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    Müschenbach

    Blauen Salon in Müschenbach eröffnet

    Die Eröffnung des Blauen Salons von Ute Maria Lerner in Müschenbach knüpft an die Salonkultur des 17. Jahrhunderts an. „Home is where art is”, so begrüßt nun ein Schild die geladenen Gäste in der Hofbergstraße.

    Ute Maria Lerner (rechts) hat den Blauen Salon in Müschenbach eröffnet. Zum Auftakt las Mirjam Wiesemann Kurzgeschichten von Lerner und wurde dabei von Johannes Leis an Saxofon und Bassflöte begleitet.
    Ute Maria Lerner (rechts) hat den Blauen Salon in Müschenbach eröffnet. Zum Auftakt las Mirjam Wiesemann Kurzgeschichten von Lerner und wurde dabei von Johannes Leis an Saxofon und Bassflöte begleitet.

    Von unserem Mitarbeiter


    Matthias Budde

    Das Gespräch von Mensch zu Mensch kommt auch in Zeiten digitaler Kommunikation nicht aus der Mode. Im Gegenteil, viele Menschen gestalten die Zeiten persönlicher Begegnung räumlich und inhaltlich in besonderer Weise.  So sind Weggefährten aus unterschiedlichen Stationen eines facettenreichen Künstlerlebens der Einladung der Schauspielerin nach Müschenbach gefolgt. Vor 35 Jahren zog sie aus, die Kunst in der Welt zu entdecken, jetzt hat sie die Welt im Kopf, wie sie selbst sagt, und in ihr Elternhaus nach Müschenbach zurückgebracht. Es gibt immer noch viel Kunst in der Welt der Ute Maria Lerner. An diesem Nachmittag liest Mirjam Wiesemann Kurzgeschichten von Lerner und wird von Johannes Leis an Saxofon und Bassflöte begleitet.

    Nach einem Stehempfang zum Entrée, betritt die 30-köpfige Gesellschaft den Blauen Salon. Der macht farblich seinem Namen alle Ehre – und zentrales Möbelstück ist ein blaues Sofa, das schon immer den Mittelpunkt der Geselligkeit im Hause Lerner bildete. „Aber es sind die Menschen, die Orte machen“, weiß Lerner und sieht ihre Aufgabe als Salonnière darin, Menschen zusammenzubringen. Es sind auch die Menschen, die die Kunst machen, und die Aufmerksamkeit richtet sich auf Mirjam Wiesemann und Johannes Leis, der vor dem blauen Vorhang im Erker ein Intro auf dem Saxofon spielt. Mirjam Wiesemann sitzt in einem blauen Biedermeierstuhl mit hoher Rückenlehne und beginnt mit der Lesung. Lerners Geschichten handeln von ungewöhnlichen Ereignissen. Ereignissen, die deshalb ungewöhnlich sind, weil sie gewöhnlich nicht bemerkt werden. Wer hätte nicht schon mit einer Reinkarnation von Kleopatra gesprochen, ohne dies zu bemerken. Wenn Kleo aber über Flachbildschirme und Spiegel menetekelt, sich dabei ausgesprochen neuzeitlich und direkt ausdrückt und ihren antiken Luxusleib in ein Mauerblümchen aus dem Odenwald reinkarniert, bleibt das in den Männerzirkeln der Macht keinesfalls unbemerkt. Zumal Mirjam Wiesemann die Worte aus ihrer papierenen Existenz befreit.

    Sie bekommen Flügel und tanzen zu den Tönen die Leis der Lesung unterlegt. Mitunter gewinnen diese Klänge und Melodiephrasen auch die Oberhand. Stellenweise so frappant, dass Wiesemann ihre Lesung kurz unterbricht. Die Aufmerksamkeit, die sich die beiden während ihrer Darbietung schenken, teilt sich in diesen Momenten dem Publikum in konzentrierter Form mit.

    Das blaue Licht, der Nachklang des Schalls, die physische Energie der Akteure beleben den Raum. Mirjam Wiesemann imitiert inzwischen einen Lachanfall der Kanzlerin, und die heisere Bassflöte von Johannes Leis lacht mit. Lachkrämpfe und Schlafanfälle befallen in Lerners Geschichten vor allem die vermeintlichen Leistungsträger der Gesellschaft. Kinder und Alte, Künstler, Gaukler und Kreative bleiben verschont und verwirklichen spielerisch ihre Utopien. Belebt durch den Vortrag, gestärkt durch Speisen, verteilen sich die Gäste im Haus und finden  sich zu kleineren Gesprächsrunden zusammen. Das Salonkonzept ist aufgegangen.

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