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Langlaufstadt mit Tradition: Loipenspurer sorgen seit Jahren für gute Bedingungen

Skilanglauf hat in Bad Marienberg eine lange Tradition. Ende der 60er-Jahre wurde diese Sportart sogar als Unterrichtsfach an den örtlichen Schulen eingeführt, erinnern sich die beiden Rentner Walter Stolz (75) und Bernhard Ruff (74) noch gut. Sie selbst sind dem Skilanglauf eng verbunden: früher als aktive Athleten, heute als Loipenspurer im Auftrag der Tourist-Info Bad Marienberg.

Fast wie in Alaska: Bad Marienbergs Loipenspurer Walter Stolz liebt es, mit dem Schneemobil durch die weiße Pracht zu fahren. Er wechselt sich beim Spuren mit Bernhard Ruff ab. Foto: Archiv Röder-Moldenhauer
Fast wie in Alaska: Bad Marienbergs Loipenspurer Walter Stolz liebt es, mit dem Schneemobil durch die weiße Pracht zu fahren. Er wechselt sich beim Spuren mit Bernhard Ruff ab.
Foto: Archiv Röder-Moldenhauer

Ihr Einsatz beginnt bereits im Spätherbst, vor dem ersten Schneefall der Saison. Denn auch wenn es in der Kneippstadt mittlerweile nur noch selten die Schneemengen wie in früheren Jahrzehnten gibt, locken die Loipen bei entsprechender Witterung immer noch viele Wintersportler an. Und wenn die weiße Pracht da ist, muss alles vorbereitet sein, berichten Stolz und Ruff im Gespräch mit der WZ. So haben sie in den vergangenen Wochen die Loipen ausgeschildert: Dazu mussten sie zahlreiche Hinweistafeln im Gelände errichten. Eine frühzeitige Überprüfung des 125-PS-starken Schneemobils, das zum eigentlichen Spuren eingesetzt wird, gehört ebenfalls zu ihren Aufgaben. Für die Männer ist es immer wieder ein besonderer Reiz, mit dem motorisierten Schlitten durch die verschneite Landschaft zu fahren, berichten sie augenzwinkernd. Beim Spuren sind sie dann mit 15 bis 20 km/h unterwegs. „Klar machen wir diesen Dienst gerne“, betonen sie.

Da der Schnee oft über Nacht kommt, müssen Stolz und Ruff bisweilen früh raus, um die Spuren für die Langläufer zu präparieren. Bei andauerndem Schneefall ist sie auch schon mal eine zweite Fahrt mit dem Mobil angesagt. „An echten Wintertagen steht unser Schneetelefon nicht still“, weiß Kerstin Schmidt von der Tourist-Info um die Bedeutung des Wintersports für die Stadt. Stolz und Ruff ist sie dankbar für ihren Einsatz, der mit einem kleinen Honorar belohnt wird. „Als Rentner sind die beiden relativ flexibel und können bei Neuschnee kurzfristig reagieren“, so Schmidt weiter.

Stolz übt diese Aufgabe bereits seit 15 Jahren aus, Ruff stieß vor rund 8 Jahren hinzu. „Ich war halt schon immer schneeverrückt“, berichtet Stolz lächelnd. Und dann erzählt er von legendären Langlauftouren, die früher von Bad Marienberg nach Nisterau führten und mit einer fröhlichen Einkehr in der Wirtschaft endeten. „Sogar Norbert Blüm war schon bei mancher Tour dabei. Auch Schulmeisterschaften im Langlauf wurden seinerzeit noch ausgetragen.

Foto: by-studio – Foto

Heutzutage sind es vor allem Tagesgäste aus dem Rhein-Main-Gebiet und aus dem Raum Köln-Bonn, die sich morgens zunächst bei der Tourist-Info nach den Schneebedingungen erkundigen und dann hierherkommen. „20-25 Zentimeter Schnee brauchen wir schon für einen vernünftigen Untergrund“, informieren Stolz und Ruff. Eineinhalb bis zwei Stunden dauert es pro Einsatz, bis das gut 20 Kilometer lange Loipennetz rund um Bad Marienberg vollständig gespurt ist. Besonders beliebt bei Besuchern und Einheimischen ist die Wildpark-Runde, bei der hinterher die Möglichkeit zur Einkehr in einem der verschiedenen Gastronomiebetriebe dort besteht. Der gemütliche Abschluss wird neuerdings durch eine Spur bis zum Ziegengehege im Wildpark noch erleichtert.

Loipennutzung, ausreichend Parkplätze und das alles kostenlos: Die Mitarbeiterinnen der Tourist-Info sind bemüht, den Sportlern ein attraktives Angebot für einen ganzen Tag in der Badestadt zu unterbreiten. „Wir sind kein Ziel für mehrtägige Skiurlaube, werden aber als Wintersportort für Tagesgäste durchaus wahrgenommen“, erläutert Kerstin Schmidt.

Zwei Personengruppen machen ihr, den beiden Loipenspurern Stolz und Ruff sowie allen Langlauffans in Bad Marienberg jedoch zu schaffen: Spaziergänger, die trotz Hinweisschildern und jährlichem Appell durch die Spuren stapfen und diese damit ebenso zerstören wie bestimmte Autofahrer, die ihre Fahrzeuge allzu gerne auf verschneiten Waldwegen austesten. „Die Räder von Allradwagen dringen bis auf den Grund vor. Da ist keine Spur mehr möglich“, sagen Stolz und Ruff, die in diesem Winter, sofern er denn schneereich wird, auf mehr Rücksichtnahme hoffen.

Nadja Hoffmann-Heidrich

Viele Möglichkeiten in der Region

Wintersportler oder diejenigen, die es vielleicht werden wollen, haben in der Region viele Möglichkeiten, um auf ihre Kosten zu kommen. Wir haben ein paar Ziele aufgelistet.

Westerburg

Sobald es die Witterung zulässt, lässt der Ski Club Westerburg den Skilift in Westerburg montags bis freitags von 14 bis 19 Uhr und am Wochenende von 13 bis 19 Uhr laufen. Die Abfahrtspiste mit Schlepplift ist etwa 300 Meter lang und ist mit Flutlicht ausgestattet. Die Skipiste bietet eine herrliche Aussicht. Wer in gemütlicher Atmosphäre eine Pause einlegen möchte, der kann sich in der urigen Hütte des Ski-Clubs aufwärmen. Das Schlittenfahren ist kostenfrei möglich. Mehr Infos gibt es auf der Homepage  www.ski-club- westerburg.de oder unter Telefon 02663/4753.

Höhn

Der Skiclub Höhn öffnet seinen Skilift und die Skihütte je nach Schneelage. Wer sichergehen will, kann sich über das Hüttentelefon informieren: Tel. 02661/404 69, ob sich eine Anreise lohnt. Die Liftanlage befindet sich am Ortsausgang Höhn-Schönberg, in Richtung Bad Marienberg, auf der rechten Seite. Parkmöglichkeiten gibt es kostenlos auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Die Abfahrtspiste führt etwa 700 Meter leicht geschwungen durch den Wald bis zur etwa 80 Höhenmeter tiefer gelegenen Talstation des Schlepplifts. An der Bergstation befindet sich ein Babylift für die kleinsten Skihasen. Beide Liftanlagen sind mit Flutlicht ausgestattet. Es gibt auch eine Ski-Schule sowie eine Rodelbahn. Weitere Infos stehen auf der Homepage  www.skiclub-hoehn.de

Foto: xxx

Stein-Neukirch

Der Skihang des WSV Salzburger Kopf ist ein optimales Ausflugsziel für Familien mit Kindern. Der breite Hang mit seinem gleichmäßigen Gefälle ist insbesondere für Anfänger sehr gut geeignet. Skilift und Snowtube haben bei entsprechenden Schneeverhältnissen täglich geöffnet und zwar in der Zeit von Montag bis Freitag von 15 bis 19 Uhr und am Wochenende sowie an Feiertagen von 11 bis 19 Uhr. Weitere Infos gibt es auf der Homepage des Wintersportvereins  www.wsv-salzburgerkopf.de oder am Schneetelefon unter 02667/333.

Oberrod

Zum Skifahren und Snowboarden stehen im Skigebiet Knoten bei Oberrod 400 Meter Piste zur Verfügung. Ein Lift befördert die Gäste. Es ist ein kleines Skigebiet, das mit sehr viel Engagement vom Ski-Club Elz betrieben wird. Seit dem Winter 2016 ist hier auch ein richtiger Schlepplift in Betrieb, der früher in der Ramsau stand und mit viel Mühe in Oberrod installiert wurde. Die Piste am Oberroder Knoten ist leicht und bestens für Anfänger und Familien geeignet. Für einen gemütlichen Ausklang sorgt die vereinseigene Skihütte. Weitere Infos:  www.ski-club-elz.de

VG Bad Marienberg

Langlauf, Abfahrtski, Rodeln: In der VG Bad Marienberg ist für die Wintersportler vieles im Angebot. Alpinski ist beispielsweise im Skizentrum Schorrberg (Höhenlage: 500 Meter) in der Kneippstadt möglich. Informationen zu Öffnungszeiten, Preisen etc. findet man im Internet unter www.sc-bad-marienberg-unnau.de. Auch in Kirburg ist Abfahrtski möglich. Einen Überblick über das Angebot dort gibt's im Internet unter www.sc-kirburg.de. Rodelfans kommen auf dem rund 200 Meter langen Hang im Marmer Wildpark auf ihre Kosten. Allgemeine Informationen zu Schneehöhen und Loipenbedingungen in der Stadt Bad Marienberg erhält man bei der Tourist-Info unter der Telefonnummer 02661/7031.

Wäller Land

Auf der Internetseite www.waellerland.de können sich die Wintersportfreunde rasch einen Überblick verschaffen, welche Möglichkeiten es für sie in dem Wäller Land gibt, das sich über die Orte der Verbandsgemeinden Wallmerod und Westerburg erstreckt.

Hachenburg

Am Skihang „Köppchen“ (oberhalb vom Stadion) in Hachenburg kann vom Schneepflug bis zur ausgefeilten Carvingtechnik alles geübt werden, während Nicht-Skifahrer rodeln oder es sich in der Skihütte gut gehen lassen. Infos im Internet unter www.tus-hachenburg.de/tus-outdoor/ski.html

Elz

Bereits zum 15. Mal erfreut sich ganz Elz und Umgebung an seinem für diese Region einzigartigen Wintermärchen dem „Elzer Eiszauber“. Rund 300 Quadratmeter ist sie groß, die Eisfläche auf dem Elzer Rathausplatz. Bis zum 17. Dezember kann dort wieder nach Herzenslust dem Eislaufvergnügen gefrönt werden.

Auch in diesem Jahr leuchtet der Eiszauber wieder unter freiem Himmel als ganz besonderer Stern. Noch geplante Höhepunkte auf der Eisbahn: Donnerstag, 8. Dezember, ab 19.30 Uhr, Nikolausverlosung; Freitag, 9. Dezember, ab 20 Uhr, 70er-, 80er- und 90er-Party. Donnerstag, 14. Dezember, 19-21 Uhr, After-Work-Party; Freitag, 15. Dezember, 20-22 Uhr, Hüttenzauber; Samstag, 16. Dezember, ab 20 Uhr, The Limdom Buskers. Weitere Infos unter  www.elz.de

Neuwied

Wer sich aufs Eis wagen will, der ist im Neuwieder Icehouse gut aufgehoben. Pirouettenkünstler und Anfänger können sich zu den Laufzeiten hier gleichermaßen ausprobieren. Wer wann und zu welchen Preisen aufs Eis kann, das erfahren Besucher auf der Internetseite www.icehouseneuwied.de. Derzeit bietet die Halle aber täglich die Möglichkeit, dem rutschigen Spaß zu frönen.

Diez

Wenn die Eissport Gemeinschaft Diez-Limburg die Fläche nicht braucht, um Eishockey zu spielen und fürs nächste Spiel zu trainieren, kann jedermann die Halle nutzen, um sich auf Kufen zu versuchen. Für die genauen Öffnungszeiten lohnt sich der Blick auf die Internetseite unter www.eissportdiez.de, wo Nutzer auch weitere Informationen zu Preisen und dem Materialverleih bekommen.

Montabaur Hachenburg
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