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    Montabaur

    Frau zeigt Ex-Mann an: Gericht nicht von Morddrohung per Handy überzeugt

    Bei der Hausbesichtigung gab es die „üblichen“ hasserfüllten Blicke, und auch vor Gericht war die Schmetterlinge in den Bäuchen längst schon verflogen. Seit ihrer Trennung ist alles auf Rosenkrieg programmiert. Insbesondere beim Kampf um die Anteile am ehemaligen gemeinsamen Haus werden offenbar die Messer gewetzt. Und dann erstattete die Ex auch noch Anzeige gegen ihren ehemaligen Mann. Er soll am Telefon gedroht haben, sie umzubringen, sagt sie. Er jedoch streitet es vehement ab. Die Sache landete in Montabaur vor Gericht. Objektive Beweismittel fanden sich keine. Richter und Schöffen zeigten sich nicht von einer Täterschaft des 47-Jährigen überzeugt und sprachen ihn letztlich frei.

    Foto: dpa

    Es war ein emotionsgeladenes Verfahren vor einem Schöffengericht in Montabaur, doch Richter Ludger Griesar hatte die Situation jederzeit im Griff. Er machte den einstigen Eheleuten klar, dass ein Gericht nicht der Ort sei, um die „dreckige Wäsche“ einer in die Brüche gegangenen Beziehung zu waschen, sondern dass es ausschließlich darum gehe, den erhobenen Vorwurf zu klären. Und danach sollte der Angeklagte seine Ex-Frau am 16. September vergangenen Jahres über sein Mobiltelefon angerufen und sie aufgefordert haben, ihm die Anteile am früheren gemeinsam bewohnten Haus zu übereignen. Als sie sich weigerte, soll er schließlich gedroht haben, sie umzubringen.

    „Das habe ich nie und nimmer gesagt“, setzte sich der 47-Jährige zu Wehr. Er habe über acht Monate keinen Kontakt zu seiner Ex-Frau gehabt, letztmalig Januar/Februar 2016. Beide streiten dem Vernehmen nach seit circa zwei Jahren um den Zugewinnausgleich aus der Ehe. „Sie hat auch in der Ehe oft gelogen“, meinte der Angeklagte, worauf ihn Richter Griesar darauf aufmerksam machte, dass sich das Gericht alleinig auf das konzentrieren werde, was angeklagt sei.

    „Ich bin weggelaufen, als er mich geschlagen hatte. Er drohte mir ständig und packte mich auch am Hals und an den Haaren“, schilderte die Ex-Frau die damalige Situation. Die Ehe sei dann vor drei oder vier Jahren geschieden worden, das genaue Datum wisse sie nicht mehr, berichtete die 39-Jährige weiter. Auf die Frage des Richters, ob sie die Daten des Telefonats vom 16. September 2016 abgespeichert habe, antwortete die Zeugin, dass sie diese gelöscht habe. Die Ex-Frau hatte zudem behauptet, nach dem Anruf habe sie einem Polizisten ihr Handy gezeigt. Erinnern konnte sie der Beamte daran nicht, im Protokoll war auch nichts dergleichen erwähnt, ausschließen wollte er jedoch auch nicht. Nach der Aussage, dass ihr Ex-Mann mit unterdrückter Rufnummer telefoniert habe, bat der Richter den Angeklagten, ihn im Gerichtssaal kurz übers Handy anzurufen. Dieses Mal zumindest war die Nummer nicht unterdrückt.

    Das Gericht kam nicht zur Überzeugung, dass der Angeklagte zugleich auch der Täter war. Richter Griesar attestierte der Zeugin einen erkennbaren Belastungseifer. „Hier geht es ums Geld. Objektive Beweismittel waren nicht vorhanden“, machte er in seiner Urteilsbegründung deutlich. Gleichzeitig brachte der Richter sein Bedauern zum Ausdruck, dass in diesem Fall beim Telefonanbieter keine Verbindungsdaten mehr abgefragt werden konnten. Wenn Sicherungsdaten vorhanden wären, hätte so manches Verbrechen aufgeklärt werden können. „Was wollen wir eigentlich“, fragte Griesar: „mehr Täter- oder mehr Opferschutz?“

    Von unserem Redakteur
    Michael Wenzel

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