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Simmern

Geplanter Hühnerstall in Simmern sorgt weiter für Protest

Scharfer Protest gegen die Anlage für Legehennen auf dem Hühnerberg kommt von den Anliegern in der Siebenbornstraße und der Hölscheter Wiese in Simmern. Sie haben sich zu einer Anwohnergemeinschaft zusammengetan und an Achim Schwickert, Landrat des Westerwaldkreises, geschrieben und ihren Unmut über das Projekt kundgetan. Sie wollen das Vorhaben verhindern und legen die Gründe für die Ablehnung in ihrem Brief dar.

Simmern. Scharfer Protest gegen die Anlage für Legehennen auf dem Hühnerberg kommt von den Anliegern in der Siebenbornstraße und der Hölscheter Wiese in Simmern. Sie haben sich zu einer Anwohnergemeinschaft zusammengetan und an Achim Schwickert, Landrat des Westerwaldkreises, geschrieben und ihren Unmut über das Projekt kundgetan. Sie wollen das Vorhaben verhindern und legen die Gründe für die Ablehnung in ihrem Brief dar.

Die Bewohner hegen vor allem Zweifel an der im Simmerner Ortsgemeinderat vorgestellten Immissionsbeurteilung. Sie halten die Auswertung für fehlerhaft und erwarten sehr wohl eine Geruchsbelästigung für ihr Wohnareal und das Sonderbaugebiet der Schönstatt-Patres. Wegen des Westwindes, der meistens herrscht, befürchten sie Gestank von den Hühnern, die keine 1000 Meter Luftlinie von ihren Häusern entfernt untergebracht werden sollen. Der Gutachter prognostizierte nur geringe Geruchsauswirkungen für die Anlieger. Bezogen auf die jährliche Geruchsentwicklung ergebe sich dabei aber ein Widerspruch, erklärt Walter Weiss, Sprecher der Anwohnergemeinschaft.

Generell sehen die Bewohner beim Gutachter der Landwirtschaftskammer einen Interessenkonflikt. Er stellte sich in der Ratssitzung als Berater des Landwirtes vor. Sie fordern daher eine neutrale Beurteilung. Außerdem fehlen ihnen Angaben zur Lärm- und Verkehrsbelastung. Der oft starke Wind wehe sicher auch Staub- und Kotpartikel weit über die direkte Nachbarschaft hinaus, sodass ihre Grundstücke betroffen seien.
Die Gemeinschaft kritisiert außerdem die Verbandsgemeinde Montabaur. Sie findet, die Behörde hätte im Vorfeld prüfen müssen, ob ein Sonderbaugebiet besteht. Noch in weiteren Punkten melden sie ihre Bedenken an. Das Projekt widerspreche auch der planrechtlichen Zielstellung der Kommune. Am viel genutzten Höhenwanderweg komme es zu einer landschaftszerstörerischen Wirkung, führen sie beispielsweise noch an.

Dass sie mit ihrer Kritik nicht alleine stehen, wollen sie mit einer Unterschriftensammlung belegen. Bisher sind bei Spaziergängern und der Dorfbevölkerung schon mehr als 100 Signaturen zusammengekommen.

Marita Hahn, die mit ihrem Mann Herbert den Wiesenhof in Simmern bewirtschaftet und die Anlage für die Legehennen bauen will, hatte nicht damit gerechnet, dass sie mit ihrem Vorhaben so zwischen die Fronten geraten. Sie betont: „Das ist eine 100-prozentig saubere Sache. Es wird niemand gestört und keine Lebensqualität beeinträchtigt.“ Die Landwirtin erklärt noch einmal ihr Projekt und hofft damit Missverständnisse auszuräumen.

Auf ihrem rund einen Kilometer vom Hof entfernten rund 50 000 Quadratmeter großen Grundstück außerhalb der Ortslage soll ein Stall mit Freilandgehege für rund 14 500 Legehennen entstehen. In einem 18 mal 85 Meter langen Flachbau befindet sich im Mittelteil die Unterkunft für das Federvieh im Etagensystem. Zum Weg hin gibt es einen Abschnitt für Futtersilo und Eierlagerung. Am Ende, zum Feld hin, wird der Mist getrocknet.

Beim Standort für den Stall besteht noch Spielraum. Das Gebäude wird isoliert und eine Belüftung installiert, damit weder Geräusche nach Geruch nach außen dringen. Für das Dach ist eine Fotovoltaikanlage geplant. Rund um das Gelände kommen Zaun und Hecken. Marita Hahn unterstreicht: „Alle Vorschriften werden eingehalten. Es gibt weder Lärm- noch Geruchsbelästigung.“ Die Menge wird wegen der Freilandhaltung auf 14 500 beschränkt, weil bei dieser Zahl die Grenze dafür liegt.

Marita Hahn bekräftigt: "Es handelt sich um eine landwirtschaftliche Fläche. Es ist kein Naherholungsgebiet. Es kommt zu keinem hohen Verkehrsaufkommen. Lediglich zweimal pro Woche werden die Eier vom Lkw abgeholt.“ Sie hebt auch noch hervor, dass sie nichts von dem Sonderbaugebiet der Schönstatt-Patres auf dem Nachbargrundstück gewusst habe.


Es läuft erst die Bauvoranfrage. Die Entscheidung dazu steht von der Kreisverwaltung noch aus. Danach kann die Planung weiterlaufen und die Finanzierung geklärt werden. Sie betont zudem, dass sie die Legehennenanlage selbst betreiben wollen. Die Landwirtin erläutert noch, dass die Ortsgemeinde für ihre Stellungnahme ein Geruchsgutachten anforderte. Dafür wandte sie sich an die Landwirtschaftskammer.

 

Montabaur Hachenburg
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