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Sainscheid

Kölbinger ist entschlossen: Mit 25 schon Chef eines Autohauses

Angela Baumeier

Im Industriegebiet und für viele Kunden ist in Westerburg-Sainscheid eine Ära zu Ende gegangen: Günter Preußer hat seine Firma „Toyota Preußer GmbH“ an seinen Nachfolger Sebastian Dietershagen verkauft. In die jetzige „SD Automobil GmbH“ wurde das vertraute Toyota-Team übernommen. Als Chef kehrt damit Sebastian Dietershagen an die Stelle zurück, wo seine berufliche Laufbahn begann: Er absolvierte seine KFZ-Mechatroniker-Ausbildung bei Preußer. „Das ist mein Traumberuf“, da war sich der heute 25-Jährige schon als Jugendlicher sicher. Dass er in Sainscheid in die Lehre ging, hatte auch ganz praktische Gründe, denn Dietershagen wohnte im Nachbarort Kölbingen.

Günter Preußer (rechts) hat seine Firma an seinen Nachfolger Sebastian Dietershagen verkauft. Die Belegschaft wurde übernommen. Foto: Röder-Moldenhauer
Günter Preußer (rechts) hat seine Firma an seinen Nachfolger Sebastian Dietershagen verkauft. Die Belegschaft wurde übernommen.
Foto: Röder-Moldenhauer

Insgesamt hat Günter Preußer, der sich mit 27 Jahren selbstständig machte, 22 Azubis erfolgreich ausgebildet. „Eigentlich wollte ich mit einem Kompagnon einen Gebrauchtwagenhandel aufmachen“, erinnert sich der 69-Jährige schmunzelnd. „Ich wollte mich nicht kommandieren lassen, selbst meinen Mann stehen und selbst entscheiden können“, nennt er die Motive, die ihn das Wagnis der Selbstständigkeit eingehen ließen. Schnell wurde ihm klar, dass das mit dem Gebrauchtwagenhandel keine so gute Idee war. Was folgte, war die Erfolgsgeschichte des Autohauses Preußer, die 1976 begann.

Auch Dietershagen ist von dem Virus der Selbstständigkeit infiziert. Die nötigen Voraussetzungen dafür hat er kurz nach Abschluss seiner Lehre 2012 anvisiert: Nur wenige Monate nach dem erfolgreichen Abschluss der Lehrzeit begann er mit der Meisterschule, die er mit 20 Jahren als einer der jüngsten und zugleich besten Meister der Innung abschloss. Dann sammelte er weitere Berufserfahrung und Führungsqualitäten als langjähriger KFZ-Meister und selbstständiger Werkstattleiter: 2013 gründete er den „KFZ-Service Dietershagen“.

Als er davon hörte, dass Günter Preußer einen Nachfolger für seine Firma suchte, entschloss er sich, den Schritt für die Gesellschafterübernahme zu machen. Rund ein halbes Jahr brauchte es, ehe die Firmenübernahme in trockenen Tüchern war. Er übernimmt dabei ein Unternehmen, das sich seit seiner Gründung 1976 kräftig weiterentwickelt hat. „Die größten Veränderungen haben sich bei der Technik vollzogen. Früher war mehr Mechanik gefragt, heute Elektronik“, berichtet Preußer. Aber auch das Käuferverhalten habe sich gravierend verändert: Die Leute sind heute durch das Internet sehr gut vorinformiert, vor allem was Preise und Leistungen betrifft. Preußer sagt: Umso wichtiger ist es, einen festen Kundenstamm zu haben. Mit seinem jungen Nachfolger ist er sich einig, wie dieser zu gewinnen ist: durch Vertrauen, Zuverlässigkeit und Qualität. „Der Kunde ist unser Kapital“, lautete stets der Leitsatz des Geschäftsmannes Preußer. Und Dietershagen bekräftigt: „Wir wollen mit Qualität überzeugen.“

Als Preußer vor rund drei Jahren begann, sich nach einem Nachfolger umzuschauen, suchte er nach „einem absoluten Fachmann, der alles übernimmt, also Werkstatt und Verkauf – samt Personal. Damit sich für die Kundschaft nichts ändert“. Mit Dietershagen fand er den richtigen Mann, der wie ein Familienmitglied aufgenommen wurde. Er habe sich optimal auf diesen „Job“ vorbereitet, sagt Dietershagen, der für seine Firma „SD Automobil GmbH“ weitere Pläne schmiedet. Der Werkstattbereich soll erweitert, die Dienstleistung neben Toyota auch auf freie Hersteller ausgedehnt werden. Ebenso soll der Gebrauchtwagenbereich künftig alle Marken umfassen.

Noch ist die Firmenübergabe zu frisch, als dass schon wieder Alltag in die Firma eingezogen sein könnte. „Wenn der Wandel vollzogen ist, werden wir auch ausbilden“, blickt Sebastian Dietershagen optimistisch in die Zukunft. Mit der Zeit zu gehen, das heißt für ihn auch, offen zu sein für neue Technologien wie Elektro- und Wasserstoffkraftfahrzeuge. „Wir wollen aber nicht gleich alles verändern, sondern gehen Stück für Stück“, versichert der 25-Jährige, der von sich selbst sagt: „Mein Hobby ist die Werkstatt und die Familie, zu der neben der Lebensgefährtin auch das erste Kind gehört. Mehr Zeit ist nicht.“

Von unserer Reporterin Angela Baumeier

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