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    Azubis gesucht: Viele Lehrstellen sind noch unbesetzt

    Prosperierende Westerwälder Firmen bieten Ausbildungsplätze in großer Zahl – aber keiner nimmt sie an. Was auf den ersten Blick noch als böses Zukunftsszenario erscheint, ist in manchen Branchen und in einigen Firmen schon zur bitteren Realität geworden. Dabei klafft vor allem die Schere zwischen den am meisten gewünschten Ausbildungsberufen und dem Bedarf an bestimmten Auszubildenden immer weiter auseinander, machen die Zahlen der Arbeitsagentur Montabaur zum jetzt angelaufenen Ausbildungsjahr 2017/2018 deutlich.

    Viele Ausbildungsstellen im Westerwaldkreis sind noch unbesetzt.
    Viele Ausbildungsstellen im Westerwaldkreis sind noch unbesetzt.
    Foto: dpa

    Mehrere Hundert offene Ausbildungsstellen gab es vor Kurzem im Westerwaldkreis zum Beispiel noch in den kaufmännischen Berufen. Sie gehören auch durchweg zu den zehn am meisten von den jungen Leuten gewünschten Berufen. Bei Berufen wie Fachverkäuferinnen in Bäckereien (43 offene Stellen) oder Koch (40 offene Stellen) sieht das schon ganz anders aus: Diese Berufe stehen bei den gemeldeten offenen Stellen auch ganz vorne, tauchen aber auf der Liste der gewünschten Berufe vorne gar nicht auf. Dazu stellt Agenturchef Elmar Wagner fest: „Der Ausbildungsmarkt ist zum Bewerbermarkt geworden: Die Unternehmen haben zunehmend Mühe, passende Azubis zu finden, während Jugendliche grundsätzlich unter mehreren Angeboten wählen können.“

    Das spiegeln auch die der Agentur gemeldeten Zahlen der Ausbildungsplatz-Suchenden und der offenen Ausbildungsstellen wider: Während die Zahl der Suchenden im Westerwaldkreis im Jahresverlauf bei etwa 1500 praktisch stagniert, ist die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen innerhalb eines Jahres von 1290 um 4,5 Prozent auf 1348 angestiegen. Dazu Wagner: „Angesichts des demografischen Wandels und der anhaltend guten Konjunktur werden Fachkräfte dringend gebraucht. Ausbildung ist der beste Weg, qualifiziertes Personal heranzuziehen und die Zukunft der Betriebe zu sichern. Die Unternehmen der Region wissen das. Die Ausbildungsbereitschaft ist hoch.“

    Und wird doch immer öfter enttäuscht: So wollte das Bad Marienberger Unternehmen Ebener in diesem Jahr zwei Auszubildende als Konstruktionsmechaniker einstellen. „Nur sechs Leute haben sich beworben, zwei erschienen uns geeignet“, berichtet Denis Sohlbach, Kaufmännischer Leiter. „Doch nach dem Vorstellungsgespräch war klar: Die für den anspruchsvollen Beruf erforderliche Qualität stimmte bei beiden leider auch nicht. Also mussten wir die Stellen zu unserem Bedauern unbesetzt lassen.“ Immerhin: Bei Technischen Systemplanern und kaufmännischen Berufen ist Ebener noch gut mit Azubis versorgt.

    „Das große Aber steckt in der Eignung: Manch junger Mensch bringt Handicaps mit – angefangen von persönlicher Unreife über schlechte Schulnoten bis hin zum schwierigen sozialen/familiären Umfeld“, ist auch Agenturchef Wagner klar. „Deshalb unterstützen wir auf vielfältige Weise, damit Jugendliche in ein erfolgreiches (Berufs-)Leben starten können und die Betriebe kompetente Mitarbeiter gewinnen.“

    Aber auch die Unternehmen beteiligen sich immer stärker an Ausbildungsmessen und ähnlichen Aktionen oder starten sogar eigene Projekte speziell zur Gewinnung von Auszubildenden (siehe Kasten), insbesondere auch, wenn sie traditionell ihren Nachwuchs selbst sichern wollen. Der Nistertaler Rohrverformer Tubetec mit seinen etwa 180 Beschäftigten bildet zurzeit 37 junge Menschen in den verschiedensten Berufen aus und hat bisher keinen Nachwuchsmangel. „Wir tun aber sehr viel gegen das auch uns drohende Problem“, berichtet Ramona Schneider, Assistenz der Geschäftsleitung. „Wir sind auf Berufsinfobörsen vertreten, bieten Praktika an, halten den Kontakt zu Schulen und bieten auch unseren Azubis Attraktives: Zum Beispiel ein eigenes Ausbildungszentrum, die Teilnahme an Wettbewerben und einiges mehr.“

    Von unserem Redaktionsleiter Markus Müller

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