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Westerwald

Buntes Treiben an Schwerdonnerstag: Wäller Narren haben Region fest in ihrer Hand

Von unseren Reportern

Rathauserstürmungen, Karnevalsumzüge und lustige Sitzung: Die Narren haben den Westerwald fest im Griff. Da kann zum Höhepunkt der Session ja nichts mehr passieren.

Begleitet von einem heftigen Kamellenregen ziehen an Altweiber viele fröhliche, bunt kostümierte Kinder der Hachenburger Kindertagesstätten durch die Innenstadt. Vom Vogtshof, wo die Schar von Stadtbürgermeister Stefan Leukel empfangen wird, durch die Fußgängerzone bis zum Alten Markt schlängelt sich der närrische Lindwurm, der traditionell vom Werbering in Kooperation mit der Stadt organisiert wird. Die Gewerbetreibenden und insbesondere auch Karl-Josef Mies und Sabine Pasquazzo vom Werbering-Vorstand verteilen im Rhythmus fetziger Stimmungsmusik ordentlich Süßigkeiten an die Kinder.

So voll war die Bühne vor dem Montabaurer Rathaus an Weiberfastnacht noch nie. Neben den üblichen Verdächtigen von Schlossgarde und GK Heiterkeit kamen in diesem Jahr auch das Dreigestirn und eine Abordnung der Eschelbacher Karnevalisten hinzu, um Stadtbürgermeisterin Gabi Wieland (Mitte) den Schlüssel zur Macht zu entreißen. Der Widerstand der Stadtchefin fiel angesichts der närrischen Übermacht nur gering aus. Bei so vielen Jecken musste sie sich schnell ergeben.

Quelle: YouTube (erweiteter Datenschutzmodus)

Gute Laune herrschte auch in Nentershausen. Hier zogen die Damen des Möhnenclubs "Klatschmohn" durch dei Straßen. Im Video singen sie ihr Ruschlied.

Ausgelassene Stimmung in Wirges.
Ausgelassene Stimmung in Wirges.
Foto: Stephanie Kühr

Die Möhnen aus der VG Wirges sind jedes Jahr gut drauf und wissen, wie man Wäller Fassenacht feiert. In ihren fantasievollen Kostümen hatten die Frauen aus sieben Möhnenvereinen im Nu die Regentschaft von Bürgermeister Michael Ortseifen übernommen und das Rathaus mit feuchtfröhlicher Laune und viel Humor in Partystimmung versetzt. Der Derwischer „Frauentreff“, die Ebernhähner „Theaterfrauen“, die Sierscher „Immer lustig“, die Munruffer „Dufte Bienen“, die Itzinger „Aubachhexen“, die Lappedudler und die Berschender „Golden Girls“ tanzten und schunkelten.

Auch in Ransbach-Baumbach hatte die Stadtspitze keine Chance gegen die närrische Übermacht. Foto: Verwaltung
Auch in Ransbach-Baumbach hatte die Stadtspitze keine Chance gegen die närrische Übermacht.
Foto: Verwaltung

Die närrischen Oberhäupter der Töpferstadt Ransbach-Baumbach haben das Rathaus mit großem Helau gestürmt und Bürgermeister Michael Merz und seine Beigeordneten bis Aschermittwoch von ihren Ämtern enthoben. Tanja I. (Tanja Heuser) zog als Obermöhn mit ihrem rot-weißen Gefolge vom Raasber Möhnenclub'86 ins Rathaus ein. An ihrer Seite freute sich Kräutscheskönigin Claudia I. (Claudia Altwasser) von den Karnevalsfreunden Blau-Gold, dass die Quetschegarde den Weg freigeräumt hatte. Der Erste Beigeordnete Berthold Steudter musste den Schlüssel übergeben, VG-Chef Merz die Stadtkasse.

Auf den Rathaussturm haben sich die Mitglieder der Karnevalistischen Kooperation Westerburger Vereine (KKWV) bestens vorbereitet. Nach einem kurzen Kampf mit Stadtbürgermeister Ralf Seekatz hatten Prinzessin Isabella I. „von der närrischen Hochburg“ und Prinz Finn I. „vom hohen Zoll“ den symbolischen Stadtschlüssel in den Händen. „Ab heute heißt es hier für alle, ob Krautschisser, ob Gästeschar: Wir beide sind in diesem Falle, Euer Jugendprinzenpaar. Bis Aschenmittwoch lasst es krachen, seid fröhlich und habt ganz viel Spaß. Ab heute dürft ihr fröhlich lachen und tanzen mitten auf der Gass“, verkündeten die beiden Schüler freudestrahlend. „Ralf, Du machst ‘nen Wahnsinnsjob, verwaltest ganz Westerburg, wirklich top!“, lobten sie noch die Arbeit des Stadtbürgermeisters, bevor sie selbst auf dem Chefsessel Platz nahmen. „Dann habe ich jetzt mal ein paar Tage frei“, willigte Seekatz kurz entschlossen der Amtsübernahme zu. Seekatz wünschte allen für die nächsten Tage viel Spaß und lud die Gäste zu Speis und Trank ein.

Mit närrischer Laune und bunter Kleidung bei der Rathauserstürmung beginnen in Niederelbert der Straßenkarneval. Bis Aschermittwoch übernimmt die Obermöhne Elke Neuroth mit ihrem Gefolge den Rathausschlüssel von Ortsbürgermeister Christoph Neyer. Mit dabei ist auch der Kindergarten St. Antonius, die mit einem Tanz die Menge vor dem Rathaus begeistert hat.

Auch in Nauort konnte sich Ortsbürgermeister Frank Herrmann dem Ansturm der Möhnen nicht entziehen. Beim Umzug des Möhnenvereins „Ewig Jung 1969“ wurde der Ortschef seines Amtes enthoben. Er übergab den Rathausschlüssel an Rita Schöneberg, die den Vorsitz bei den Möhnen innehat und als Sitzungspräsidentin agiert.

Ob sich Ortsbürgermeister Axel Spiekermann wieder aus den Fängen der Teufelinnen befreien kann? Zumindest muss der Herschbacher Ortschef den Schlüssel für das Rathaus an den Möhnenverein Fiedlio mit ihrer Obermöhne Beate vom Blumenland abgeben. Mit einem dreifach Herschbach Alaaf feiert der teuflische Elferrat Anette Schenkelberg, Linda Eberz, Marina Schnug, Ute Scheidt, Christiane Kulik und Heidi Stahl zusammen mit den Jecken auf dem Marktplatz.
Ob sich Ortsbürgermeister Axel Spiekermann wieder aus den Fängen der Teufelinnen befreien kann? Zumindest muss der Herschbacher Ortschef den Schlüssel für das Rathaus an den Möhnenverein Fiedlio mit ihrer Obermöhne Beate vom Blumenland abgeben. Mit einem dreifach Herschbach Alaaf feiert der teuflische Elferrat Anette Schenkelberg, Linda Eberz, Marina Schnug, Ute Scheidt, Christiane Kulik und Heidi Stahl zusammen mit den Jecken auf dem Marktplatz.
Foto: Verena Hallermann

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Montabaur Hachenburg
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