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Höhr-Grenzhausen

Mitten in der Nacht in Höhr-Grenzhausen: Täter sprengen Geldautomaten in die Luft [Video]

Martin Boldt/Andreas Egenolf

Ein lauter Knall und dann war es auch schon passiert: Bisher unbekannte Täter haben am Freitag in den frühen Morgenstunden in Höhr-Grenzhausen einen Geldautomaten der Westerwaldbank in die Luft gesprengt.

Dreiste Tat: Ein Geldausgabeautomat wurde in der Nacht zum Freitag im Eingangsbereich der Verbandsgemeindeverwaltung von Höhr-Grenzhausen in die Luft gesprengt. Es entstand erheblicher Sachschaden.
Dreiste Tat: Ein Geldausgabeautomat wurde in der Nacht zum Freitag im Eingangsbereich der Verbandsgemeindeverwaltung von Höhr-Grenzhausen in die Luft gesprengt. Es entstand erheblicher Sachschaden.
Foto: Sascha Ditscher

Ein lauter Knall, und dann war es auch schon passiert: Bisher unbekannte Täter haben am Freitag in den frühen Morgenstunden in Höhr-Grenzhausen einen Geldautomaten der Westerwaldbank in die Luft gesprengt. Untergebracht war das Gerät in einem Vorraum im Erdgeschoss der Verbandsgemeindeverwaltung, zu dem sich die Täter gewaltsam Zugang verschaffen.

Die Explosion, die die Rathausstraße gegen 2.30 Uhr erzittern lässt, ist enorm: Nicht nur der Automat zerbirst, auch große Teile des Eingangsbereiches sind kurz darauf verwüstet. Mehrere Scheiben platzen unter der Druckwelle, überall verteilt liegen Splitter, Putz und verkohlte Teile der Deckenverkleidung bedecken den Boden. Im angrenzenden Empfangsbereich des Rathauses ist Mitarbeiterin Petra Klose wenige Stunden nach der dreisten Tat eilig damit beschäftigt, die wichtigsten Unterlagen zusammenzusuchen und umzuziehen. „Hier ist heute kein Arbeiten mehr möglich“, sagt sie, während im Hintergrund Herren von der Spurensicherung versuchen, Beweismittel zu sichern. Bekannt ist bislang nur, dass die Täter im direkten Anschluss an ihren geglückten Beutezug mit einem dunklen Chrysler Kombi in Fahrtrichtung Bendorf flüchten können. Die Polizei schätzt den entstandenen Schaden am Gebäude und am Automaten auf eine hohe fünfstellige Summe.

Quelle: YouTube (erweiteter Datenschutzmodus)
  • Herbert Schlich, Kriminalhauptkommissar beim Polizeipräsidium Koblenz und Mitarbeiter der Arbeitsgruppe Bandenkriminalität, im Interview mit unserer Zeitung.

Zur Höhe der Beute und ob die entwendeten Scheine durch eine Sicherheitsvorkehrung nun markiert sind, dazu wollte Wilhelm Höser, Vorstandsvorsitzender der Westerwald Bank, aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben machen. Er ist allerdings froh, dass es trotz der Detonation zu keinen Personenschäden kam. Den Kunden der Kannenbäckerstadt verspricht Höser: „Sobald die Ermittlungen und Aufräumarbeiten es erlauben, werden wir sofort mit dem Wiederaufbau des Standortes beginnen und das Gerät ersetzen.“

VG-Bürgermeister Thilo Becker, der sich nach Alarmierung durch die Feuerwehr bereits in der Nacht ein Bild von den Schäden macht, ist fassungslos. „Mein erster Gedanke war: Das ist schon ganz schön dreist, wo sich direkt gegenüber doch eine Polizeiwache befindet.“ Diese ist in Höhr-Grenzhausen allerdings nachts von 22 bis 6 Uhr nicht besetzt, was vermutlich auch den Tätern zuvor beim Ausspähen der Örtlichkeit nicht verborgen geblieben ist. „Da sieht man einmal mehr, wie professionell die vorgehen“, ergänzt der Verwaltungschef. „Es gibt Sachen, die braucht kein Mensch.“

Die Zahl der Sprengungen von Geldautomaten in der Region hat in den vergangenen Jahren sukzessive zugenommen: Während im Jahr 2012 noch kein einziger Automat in Rheinland-Pfalz gesprengt wurde, waren es nach Angaben des Landeskriminalamtes im vergangenen Jahr 23 Sprengungen, in zwölf Fällen hiervon blieb es beim Versuch. Zuletzt kam es in der Nacht zum 10. Februar im rheinhessischen Oppenheim zu einer erfolgreichen Automatensprengung. Hier wurde ein Gerät der Sparda-Bank im Nebengebäude der Verbandsgemeindeverwaltung Rhein-Selz in die Luft gejagt. Nicht zuletzt aufgrund der steigenden Fallzahlen wurde unlängst unter der Führung des Polizeipräsidiums Mainz eine zentrale Ermittlungsgruppe für Rheinland-Pfalz, die Arbeitsgemeinschaft Bandenkriminalität, eingerichtet.

Beim nun in der Kannenbäckerstadt entstandenen Schaden hofft Thilo Becker auf eine unbürokratische Zusammenarbeit mit den Versicherungen und dem betroffenen Geldinstitut. Erste Gespräche seien bereits geführt. An einer Erneuerung des Vorraumes werde die Stadt nicht vorbeikommen, so seine Einschätzung. Um den Gebäudeschutz bis zum Start der Arbeiten zu gewährleisten, befestigten Bauhofmitarbeiter noch am Freitag einen provisorischen Holzverschlag am beschädigten Gebäudeeingang. Der Betrieb der Verbandsgemeindeverwaltung lief während des gesamten Freitags nur mit Einschränkungen. Bürger die das Rathaus in den kommenden Tagen in einer Angelegenheit aufsuchen müssen, können dieses derzeit nur über den Hintereingang am Parkplatz betreten.

Von unseren Reportern Andreas Egenolf und Martin Boldt

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