin Müller

Im Bereich des Polizeipräsidiums Koblenz, das auch für den Westerwaldkreis zuständig ist, waren es auf den Autobahnen mehr als 450 Abstandsunfälle, von denen 91 mit Verletzten endeten, darunter 17 Schwerverletzte und drei Tote. Bisher sind im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Koblenz neun Messstellen eingerichtet, und zwar auf der A 3 und der A 61, unter anderem bei Mendig und in der Nähe des Koblenzer Kreuzes. Die A 48 wird folgen.

Die neue Anlage ist die erste dieser Art in Rheinland-Pfalz. Zwei weitere sind für die Bereiche Mainz/Ludwigshafen sowie Trier/ Kaiserslautern vorgesehen. Natürlich ist es damit auch möglich, auf Schnell- oder Landstraßen zu messen, der Fokus liegt allerdings auf den Autobahnen. "Dort geschieht der Hauptteil der Unfälle", erklärt Erster Polizeihauptkommissar Peter Hahmann, Leiter der Zentralen Verkehrsdienste Koblenz.

Abgelöst wird damit das bisherige analoge System, das aus dem Jahr 1995 stammt und für das nur noch schwer Ersatzteile zu beschaffen waren.

Abstand selbst berechnen

Als Faustregel für den Abstand zum Vordermann gilt der halbe Wert, den der Tacho anzeigt. Bei einer Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde sollte also ein Abstand von 50 Metern zum nächsten Fahrzeug eingehalten werden. Zur Orientierung können andere Fahrzeuge oder die schwarz-weißen Leitpfosten dienen, die in einem Abstand von etwa 50 Metern aufgestellt sind. Ein Sattelzug (Zugmaschine und Auflieger) ist etwa 16 Meter lang, ein Auto etwa vier bis sechs Meter. sil

Montabaur Hachenburg
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Online regional
Markus Eschenauer Markus Eschenauer (me)
Online regional
Tel. 02602/160474
E-Mail
epaper-startseite
Regionalwetter Westerwald
Freitag

11°C - 25°C
Samstag

13°C - 26°C
Sonntag

15°C - 28°C
Montag

15°C - 26°C
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
Bildergalerien: Fotos unserer Leser
&bdquo;Pfui Spinne&ldquo; mag der ein oder andere beim Anblick dieses Fotos von Volker Horz denken. Und doch hat die Detailaufnahme dieses Festmahls ihren ganz eigenen Reiz. Jedenfalls ist dem Achtbeiner hier ein dicker Fang ins Netz gegangen.&nbsp;Wenn auch Sie ein sch&ouml;nes Bild f&uuml;r unsere Leserfoto-Rubrik haben, dann schicken Sie es an die Adresse <a href="mailto:montabaur@rhein-zeitung.net">montabaur@rhein-zeitung.net</a>. Beachten Sie dabei bitte die erforderliche Mindestaufl&ouml;sung von 2500 mal 1500 Pixel.

Mit der Kamera im Westerwald unterwegs: Hier zeigen wir die schönsten Fotos unserer Leser. Zusenden per E-Mail.