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    Montabaur

    Kirchenpräsident und Bischof im Westerwald: Sehnen nach gemeinsamem Abendmahl ist groß

    Das gemeinsame Abendmahl ist ein großes Thema, das auch von den katholischen und evangelischen Christen im Westerwald förmlich herbeigesehnt wird. Das – und noch viel mehr – wurde bei der Podiumsdiskussion zwischen Kirchenpräsident Volker Jung und Bischof Georg Bätzing in Montabaur deutlich. Und das Thema Reformation war offenbar so interessant, dass es für ein volles Haus Mons Tabor sorgte – mitten am Samstagnachmittag.

    Foto: Markus Müller

    Schon der Termin war gut gewählt, stellte der katholische Bezirksdekan Heinz-Walter Barthenheier fest: 500 Jahre Reformation, 70 Jahre Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, ein Jahr Georg Bätzing Bischof von Limburg und Jom Kippur, das Versöhnungsfest der Juden. In der Diskussion ging es schnell an grundsätzliche Fragen, die sich fast alle um eine Reformation im weitesten Sinne drehten: Einheit der Kirche, Strukturreformen innerhalb der Kirche, neues Denken bei Homosexualität oder auch im politischen Leben und vieles mehr.

    Moderator Meinhard Schmidt-Degenhard möchte gleich zu Beginn wissen, wie die Kirchen mit Christen umgehen, die sich offen zur AfD bekennen. „Kirche ist ein Querschnitt der Gesellschaft“, so Jung, „da verwundert es nicht, wenn auch Christen bereit sind, extreme Positionen zu wählen.“ Das sei aber auch „sehr erschreckend“, insbesondere weil einige AfD-Positionen mit einem christlichen Menschenbild nicht vereinbar seien. Georg Bätzing rief dazu auf, gerade bei Rassismus klare Kante zu zeigen. Beide waren sich einig, dass man sich immer wieder fragen müsse, was Jesus heute dazu sagen würde.

    Was finden die Kirchenführer an der jeweils anderen Kirche sympathisch? Bätzing: „Dass sie immer synodal miteinander unterwegs sind.“ Und Jung? „Dass die Katholiken so schöne Gottesdienste feiern können. Unsere werden manchmal im Ablauf zerredet.“ „Das gibt's bei uns auch“, ruft der Bischof lachend dazwischen.

    Ernst werden beide beim Thema Ehe für alle. „Wir dürfen diese Menschen weder abstempeln noch ausschließen“, betont Bätzing. „Aber wir sind in einer hilflosen Situation. Denn für uns ist die Ehe zwischen Mann und Frau ein Sakrament.“ Jung hat Verständnis für diese Zwickmühle: „Wir tun uns mit diesem Thema leichter, weil es bei uns das Sakrament der Ehe nicht gibt. Ich habe aber großes Verständnis dafür, wenn man mit diesem Thema theologisch ringt.“

    Das Verständnis für die Positionen der jeweils anderen Seite ist meist groß, auch beim Thema Einheit der Kirchen, die auch die Zuhörer Fragen stellen lässt, wie die, warum die evangelischen Pfarrer auch Katholiken einladen, die umgekehrt aber nicht. Bätzing bezieht da eine für viele überraschende Position: „Ich habe niemanden ein- oder auszuladen. Wer seinem Gewissen folgt, dem habe ich die Kommunion nicht zu verwehren.“ Volker Jung sieht das Noch-Trennende ganz realistisch. „Es schmerzt, wenn man das Sakrament nicht miteinander teilen kann. Aber es ist unangebracht, übergriffig zu werden und es einzufordern. So etwas ist respektlos.“

    Bei allen Unterschieden: Jung und Bätzing sprechen in Montabaur dieselbe Sprache. Am Ende des Reformationsjahres hoffen sie, dass das Motto „Gott neu entdecken“ jeden Einzelnen zum Nachdenken bringt. In Bezug auf die Strukturreformen in beiden Kirchen auch darüber, ob in einer Zeit, in der alles großräumiger gedacht wird, das auch in der Kirche nötig ist. Abschließend riefen der Kirchenpräsident wie der Bischof dazu auf, von seinem Glauben Zeugnis zu geben: „Als Christen müssen wird gemeinsam den Nichtchristen im Dorf, in der Stadt immer zeigen, was Kirche ist.“

    Von unserem Redaktionsleiter Markus Müller

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