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    Montabaur

    Historischer Roman über Mord in Ehrenbreitstein

    Autor Gerd Küppers hat die Ereignisse um einen Mord in Ehrenbreistein aus dem Jahr 1860 neu aufgearbeitet.

    Gerd Küppers hält den ersten historischen Roman in Händen, der aus seiner Feder stammt. Allerdings arbeitet er bereits an seinem nächsten Werk mit historischem Bezug.
    Gerd Küppers hält den ersten historischen Roman in Händen, der aus seiner Feder stammt. Allerdings arbeitet er bereits an seinem nächsten Werk mit historischem Bezug.
    Foto: Verena Hallermann

    Von unserer Reporterin

    Verena Hallermann

    Es sind makabre Szenen, die der Autor Gerd Küppers aus Montabaur auf den ersten Seiten seines historischen Romans „Der Mordfall Johann Meder“ schildert: Ein Mann steht mit einer Axt über sein Opfer im Schlafzimmer gebeugt. Dumpfe Schläge und ein widerliches Knirschen durchbrechen die nächtliche Ruhe. Das Opfer wälzt sich hin und her, bis er sich nicht mehr rührt. Blut, Gehirn und Haare vermischen sich zu einer unidentifizierbaren Masse. Nebenan schläft ein Kind friedlich.

    Küppers erzählt in seinem Roman die wahre Geschichte eines Mordfalls aus dem Jahr 1860, der sich in Koblenz-Ehrenbreitenstein ereignet hat. „Ich habe mich sehr nah an den Fakten orientiert“, erklärt Küppers. „Ich stütze mich auf Aussagen, die zur damaligen Zeit vor Gericht abgegeben wurden.“

    Seine Quelle ist eine alte Gerichtsakte vom königlichen Schwurgericht zu Neuwied, die über 180 Seiten den Mord an den Gastwirt Johann Meder dokumentiert. Seite für Seite ist Küppers die Berichte durchgegangen, um den Sachverhalt aufzudecken. „Das war Detektivarbeit“, sagt der 72-jährige pensionierte Lehrer. „Die Aussagen waren zum Teil widersprüchlich. Ich habe versucht herauszufinden, wer von den Zeugen die Wahrheit sagt.“ Nach einer gewissen Zeit hat er sich seine Theorie gebildet. Einige Male hatte er seine Geschichte umgeschrieben, weil die Szenen nicht zusammenpassten. „Als ich wusste, dass meine Version nah an die Wirklichkeit herankommt, war ich zufrieden“, meint der Autor. „Die Hauptarbeit war wirklich die Recherche.“ Ein Jahr hat er gebraucht, um die Ereignisse zu rekonstruieren und literarisch aufzuarbeiten. Auf 124 Seiten erzählt er, wie Lehrer Joseph Keller den Mann seiner Geliebten Christine, die ihm bei dem Mord Beihilfe leistete, brutal erschlug. Der Fall hat 1860 für viel Aufmerksamkeit in der Region gesorgt. Der Bericht vom Prozess wurde damals vom Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz als Buch veröffentlicht. Kurz nach der Veröffentlichung musste eine zweite Auflage gedruckt werden.

    Anders als in vielen anderen Romanen steht in Küppers Werk der Mord am Anfang der Geschichte. Es ist kein Detektivroman, in dem der Mörder erst noch gesucht werden muss. Die Handlung setzt dann ein, als die Mordgehilfin Christine aus dem Zuchthaus in Siegburg entlassen wird. Mehr als 40 Jahren hatte sie in ihrer Zelle verbracht. Ab da erzählt Küppers ihre Erlebnisse, über ihre strenge Kindheit in den 40er-Jahren, den Hieben ihrer Lehrer, und wie es überhaupt zu dem Mordkomplott kommen konnte.

    Der Roman ist aus Sicht der Geliebten geschrieben. Detailliert schildert Küppers ihre Beobachtungen beim Mord, wie die frischen Bluttropfen glitzern, das Röcheln ihres Manns verstummt. „Ich wollte für die Frau Partei ergreifen“, erklärt Küppers die Wahl seiner Perspektive. „Sie wurde in der Akte als böses Weib, als Hexe dargestellt, dabei war sie das Opfer.“ Das Buch ist mehr als die bloße Wiedergabe eines Mordfalls aus dem 19. Jahrhundert. Es ist ein Abbild einer damaligen Gesellschaft, in denen Frauen unterdrückt, misshandelt und zwangsverheiratet wurden. „Das ist das Gegenteil von Rheinromantik“, betont Küppers. „Das war eine schlimme Zeit.“

    Gerd Küppers stellt seinen Roman „Der Mordfall Johann Meder“ am Samstag, 12. März, um 15 Uhr in der Buchhandlung Erlesenes in Montabaur vor.

    Montabaur Hachenburg
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