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Westerwaldkreis

Medizinische Versorgung: Betreuungsangebot soll Fachkräfte anlocken

Wie kann im Westerwaldkreis die medizinische Versorgung künftig flächendeckend gewährleistet werden? Fakt ist: Einer Hochrechnung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) zufolge steigt die Zahl der Hausarztpatienten, die älter als 64 Jahre sind, bis zum Jahr 2030 um 33 Prozent.

Medizinische Versorgung
Wie sieht die medizinische Versorgung im Westerwald künftig aus? Ein neues Betreuungsangebot soll Fachkräfte anlocken.
Foto: Jens Büttner – dpa

Von unserer Redakteurin Silke Müller

Gleichzeitig zeichnet sich auf dem Land ein Hausärztemangel ab. Gab es Ende der 1990er-Jahre noch 116 Allgemeinmediziner, so verzeichnete das Statistische Landesamt in Bad Ems für 2014 im Westerwaldkreis nur noch 105 praktische Ärzte. Der KV zufolge liegt der Nachsetzungsbedarf bis zum Jahr 2020 bei 62 Hausärzten. Das entspricht mit 49 Prozent knapp der Hälfte der Allgemeinmediziner im Kreis. Die durchschnittliche Entfernung zur nächstgelegenen Hausarztpraxis im Kreis beträgt der KV zufolge derzeit 1,96 Kilometer, die Distanz zur tatsächlich aufgesuchten Praxis liegt bei durchschnittlich 4,9 Kilometer.

Auf Anfrage unserer Zeitung, was an Ort und Stelle getan werden kann, um junge Allgemeinmediziner in den Westerwaldkreis zu locken, heißt es seitens der Kreisverwaltung: "Im Grunde genommen kann ein Landkreis relativ wenig dazu tun, dass sich Ärzte auf seinem Kreisgebiet niederlassen." Nach Ansicht der Behörde in Montabaur sind zunächst der Gesetzgeber, die Kultusministerkonferenz, Hochschulrektorenkonferenz, die Ärzteverbände, die Kassenärztlichen Vereinigungen oder auch die Krankenkassen gefordert, dies zu bewirken.

"Der ,Kauf' von Medizinstudienplätzen durch eine Gebietskörperschaft mit der Absicht, angehende Ärzte dann vertraglich an eine Region zu binden – das wurde im Landkreistag diskutiert -, kann nach Ansicht von Landrat Achim Schwickert nur die Ultima Ratio sein", so die Kreisverwaltung. Sie weist darauf hin, dass dafür viele Gesetze verändert werden müssten, der Numerus Clausus müsste beispielsweise aufgebrochen werden. "Eine solche Lösung kann nur auf Landes- oder Bundesebene angegangen werden", betont Landrat Achim Schwickert.

Auch die Gründung von Medizinischen Versorgungszentren kann nur erfolgreich sein, wenn die Initiative von Ärzten selbst ausgeht, unterstreicht der Landrat. Gebäude und Investitionen seien dann kein Problem. "Man muss zuerst die Ärzte dazu haben, ein Investor für die Gebäude findet sich dann automatisch", heißt es vonseiten der Kreisverwaltung. Der Kreis könne indes bei der Beschaffung eines Grundstücks, des Schaffens einer entsprechenden Infrastruktur oder – falls erforderlich – bei einer Änderung des Bebauungsplans unterstützend wirken. Er könne darüber hinaus auch seine Hilfe anbieten, falls für den Lebens- oder Ehepartner eines niederlassungswilligen Arztes ein Arbeitsplatz gefunden werden muss. Der Landrat fordert zudem die Einrichtung eines Lehrstuhls für Allgemeinmedizin, an dem dann die zukünftigen Allgemeinmediziner ausgebildet werden.

Um attraktiv für Fachkräfte aller Art zu sein, ist der Westerwaldkreis, wie die Kreisverwaltung unterstreicht, seit Jahren darum bemüht, ein engmaschiges Betreuungsangebot auch für Kleinkinder aufzubauen. "Mit der 26. Fortschreibung des Kindertagesstättenbedarfsplans stellt der Kreis im laufenden Jahr weitere 3 Millionen Euro für den Ausbau seiner Kindertagesstätten, hier vor allem für den Ausbau der Ganztagsbetreuung, bereit. Auch der Ausbau der kreiseigenen Schulen zu Ganztagseinrichtungen wird weiter vorangetrieben", teilt die Behörde mit.

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