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Westerwaldkreis

Behördennummer 115: Kreis wartet erstmal ab

Thorsten Ferdinand

Die Notrufnummern 110 und 112 kennt in Deutschland wohl fast jeder. Seit einiger Zeit macht nun eine weitere Kurzwahl von sich Reden: Unter der Telefonnummer 115 ist in fast allen deutschen Großstädten inzwischen das Servicecenter der örtlichen Behörden zu erreichen.

Unter der 115 ist in fast allen deutschen Großstädten inzwischen das Servicecenter der örtlichen Behörden zu erreichen. Der Westerwaldkreis wartet noch ab.
Unter der 115 ist in fast allen deutschen Großstädten inzwischen das Servicecenter der örtlichen Behörden zu erreichen. Der Westerwaldkreis wartet noch ab.
Foto: dpa

Was kostet ein Reisepass und wo ist er erhältlich? Wann und wo kann ein neues Auto zugelassen werden? Auf was ist bei einem Wohngeldantrag zu achten? Antworten auf solche und ähnliche Fragen erhalten Bürger in immer mehr Regionen. In Rheinland-Pfalz beteiligen sich bislang unter anderem die Stadt Koblenz und der Landkreis Cochem-Zell an dem Projekt. Ab dem kommenden Jahr wird man die 115 auch im benachbarten Kreis Altenkirchen erreichen können.

Auch beim Westerwaldkreis weiß man, dass der Aufbau einer bundesweiten Behördenkurzwahl das Ziel der Initiatoren ist. Bevor sich die örtliche Kreisverwaltung für oder gegen eine Teilnahme entscheidet, sollen aber zunächst die Erfahrungen anderer Kommunen abgewartet werden. Der Westerwaldkreis verfüge aktuell bereits über eine sehr gut funktionierende Telefonzentrale, heißt es auf Anfrage unserer Zeitung. Die entsprechend geschulten Mitarbeiterinnen können demnach viele Fragen selbst beantworten und müssen nicht jeden Anrufer zu den Fachabteilungen durchstellen. Auch die Vermittlung an andere Behörden werde regelmäßig praktiziert. Die Telefonzentrale vereine damit schon jetzt viele Aufgaben auf sich, die die Behördennummer 115 ausmachen, teilt der Westerwaldkreis mit. Die Kosten für die Einführung einer neuen Servicenummer will sich der Kreis deshalb vorerst sparen.

Hintergrund: Damit unter der 115 tatsächlich qualifizierte Mitarbeiter zu erreichen sind, muss entweder ein entsprechendes Servicecenter aufgebaut oder die Leistung an ein externes Servicecenter vergeben werden. Der Landkreis Altenkirchen hat sich für Letzteres entschieden: Wer ab dem kommenden Jahr im AK-Land die 115 wählt, landet automatisch in einer Telefonzentrale in Cochem-Zell. Die dortigen Mitarbeiter müssen nun vorab alle Informationen aus dem Kreis Altenkirchen erhalten, die zur Beantwortung der Anfragen notwendig sind. Die Kosten schätzt der Büroleiter im AK-Land auf 10.000 Euro pro Jahr.

Trotzdem ist man im Kreis Altenkirchen vom Nutzen des Projekts überzeugt. Einerseits biete die 115 einen zusätzlichen Service für den Bürger, der unabhängig von der Zuständigkeit einer bestimmten Verwaltung eine Auskunft erhalten könne. Andererseits hofft die Verwaltung im Nachbarkreis auf Optimierung der internen Arbeitsabläufe, wenn die Fachabteilungen künftig weniger allgemeine Anfragen beantworten müssen. „Der Bürger soll nicht vor der Frage stehen, wer zuständig ist“, erklärt hierzu Büroleiter Nobert Schmauck.

Sollte die Einführung der 115 nicht den gewünschten Effekt haben, so sei eine Kündigung des Vertrags problemlos möglich, ergänzt Schmauck. Wahrscheinlich sei der Ausstieg allerdings nicht, betont er. Wer im Westerwaldkreis die 115 wählt, landet allerdings auch im kommenden Jahr nicht im Servicecenter in Cochem-Zell, denn dort können Anfragen aus dem WW-Gebiet nicht beantwortet werden. Deshalb wird bis auf Weiteres eine elektronische Ansage darauf verweisen, dass die Servicenummer 115 bundesweit im Aufbau und im Westerwald noch nicht verfügbar ist.

Von unserem Redakteur Thorsten Ferdinand

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