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Hachenburg

Demo gegen rechte Gewalt und Rassismus

Mit einer großen antifaschistischen Demonstration will ein breites Büdnis aus Antifaschistischen Gruppen, Gewerkschaften und anderen Organisationen am Dienstag, 28. Dezember, in Hachenburg ein Zeichen gegen rechte Gewalt und Rassismus setzen. Dies ist der 20. Jahrestag des Totschlags an dem 17-jährigen Kurden Nihad Yusufoglu, der damals in der Hachenburger Innenstadt von einem gleichaltrigen Neonazi niedergestochen wurde.

Hachenburg – Mit einer großen antifaschistischen Demonstration will ein breites Büdnis aus Antifaschistischen Gruppen, Gewerkschaften und anderen Organisationen am Dienstag, 28. Dezember, in Hachenburg ein Zeichen gegen rechte Gewalt und Rassismus setzen. Dies ist der 20. Jahrestag des Totschlags an dem 17-jährigen Kurden Nihad Yusufoglu, der damals in der Hachenburger Innenstadt von einem gleichaltrigen Neonazi niedergestochen wurde.

Die Demo beginnt um 18 Uhr am Bahnhof Hachenburg. Am ehemaligen Wohnhaus der Familie Yusufoglu wird es eine Zwischenkundgebung geben. Die Veranstaltung endet am Burggarten mit Redebeiträgen von Antifaschistischen Gruppen, dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) sowie dem VVN/BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten). Sprechen wird außerdem ein Vertreter des evangelischen Dekanates Bad Marienberg.

Im Vorfeld gab es nach Auskunft der Antifa Westerwald eine überregionale Mobilisierung mit Plakaten, Handzetteln, Internetauftritt ( www.antifawesterwald.blogsport.de) sowie Informationsveranstaltungen in ganz Rheinland-Pfalz, in Hessen und Nordrhein-Westfalen. Erwartet werden Teilnehmer aus Koblenz, Mainz/Wiesbaden, Bonn, Köln, Duisburg.

Die Demonstration diene dem Gedenken an Nihad Yusufoglu, betont ein Sprecher der Antifa, daher erhalten Parteipolitiker keinen Platz am Rednerpult. Außerdem heißt es weiter, "fordern wir dazu auf, das Zeigen von Parteifahnen zu unterlassen, da uns der Anlass zu wichtig ist, als dass er zu Wahlkampfzwecken missbraucht wird." Die Veranstalter hoffen auf eine breite Beteiligung der Hachenburger und Westerwälder Bürger.

Vorausgegangen waren dem schrecklichen Gewaltverbrechen vom Abend des 28. Dezember 1990 wochenlange Beleidigungen und Bedrohungen durch die Nazis, die gegenüber der Wohnung der kurdischen Familie in einem Parkhaus ihren Treffpunkt hatten. Der Täter wurde zu einer mehrjährigen Haftstrafe wegen Totschlags verurteilt, später dann nach zwei Dritteln der Zeit entlassen. Das Verbrechen löste in der Bürgerschaft Empörung und Unverständnis aus, Menschen demonstrierten und fanden sich zu einer Lichterkette zusammen. So etwas dürfe sich "hier bei uns" nicht mehr wiederholen, mahnten Politiker. Die Familie Yusufoglu traute den Beteuerungen nicht und verließ den Westerwald.

Im Jahr 1990, so die Antifa, sei das Aufteten der Neonazis im Westerwald nicht zu übersehen gewesen. Ein harter Kern von etwa 30 bis 40 Personen habe die rassistische und antisemitische Gesinnung offen zur Schau getragen. Dennoch habe die Mehrheit der Bürger geschwiegen, habe die Radikalisierungstendenzen des Täters und seines Umfeldes nicht wahrnehmen wollen. Und heute? Ebenso wie die Antifa verweist auch der DGB auf die nach wie vor "aktive militante neonazistische Szene im Westerwald" und ergänzt: "Rassistisches Denken ist aber auch bis weit in die Mitte der Normalgesellschaft verankert." Rund 1400 Stimmen bescherten der NPD bei der Kommunalwahl 2009 sogar einen Sitz im Kreistag.  elm

Mehr dazu lesen Sie in der Donnerstagausgabe der Westerwälder Zeitung.

Montabaur Hachenburg
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