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    Bad Marienberg: Scharfer Protest richtet sich gegen Windräder

    Zu einer großen Protestaktion gegen den aktuellen Entwurf des Flächennutzungsplanes der VG Bad Marienberg hatten am Samstag die beiden Stadtratsfraktionen SPD und CDU in den Wildpark eingeladen. Unterstützung erhielten die Kommunalpolitiker dabei von der Bürgerinitiative (BI) Windkraft VG Bad Marienberg - Pro und Contra.

    Um den aktuellen Entwurf des Flächennutzungsplanes der VG Bad Marienberg ging es am Samstag bei einer Infoveranstaltung im Wildpark. Durch den Bau solcher Anlagen befürchten etliche Bürger massive Umweltzerstörungen und Belästigungen. Foto: Röder-Moldenhauer
    Um den aktuellen Entwurf des Flächennutzungsplanes der VG Bad Marienberg ging es am Samstag bei einer Infoveranstaltung im Wildpark. Durch den Bau solcher Anlagen befürchten etliche Bürger massive Umweltzerstörungen und Belästigungen.
    Foto: Röder-Moldenhauer

    Von unserer Redakteurin Nadja Hoffmann-Heidrich

    Der Sprecher der Bürgerinitiative, Mario Buchner, war es denn auch, der sich im Laufe der Veranstaltung zum gefragtesten Gesprächspartner unter den mehreren Hundert Teilnehmern entwickelte. Anhand eines von Ingrid Wiederstein und Julia Uwira (beide Neunkhausen) nahezu maßstabsgetreu nachgebauten 3-D-Modells der Region rund um Bad Marienberg zeigte er gut zwei Dutzend mögliche Standorte für Windräder auf. Durch den Bau solcher Anlagen befürchten etliche Bürger massive Umweltzerstörungen, Belästigungen durch Lärm, Schall, Discoeffekt und Eiswurf sowie eine Wertminderung ihrer Immobilien, wie sie auf einem Transparent aufgeführt hatten.

    Einbußen und einen Attraktivitätsverlust durch den Bau von Windrädern sieht auch die Werbegemeinschaft auf die Stadt zukommen, die ebenso bei der Infoveranstaltung vertreten war wie die Umweltschutzorganisation BUND. Bei Bier, Wasser und Würstchen suchten Bürger Aufklärung über den aktuellen Planungsstand.

    Dabei wurde immer wieder ein Alternativstandort für Windräder genannt, der nach Ansicht vieler Menschen aus dem Raum Bad Marienberg wesentlich besser geeignet ist als die Marmer Höhe: der Stegskopf. Viele Demo-Teilnehmer können nicht nachvollziehen, warum der ehemalige Truppenübungsplatz, der für den Bau von Windkraftanlagen aufgrund breiter Panzerstraßen bereits eine gute Infrastruktur biete und zudem von Ortschaften weit genug entfernt liege, als Standort ausscheidet, während ein wichtiges Naherholungsgebiet mit Tourismus-Faktor als mögliche Fläche in Betracht kommen soll.

    Die BI hat die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben, dass die Potenzialfläche 3b (Marmer Höhe) aus dem Flächennutzungsplan wieder herausgenommen wird und die übrigen Flächen deutlich verkleinert werden. "Wir sind optimistisch, dass sich in der nächsten Sitzung des Verbandsgemeinderates am Mittwoch etwas bewegt. Noch ist es nicht zu spät, um dieses Verbrechen zu verhindern. Allerdings ist nicht geklärt, welche Schadensersatzansprüche dann auf die Ortsgemeinden zukommen, die bereits Verträge mit Windkraftfirmen geschlossen haben", rief Mario Buchner der Menge entgegen, die ihm dafür Applaus spendete.

    In den Beifall mischten sich aber vereinzelt auch kritische Stimmen. So warfen einige Bürger Buchner vor, bewusst Angst und Schrecken zu verbreiten. "Es kann doch nicht sein, dass alle die Energiewende wollen, sich aber keiner beteiligen möchte", sagte ein Mann. Besonders heikel wertete dieser Teilnehmer den Vorwurf der BI, dass sich sämtliche Mitglieder des Verbandsgemeinderates und der Ortsgemeinderäte hätten von den Betreiberfirmen kaufen lassen. "Das ist ein schwerer Korruptionsverdacht." Ferner sei es eine Lüge, dass die Anlagen mitten im Wildpark entstehen sollten.

    Buchner entgegnete, die Bürger sollten Beschwichtigungstaktiken nicht auf den Leim gehen. "Wer mir sagt, ich solle weniger polemisch agieren, dem kann ich nur antworten: Ich habe keinen gezwungen, mir zu folgen. Ich habe nur mit Druck den Finger in die Wunde gelegt. Mit Lichterketten und Feuerromantik kommt man nicht weiter. Wer mir den Mund verbietet, verbietet ihn auch den Bürgern." Der Verwaltung warf Buchner Salami-Taktik vor. "Ich glaube nichts mehr, was mir die Verwaltung sagt." Da Windkraftanlagen zudem niemals wirtschaftlich seien, rät er allen Bürgern von jedweder Form einer Beteiligung - etwa durch Genossenschaften - ab. "Die Gesellschaft wurde mithilfe der EEG-Umlagen bestochen. Die Räder werden mit Subventionen gebaut und anschließend womöglich nach Russland verkauft", fügte er hinzu.

    Eine Frau merkte dabei an: "Ich bin zwar gegen Windräder auf der Marmer Höhe, aber der Ton und der Stil der BI gefallen mir nicht. Ich habe mich daher nicht angeschlossen und lieber selbst einen Einspruch gegen den Flächennutzungsplan an die Verwaltung formuliert." Dem hielt ein Mann entgegen: "Ich bin der BI dankbar, denn erst durch sie habe ich von diesem Wahnsinn erfahren."

    Bürger protestieren in Bad Marienberg gegen Windräder
    Montabaur Hachenburg
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