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    Diskussion um Straßenname: Heinz Fischer gibt Westerburger Kulturpreis zurück

    Dass die Stadt Westerburg die Rudolf-Dietz-Straße nicht umbenennen will, sondern die Schilder nur mit einer Erläuterungstafel zu dem mittlerweile als Antisemit bekannten Heimatdichter versehen will, wird weiter sehr kontrovers diskutiert.

    Aus der Nicht-Umbenennung zieht Heinz Fischer aus Brandscheid eine besonders harte Konsequenz: „Nach dieser Entscheidung möchte ich nicht mehr durch die Stadt Westerburg geehrt werden und gebe den 2009 von der Stadt Westerburg erhaltenen Kulturpreis wieder zurück.“ Die Stadt würdigte damit damals den Initiator und Organisator der weithin bekannten „Westerburger Gespräche“, einer Veranstaltungsreihe im Konrad-Adenauer-Gymnasium, für die Fischer stets interessante Gesprächspartner gewinnen konnte.

    Fischer stellt fest: „Bisher ging ich davon aus, es sei Konsens unter Demokraten, Antisemiten und Hitlerbejubler nicht zu ehren. In Westerburg besteht scheinbar dieser Konsens nur in Sonntagsreden. In einem durchsichtigen Spiel schafft man sich ein Argument, die Straße nicht umbenennen zu müssen und nennt dies ,demokratisch' und man habe dies zu ,akzeptieren'. Wenn man die Anwohner befragt, ohne Hilfe anzubieten, auch finanzielle, denn immerhin hat ein Stadtgremium die Straße so benannt, dann erstaunt das Ergebnis nicht. Und schon kann man es in einer nichtöffentlichen Ausschusssitzung durchwinken. Das ganze Verfahren zeigt mir, dass von vorneherein kein ernsthafter Wille zur Umbenennung vorhanden war. Das ist zwar formaldemokratisch und formaljuristisch abgedeckt, aber Demokratie heißt auch Transparenz, ernsthafte Auseinandersetzung, Ringen um die besten Argumente und vieles mehr. All das fehlt.“

    Ganz anders sieht die Angelegenheit Karl Takes aus Höhn: „Es ist Brauch, mit der Benennung einer Straße nach einer öffentlichen Person diese ehren. Wer kennt diese Person nach 70 Jahren noch? Andersherum: Ist diese Person tatsächlich auch nach 70 Jahren noch bekannt, so bleibt das Straßenschild ein Mahnmal, zumal beabsichtigt ist, es zu ergänzen. Warum also die Aufregung? Zudem bezweifle ich, dass die Beratung dieses Themas in einer öffentlichen Sitzung des Stadtrates zu einem demokratischeren Beschluss führen wird. Sie führt zu mehr Streit.“

    Während sich der eine oder andere fragt, durch welchen Passus im Informations-Freiheitsgesetz die „nicht öffentliche Abstimmung“ im Fall Dietz gedeckt ist, hat Marco Lierath aus Westerburg Argumente, den Straßennamen doch beizubehalten: „Wenn eine Bürgerbefragung unter den Anwohnern erfolgt, und diese sich Mehrheit für den Erhalt des Straßennamen ausgesprochen haben, dann ist es in einer Demokratie nicht mehr als richtig, den Mehrheitswillen zu akzeptieren. Ergo: Der Hauptausschuss der Stadt Westerburg hat, wie ich persönlich finde, richtig entschieden. Eine zusätzliche Informationstafel unter jedes Straßenschild fest zu montieren, zeigt folgende Generationen die Fehler der Vergangenheit auf und entehrt Rudolf Dietz mehr, als ihn nach Nazimanier zu eliminieren und die Straße umzubenennen.“

    Übrigens gab es in Wiesbaden, früher „Hauptstadt“ des Herzogtums Nassau, schon 2003 Diskussionen um den Namen Rudolf Dietz, die sogar „Der Spiegel“ unter der Überschrift „Der doppelte Rudolf“ zum Thema machte: Im Stadtteil Naurod, Geburtsort des Mundartdichters, ist bis heute die Grundschule nach ihm benannt. mm

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