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    Hachenburg

    Minigolfanlage droht das Aus: Betreiber der Traditionseinrichtung findet keinen Nachfolger

    Eine Hachenburger Traditionseinrichtung steht möglicherweise am Ende dieses Sommers vor dem Aus: Der 77-jährige Heini Kohlhaas, der die 1966 errichtete Minigolfanlage im Burggarten 1985 übernommen hat, möchte nach dieser Saison aus Altersgründen kürzertreten. Bislang jedoch hat sich noch niemand gefunden, der den Betrieb und vor allem die Pflege des idyllischen Freizeitgeländes fortführen möchte.

    Minigolf ist Heini Kohlhaas' große Leidenschaft. Schweren Herzens möchte er seine Anlage im Burggarten nun aber abgeben.  Foto: Nadja Hoffmann-Heidrich
    Minigolf ist Heini Kohlhaas' große Leidenschaft. Schweren Herzens möchte er seine Anlage im Burggarten nun aber abgeben.
    Foto: Nadja Hoffmann-Heidrich

    Die Anlage selbst mit ihren 18 Bahnen, einem Häuschen, Freisitz und Kinderschaukel gehört Kohlhaas, das Gelände, auf dem das alles steht, befindet sich im Eigentum der Stadt, die, wie am Rande der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses öffentlich verlautbart wurde, ebenfalls – nach Rücksprache mit dem Eigentümer – einen Nachfolger sucht.

    Seit 32 Jahren verbringt Kohlhaas nahezu jeden Schön-Wetter-Nachmittag zwischen Ostern und Oktober auf seinem Platz. Er macht die Kasse, gibt Schläger, Bälle und Spielzettel aus, übernimmt die Bewirtung der Gäste mit Getränken und Eis und hält die gesamte Anlage, die ohne Sanierung übernommen werden kann, in Schuss. Vor allem das Mähen und die übrige Pflege werden für den 77-Jährigen aber zunehmend zur körperlichen Belastung. „Die Organisation und Durchführung des eigentlichen Spielbetriebs könnte ich ja weiterhin noch übernehmen, aber der Rest ist mir einfach zu viel“, gesteht er schweren Herzens.

    Minigolf ist Kohlhaas' Leben. Ende der 60er, als die Anlage gebaut wurde, wurde er mit dem Spielfieber infiziert, das ihn bis heute nicht mehr losgelassen hat. Und so hat er früher selbst fast jeden Tag hier erfolgreich seine Schläge trainiert, war sogar Deutscher Meister und Europameister im Minigolf. Als ihm der Platz dann 1985 zur Übernahme angeboten wurde, musste er nicht lange überlegen – und das, obwohl er zu dieser Zeit noch hauptberuflich als Hausmeister an der Graf-Heinrich-Realschule tätig war. In den 70er- und 80er-Jahren wurden auf dem Gelände die Deutschen Meisterschaften für Jugendliche, Herren und Damen ausgetragen, ebenso diverse Freundschaftsturniere.

    Erst vor wenigen Tagen fand hier noch ein Spieltag in der Serie zur Landesmeisterschaft statt. Doch der große Minigolf-Boom aus früheren Tagen ist in Hachenburg (im Moment zumindest) vorbei. „Früher kamen regelmäßig vor allem viele Kinder aus der Stadt und aus den umliegenden Orten hierher zum Spielen. Manch einer habe täglich seine Hausaufgaben hier gemacht. „Aber mittlerweile spielen die jungen Leute lieber Computer oder Konsole“, mutmaßt Kohlhaas. Hin und wieder melden sich noch Schulklassen für einen Besuch an. Die meisten Gäste sind inzwischen aber Touristen, die insbesondere an den Wochenenden für Leben auf der Anlage sorgen. Vorbei auch die großen Zeiten des MGSC (Minigolf-Sportclub) Hachenburg, der in seiner Hochphase 48 Mitglieder zählte und damals auch erfolgreiche Nachwuchsspieler hervorbrachte. Heute sind es noch acht mehr oder wenige aktive Mitglieder, den Vereinsvorsitz hat Heini Kohlhaas inne.

    Reich werden, so der 77-Jährige, konnte er mit dem Minigolfplatz nie. „Das ist reiner Idealismus, reine Leidenschaft. Da bleibt finanziell nichts hängen“, betont er. „Aber Minigolf macht einfach immer noch Spaß, jedes Spiel ist eine neue Herausforderung, weil der Ball immer anders liegt“, fasst Heini Kohlhaas seine Motivation zusammen.

    Von unserer Redakteurin Nadja Hoffmann-Heidrich

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