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    Bildhauer Olleck soll Mahnmal vor Rathaus in Montabaur gestalten

    Die Vorbereitungen dauerten einige Monate, nun hat der Stadtrat festgelegt, wie das geplante Mahnmal für die ermordeten jüdischen Bürger aus Montabaur aussehen soll. Das Gremium entschied sich für einen Entwurf des Niederelberter Bildhauers Hans Bernd Olleck – ohne jedoch zu wissen, von wem der Vorschlag stammte. Eine Fachjury hatte im Vorfeld der Ratssitzung die insgesamt acht Vorschläge verschiedener Künstler gesichtet und die drei geeignetsten ausgewählt.

    So wird das Mahnmal des Künstlers Hans Bernd Olleck aussehen.
    So wird das Mahnmal des Künstlers Hans Bernd Olleck aussehen.
    Foto: honorarfrei

    Montabaur – Die Vorbereitungen dauerten einige Monate, nun hat der Stadtrat festgelegt, wie das geplante Mahnmal für die ermordeten jüdischen Bürger aus Montabaur aussehen soll. Das Gremium entschied sich für einen Entwurf des Niederelberter Bildhauers Hans Bernd Olleck – ohne jedoch zu wissen, von wem der Vorschlag stammte.

    Eine Fachjury hatte im Vorfeld der Ratssitzung die insgesamt acht Vorschläge verschiedener Künstler gesichtet und die drei geeignetsten ausgewählt. Diese wurden anonym dem Stadtrat vorgestellt, der sich letztlich für das Ensemble dreier Stelen auf einem sechseckigen Grundriss entschied. Errichtet werden soll das Mahnmal im Eingangsbereich des historischen Rathauses – an jenem Ort also, an dem sich in Montabaur das grausame Geschehen der Reichspogromnacht 1938 konzentrierte.

    Das Denkmal wird aus Weidenhahner Trachyt, einem vulkanischen Gestein, aus Basaltlava sowie aus Bronze gefertigt. Die höchste der drei Stelen soll inklusive Sockel etwa 1,80 Meter messen. Die Symbolik greift Motive auf, die in verschiedenen Kulturkreisen verstanden werden, aber vor allem im Judentum verwurzelt sind. So wird zum Beispiel der sechseckige Davidstern als Relief in die geneigte Oberfläche der höchsten Stele eingearbeitet. Die zweithöchste Stele erhält dieses Symbol gespiegelt und auf dem Kopf stehend. Auf diesem Weg wird der Eindruck erzeugt, es habe sich ursprünglich um einen langen Stab gehandelt, der durch die Gräueltaten der Nazis gebrochen wurde. An der höchsten Säule wird darüber hinaus ein Bronzerelief mit den Namen der jüdischen Opfer angebracht. Die kleinste Stele bietet eine Ablagefläche für Steine, Kerzen oder auch Blumen.

    Die Errichtung des Mahnmals hat eine längere Vorgeschichte. Den Grundsatzbeschluss fällte der Stadtrat bereits im November 2011. Weil es bei einer offenen Ausschreibung jedoch keine geeigneten Vorschläge gab, erhöhte das Gremium den Pauschalbetrag für das Mahnmal von 15 000 auf 20 000 Euro und schrieb selbst aktiv mehrere Künstler aus der Region an. Eine dreiköpfige Expertenrunde, bestehend aus der Künstlerin Judith Röder, Kunsthistoriker Dr. Markus Wild und dem ehemaligen Geschichtslehrer Paul Widner, sichtete die Entwürfe.

    Obwohl durch ältere Stadtratsbeschlüsse und die Ausschreibung festgelegt war, dass es sich um ein Mahnmal für die jüdischen Opfer handeln soll, entstand erneut eine längere Diskussion, ob es nicht besser wäre, allen von den Nazis verfolgten Menschen zu gedenken. Wiltrud Schwarz (SPD) hatte dies immer wieder gefordert. Thomas Hermes (BfM) formulierte, diesem Vorschlag folgend, einen Antrag, der zunächst auch eine Mehrheit im Stadtrat fand. Demnach hätte eine Formulierung wie "Stellvertretend für alle Opfer des NS-Regimes" in das Mahnmal eingearbeitet werden müssen. Letztlich wurde dieser Vorschlag aber wieder gekippt, da das Mahnmal mit anderer Widmung ausgeschrieben war und die Künstler ihre Entwürfe entsprechend gestaltet hatten. Eine derartige Änderung hätte nur zu einem früheren Zeitpunkt beschlossen werden können, hieß es.

    Von unserem Redakteur Thorsten Ferdinand

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