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    Bad Marienberg

    Demonstrationen in Bad Marienberg verlaufen friedlich [update]

    Zum dritten Mal innerhalb von sieben Wochen haben sich das pegida-nahe „Bekenntnis zu Deutschland“ und das Wäller Bündnis für Menschlichkeit und Toleranz gegenübergestanden - diesmal erneut in Bad Marienberg.

    Von unseren Redakteuren
 Markus Müller und Markus Kratzer

    Die einen wollen keine Flüchtlinge auf dem Stegskopf und kritisieren die Asylpolitik der Bundesregierung. Die anderen werben für einen toleranten und weltoffenen Westerwald und zeigen Fremdenfeindlichkeit die rote Karte.

    500 Anhänger des Wäller Bündnisses für Menschlichkeit und Toleranz waren nach Angaben der Polizei auf den Marktplatz gekommen und wurden vom „Wäller Toleranzorchester“ mit weihnachtlichen Klängen begrüßt. Erstmals waren auch Vertreter des neu gewählten Flüchtlingsrats aus der Aufnahmeeinrichtung auf dem Stegskopf unter den Teilnehmern. Stadtbürgermeisterin Sabine Willwacher gab das Motto aus: „Wir wollen das Bild eines hellen Westerwaldes zeigen.“ Auch die beiden Pfarrer Oliver Salzmann und Winfried Roth stimmten die Menge im Wechsel auf das bevorstehende Weihnachtsfest ein und schlugen die Brücke zur aktuellen Politik. „Auch Jesus wurde als Kind zum Flüchtling“, betonte Roth. Schriftstellerin Annegret Held aus Pottum kleidete ihre Botschaft in ebenso humorvolle wie nachdenkliche Verse: „Nicht russisch, jiddisch, syrisch, french – es ist jeder nur ein Mensch.“ Musikalisch umrahmt wurde das Advents- und Begegnungskonzert von einem Trio der Renneroder Pfadfinder („Hallo, fremdenfreundliche Menschen“), der Mainzerin Hanne Kah mit ihrer Folk-Rock-Röhre und der Black Velvet Band aus Hachenburg.

    Bei den rund 150 Stegskopf-Gegnern ging es verbal erneut richtig zur Sache: Weder Organisator Torsten Frank noch seine Mitstreiter ließen kaum ein Thema aus, um ihre Kritik an der deutschen Asylpolitik loszuwerden. Als erster Redner forderte Uwe Land dazu auf, „der illegalen Masseneinwanderung zulasten der deutschen Steuerzahler“ ein Ende zu machen. Die am Stegskopf untergebrachten Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten in Syrien und anderswo sind für ihn mehrheitlich „Sozialtouristen“. Starke Geschütze gegen die Bundeskanzlerin fuhr ein Mann namens Horst als Redner auf, als er süffisant Angela Merkel als „Mutter Teresa der arabischen Welt“ bezeichnete und Außenbereiche der deutschen Großstädte als orientalische Vorstädte bezeichnete.

    Von der anderen Seite des Platzes versuchten die etwa 40 Antifaschisten und Linke mit „Nieder mit der Nazipest!“, Hup- und Pfeifkonzerten die Reden zu stören. Martin Klein, für die Linke im Westerwälder Kreistag, erinnerte laut rufend an die Millionen Naziopfer im Dritten Reich.
    Auch eine Frau hatte Frank diesmal auf dem Podium: Eine Sabine aus dem AK-Land stellte fest, dass ihrer Meinung nach der Stegskopf bis zu 5000 Flüchtlinge nicht verkraften könne. Dann begann der Umzug durch die fast menschenleeren Marienberger Straßen. Die zahlreich eingesetzten Polizisten sorgten dafür, dass die Demonstranten eine Sitzblockade durch die Antifa umgehen konnten und es zu keinen Zusammenstößen kam.

    Bevor Thorsten Frank ankündigte, dass das „Bekenntnis zu Deutschland“ im nächsten Jahr wiederkommen will und Edwin Wagensveld kurz grüßte, stimmten die Mitdemonstranten noch einmal „Wir sind das Volk!“ an. Ganz laut kam da von einer Frau von der anderen Seite des Platzes: „Nein, ihr seid nur ein kleiner Haufen.“

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