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Wirges/Hamburg

Betrieb verlagert nach Ungarn: Ritz entlässt Hälfte der Belegschaft in Wirges

Stephanie Kühr

Die Firma Ritz Instrument Transformers in Wirges wird bis Mitte 2019 die Hälfte ihrer Belegschaft entlassen. In der Westerwälder Niederlassung der Hamburger Ritz-Gruppe sind derzeit 140 Mitarbeiter beschäftigt, 70 von ihnen müssen gehen. Das hat das Unternehmen auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt.

Die Firma Ritz in Wirges entlässt bis Mitte 2019 betriebsbedingt die Hälfte ihrer Belegschaft. 70 Ritz-Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz, weil die Hamburger Firmenzentrale aus Kostengründen die Produktion von Mittelspannungswandlern nach Ungarn verlagert.
Die Firma Ritz in Wirges entlässt bis Mitte 2019 betriebsbedingt die Hälfte ihrer Belegschaft. 70 Ritz-Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz, weil die Hamburger Firmenzentrale aus Kostengründen die Produktion von Mittelspannungswandlern nach Ungarn verlagert.
Foto: Ritz Instrument Transformers

Die international tätige Ritz-Gruppe ist im Bereich der elektrischen Energieversorgung tätig und zählt in Europa nach eigenen Angaben zu den führenden Herstellern von Nieder- und Mittelspannungswandlern, berührungssicheren Stromschienensystemen und gießharzisolierten Leistungstransformatoren. Das Unternehmen beschäftigt an sieben Produktionsstandorten in Europa, China und den USA mehr als 1000 Mitarbeiter.

Hintergrund der Entlassungen ist, dass das Unternehmen bis Mitte 2019 die Produktion von Mittelspannungswandlern am Standort Wirges aufgibt und nach Ungarn verlagert. Die Fertigung von Transformatoren wird in der Wirgeser Niederlassung dagegen fortgesetzt. Als Grund für diesen Schritt nennt die Ritz-Gruppe den zunehmenden Wettbewerbsdruck und das Preisdumping durch europäische Mitbewerber, die ihre Produktion zunehmend in Billiglohnländer verlagern.

70 Mitarbeiter der Hamburger Ritz-Gruppe am Standort Wirges verlieren bis Mitte 2019 ihren Arbeitsplatz. Derzeit hat Ritz in der Niederlassung 140 Beschäftigte.

„Die ersten betriebsbedingten Kündigungen werden zum 30. April 2018 ausgesprochen und werden zum 30. September des Jahres wirksam“, kündigt Personalleiter Marcel Rosin an. Da die Verlagerung schrittweise erfolge, werden die Kündigungen dementsprechend nach und nach bis Mitte 2019 ausgesprochen. Aus diesem Anlass habe die Geschäftsführung bereits Ende 2017 gemeinsam mit dem Wirgeser Betriebsrat und dem Gesamtbetriebsrat der Ritz-Gruppe unter Mitwirkung der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) einen Interessensausgleich sowie einen Sozialplan ausgearbeitet. „Der gemeinsam beschlossene Sozialplan soll dazu dienen, soziale Härten weitgehend abzufedern“, erläutert Rosin. Um den betroffenen Mitarbeitern bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz zu helfen, werde im Rahmen eines „Outplacement-Programmes“ ein Training angeboten, teilt das Unternehmen mit. Dahinter verbirgt sich ein persönlicher Berater, der für die betroffenen Ritz-Mitarbeiter eine Bewerbungsstrategie mit ausarbeitet, die Bewerbungsunterlagen überarbeitet sowie bei individuellen Fragen und bei der Vorbereitung auf anstehende Bewerbungsgespräche hilft, erläutert das Unternehmen auf Nachfrage unserer Zeitung.

Hintergrund: Bislang erwirtschaftet die Hamburger Ritz-Gruppe nach eigenen Angaben den überwiegenden Anteil des Gesamtumsatzes in den drei deutschen Werken Wirges, Dresden und Kirchaich. Das Unternehmen halte in Deutschland mehr Arbeitsplätze als alle Mitbewerber im Marktsegment der Messwandler, heißt es aus Hamburg. „Während in der Vergangenheit die technische Unterstützung und die Qualität der Produkte bei den Kunden im Vordergrund stand, spielt heute der Preis eine immer größere Rolle. Dies liegt auch daran, dass die Kunden selbst einem wachsenden internationalen Wettbewerb ausgesetzt sind“, heißt es von Firmenseite.

Bislang habe die Unternehmensgruppe diesem Trend durch „die Verlagerung einiger Wertschöpfungsschritte“ in das eigene Werk in Ungarn begegnen können. Doch wichtige westeuropäische Wettbewerber hätten nun große Teile ihrer Produktion in Länder mit einem niedrigeren Lohnniveau wie Tschechien und die Türkei verlegt. Dadurch seien sie global wettbewerbsfähiger. „Diesem Wandel kann sich die Firma Ritz nicht länger entziehen. Um das Unternehmen für die Zukunft optimal aufzustellen, stehen diverse strategische Maßnahmen an. In einem ersten Schritt müssen wir uns auf die Senkung der Produktionskosten konzentrieren“, erklärt Ritz-Geschäftsführer Dr. Andreas Grambow gegenüber unserer Zeitung. Ein erster Schritt, um Kosten zu sparen, ist nun die Verlagerung der Wandler-Produktion von Wirges nach Ungarn.

Damit hat sich die Hoffnung von Ritz-Beschäftigten wie auch heimischen Kommunalpolitikern, dass die Wandler-Produktion in Wirges von einem Investor übernommen werden könnte und dadurch Arbeitsplätze erhalten bleiben, endgültig zerschlagen. „Die Wandler-Produktion wird an andere Standorte verlagert und nicht aufgegeben“, so das Unternehmen. Ein potenzieller Investor könne daher keine Wandler-Produktion übernehmen. Die Immobilie in Wirges soll weiter genutzt werden. Fertigungs- und Lagerhallen würden nicht aufgegeben, heißt es.

Von unserer Redakteurin Stephanie Kühr

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