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Wirges

Chorfestival in Wirges: Cannibale vocale geht mit Gesang kunstvoll um

Hans-Peter Metternich

Wenn eine Veranstaltung das Attribut „Festival“ verdient hat, dann ist es das fünfte „Westerwälder mundART a cappella Festival“, das das Vokalensemble cannibale vocale im Bürgerhaus von Wirges gemeinsam mit drei weiteren Chören der Spitzenklasse zelebrierte. Um es gleich vorwegzunehmen: Die nahezu 800 Zuhörer in der voll besetzten guten Stube von Wirges wollten am Ende keine Minute des fast vierstündigen Programmes missen.

Wenn eine Veranstaltung das Attribut „Festival“ verdient hat, dann ist es das fünfte „Westerwälder mundART a cappella Festival“, das das Vokalensemble cannibale vocale im Bürgerhaus von Wirges gemeinsam mit drei weiteren Chören der Spitzenklasse zelebrierte. Foto: Hans-Peter Metternich
Wenn eine Veranstaltung das Attribut „Festival“ verdient hat, dann ist es das fünfte „Westerwälder mundART a cappella Festival“, das das Vokalensemble cannibale vocale im Bürgerhaus von Wirges gemeinsam mit drei weiteren Chören der Spitzenklasse zelebrierte.
Foto: Hans-Peter Metternich

Unter Mundart versteht man landläufig die Dialektsprache. Die Veranstalter wollen mit der Wortschöpfung „mundART“ aber den kunstvollen Umgang (englisch art = Kunst) mit der Stimme in den Fokus eines A-cappella-Konzertes stellen, das sich von den üblichen Chorkonzerten deutlich abhebt. Das ist ihnen am Samstagabend gelungen, denn die teilnehmenden Ensembles dürfen allesamt als chormusikalische Künstler ihrer Chorgattung bezeichnet werden.

Der Artigkeit gegenüber jungen Damen Rechnung tragend, mag hier an erster Stelle der Mädchenchor La Filia am Landesmusikgymnasium Montabaur genannt sein. Der Chor steht seit seiner Gründung unter der Leitung von Martin Ramroth. Das junge Ensemble ist Preisträger zahlreicher Wettbewerbe in Deutschland und auf internationalem Parkett. Wären diese Auszeichnungen bei der Vorstellung des Chores nicht schon verraten worden, so wäre bei den Zuhörern spätestens nach den hervorragenden Darbietungen der jungen Frauen deutlich geworden: Hier hat Martin Ramroth einen Mädchenchor geformt, der den Rahmen anderer Chöre dieser Art bei Weitem sprengt.

„Extra“ ist bei dem gemischten Chor „EXtraCHORd“ Programm. Martin Ramroth steht diesem Ensemble ebenfalls als Chorleiter vor. Die 19 Sängerinnen und Sänger zelebrierten Chorgesang wie Orgelklang. „Schöner kann Chormusik nicht klingen“, drückte ein faszinierter Zuhörer seine Begeisterung über so viel Gesangskultur vom Allerfeinsten aus. Das war „mundKUNST“ in Reinkultur. Der dritte Gastchor in Wirges war der gemischte Chor You ‚N‘ Joy. Das Ensemble aus Lindenholzhausen, dem Matthias Schmidt als künstlerischer Leiter vorsteht, bestach bei der überwiegend englischsprachigen Literatur durch eine Präzision und Souveränität, die das Publikum zu Beifallstürmen hinriss. Bescheiden, wie die Gastgeber cannibale vocale nun mal sind – hier sei ein Augenzwinkern bei der „besten Boy-Group im Westerwald“ durchaus erlaubt –, mögen sie es verschmerzen, als letzte genannt zu werden, obwohl ihnen in ihrer amüsanten Art Auftakt und krönender Abschluss eines außergewöhnlichen Konzertes oblagen. Die Gastgeber stöbern in bewährter Manier mit einer gehörigen Portion Respektlosigkeit im Fundus abendländischer Musiktradition und platzieren die eigenwillig interpretierten Stücke im wohldurchdachten Chaos ihres Kuriositätenkabinetts. Und in diese „Schublade“ passt der musikalische Leiter Fraser Gartshore, der der WZ verriet, dass er mit den „Cannibalisten“ auf der gleichen Wellenlänge liegt.

„Ich schwimme begeistert mit meinen Sängern gegen den Strom traditioneller Männerchöre“, gesteht Gartshore, der nicht nur als „musikalischer Dompteur“ seine Sänger in die richtige Richtung führt, er empfahl sich beim „Westerwälder mundART a cappella Festival“ auch als amüsanter Moderator, der sich für keinen Spaß zu schade war. Wie hatte Thilo Daubach bei der Begrüßung der Gäste versprochen: „Sie werden ein großes Festival erleben.“

Von unserem Mitarbeiter Hans-Peter Metternich

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