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Westerwald

"Burglind" verschont den Westerwald: Trotzdem Stromausfall und umgestürzte Bäume im Kreis

Glück im Unglück hatten die Menschen im Westerwald, als das Orkantief Burglind am Mittwochmorgen und am Vormittag durch Rheinland-Pfalz fegte. Der Sturm richtete zwar auch hier einige Schäden an, im Vergleich zu vielen anderen Regionen im Land verlief das Ganze aber noch relativ glimpflich.

Orkantief Burglind hat am frühen Mittwochmorgen auch in der Region einige Schäden angerichtet.
Orkantief Burglind hat am frühen Mittwochmorgen auch in der Region einige Schäden angerichtet.
Foto: Nitz Fotografie

Das ergibt sich auch aus einer kurzen Bilanz, die der Westerwälder Meteorologe Björn Goldhausen im Gespräch mit unserer Zeitung zog. „Es war ein schwerer Wintersturm“, sagt der 38-jährige Experte aus Ettinghausen, „aber er war zum Glück nur sehr kurz.“

Wetterbedingte Beeinträchtigungen gab es in der Stromversorgung und im Straßenverkehr. So stürzte um 6.18 Uhr ein Baum auf eine Freileitung. Dies sorgte in Ebernhahn und Dernbach sowie in Teilen von Wirges für Stromausfälle. Gegen 7 Uhr waren alle Orte aber wieder am Netz. Bereits zuvor war es gegen 5.58 Uhr zu einem Spannungseinbruch an der Hochspannungsleitung von Westnetz gekommen, was in der Folge auch zu Spannungsschwankungen im nachgelagerten Stromnetz der Energienetze Mittelrhein (enm) führte. Nach Einschätzung des Energieversorgers gab es aber keine nennenswerten Beeinträchtigungen in den Haushalten. Verkehrsbehinderungen durch umgestürzte Bäume wurden unter anderem von der B 49 und der B 255 gemeldet. Zudem waren die Straßen zwischen Höhr-Grenzhausen und Vallendar (L 308) sowie zwischen Wittgert und Ransbach-Baumbach zeitweise gesperrt, da Äste auf der Fahrbahn lagen.

mgestürzte Bäume und teils abgedeckte Dächer wie bei Rebecca Groeger in Hömberg waren die Folge.
mgestürzte Bäume und teils abgedeckte Dächer wie bei Rebecca Groeger in Hömberg waren die Folge.
Foto: Rebecca Groeger

Ein witterungsbedingter Verkehrsunfall ereignete sich um 6.20 Uhr am Dernbacher Autobahndreieck. Zudem kam es auf der L 287 zwischen Neunkhausen und Kirburg zu einem Unfall. Nach Polizeiangaben fuhr eine junge Frau um 6.30 Uhr gegen einen Baumstamm und wurde dabei leicht verletzt. Auf der L 327 bei Oberelbert kollidierte ebenfalls ein Auto mit einem Baum, der Fahrer (31) blieb zum Glück aber unverletzt. Ein Überblick über die Einsätze der Feuerwehren im Kreis lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor. Die Einsatzkräfte berichten aber von zahlreichen Anrufen infolge des Sturms. Es ist deshalb davon auszugehen, dass weitere Straßen zeitweise blockiert waren. Dass es beim Tief Burglind teilweise bis in die Täler zu Sturmschäden kam, war laut Goldhausen der Wetterlage geschuldet. „Grundsätzlich weht der Wind in Höhenlagen normalerweise stärker als im Tal“, sagt der Meteorologe. Am Mittwochmorgen spielten die topografischen Verhältnisse aber nur eine geringe Rolle. Entscheidend war der Verlauf einer Kaltfront, an deren Rand sich Schauer und Gewitter bildeten. „Das hat den Wind bis zum Boden gedrückt“, erläutert Goldhausen. Besonders dort, wo der Untergrund durch die vielen Niederschläge der vergangenen Tage aufgeweicht war, kippten in der Folge Bäume um.

Am Gelbach herrscht Hochwasser.
Am Gelbach herrscht Hochwasser.
Foto: Elias Müller

Regional gab es laut Goldhausen auch in unserer Gegend Böen mit mehr als 100 km/h. Mancherorts spürte man hingegen fast gar nichts. „Ein solcher Sturm kommt nicht in jedem Winter vor“, ergänzt der Fachmann. Zumindest für den Westerwald sei es aber noch kein Extremwetterereignis gewesen. In einigen Nachbarregionen wütete Burglind hingegen heftiger: Im Rhein-Lahn-Kreis etwa zählte die Feuerwehr mehr als 50 Einsätze. In Hömberg zum Beispiel flogen Ziegel vom Dach eines Einfamilienhauses, in Diez fiel ein schwerer Nadelbaum auf ein Nachbarhaus. Auch den nördlichen Kreis Altenkirchen erwischte es schwerer als den Westerwaldkreis. Dort waren etliche Straßen durch Äste und Bäume blockiert.

Von Marvin Conradi und Thorsten Ferdinand

Montabaur Hachenburg
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