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    Rennerod

    Ausbildung: Bauern-Nachwuchs auf Herz und Nieren geprüft

    Landwirt Karl-Martin Gros, der den Berghof in Rennerod betreibt, ist für seine Tätigkeit als ehrenamtliches Mitglied des Prüfungsausschusses der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz ausgezeichnet worden. Er testet die Prüflinge aus der Landwirtschaft bereits seit mittlerweile 35 Jahren – so lange wie kein anderer Landwirt im Bundesland.

    Der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Westerwald und Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Heribert Metternich (links), gratulierte Karl-Martin Gros, der seit 35 Jahren angehende Landwirte prüft.
    Der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Westerwald und Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Heribert Metternich (links), gratulierte Karl-Martin Gros, der seit 35 Jahren angehende Landwirte prüft.
    Foto: Röder-Moldenhauer

    Karl-Martin Gros machte seinen Abschluss als Landwirtschaftsmeister im Jahr 1980 als jüngster Meister seines Fachs in Rheinland-Pfalz. Nicht weil er der Youngster war, sondern weil er mit seinem Fachwissen glänzte und mit der Note eins abschloss, wurde man bei der Landwirtschaftskammer hellhörig und fragte ihn, ob er nicht Mitglied des Landesprüfungsausschusses werden wollte. "Da habe ich eingewilligt", erzählt der heute 58-Jährige. Und investierte, so hat er es einmal errechnet, in dreieinhalb Jahrzehnten etwa 700 Arbeitstage in seiner Tätigkeit als Prüfer. Viel Zeit, wenn man bedenkt, dass der Westerwälder auch noch einen eigenen Betrieb zu bewirtschaften hat. Frau und Lehrling helfen stets aus, wenn Karl-Martin Gros das Fachwissen der Prüflinge unter die Lupe nimmt. 200 Kilometer Fahrt bis in den Hunsrück oder in die Pfalz sind keine Seltenheit, viele Prüfungen finden aber auch im Betrieb in Rennerod statt.

    Der Berghof oberhalb von Rennerod ist seit 2009 ein Biobetrieb. 300 Hektar Fläche sind zu bewirtschaften, 50 Hektar Ackerland, 250 Hektar Grünland. 70 Milchkühe gehören zum Hof, in etwa genauso groß ist die Nachzucht. "Wir ziehen unseren Haupterwerb aus der Milch- und aus der Heuproduktion, produzieren Kräuterheu, und wir sind Ausbildungsbetrieb", berichtet Gros über seinen Hof. Regelmäßig werden auf dem Berghof Lehrlinge ausgebildet, ebenso wie Praktikanten. Der Hof ist zugleich ein "Partnerbetrieb Naturschutz". Die Prüfungslandschaft hat sich im Laufe der Jahrzehnte in Rheinland-Pfalz immer wieder geändert. Wurde zunächst nur im Westerwaldkreis geprüft, erweiterte sich die Zuständigkeit in den Folgejahren um den Rhein-Lahn-Kreis, dann kam die Regionen Altenkirchen und Neuwied hierzu.

    Heute wird der Landwirtschaftsnachwuchs aus dem gesamten nördlichen Rheinland-Pfalz von einer Prüfungskommission unter die Fittiche genommen. 15 bis 20 Prüfer sind es insgesamt, ein Team besteht aus zwei Personen. Das Spektrum dessen, was ein Landwirt wissen muss, ist groß. So gilt es etwa Pflanzen und Kräuter auf dem Acker zu bestimmen oder die Wachstumsstadien des Getreides zu erläutern. Was man über Tiertransporte wissen muss, die Behandlung bei Tierkrankheiten, Dosierung von Pflanzenschutzmittel, all das bekommt ein künftiger Landwirt vermittelt. Auch muss er lernen, wie man mit einer Saatmaschine oder einem Düngerstreuer umgeht. "Etwa 80 Prozent schaffen die Prüfung beim ersten Lauf, 20 Prozent kommen in den "Hoffnungslauf", davon schafft es die Hälfte oftmals nicht", berichtet Gros. Derzeit durchlaufen im Westerwaldkreis zehn angehende Landwirte ihre Ausbildung. Manche haben Abitur, andere eine Realschulabschluss, es gibt aber auch Nebeneinsteiger. Die Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre.

    Interessant am Rande: Seit den 1990er-Jahren streben immer mehr Frauen eine Ausbildung als Landwirtin an. Heute, so schätzt es Karl-Martin Gros, beträgt ihr Anteil etwa 40 Prozent. Auch auf sie wartet eine hochqualitative Ausbildung mit breitem Wissensspektrum. "Da wird keiner mitgenommen, das sind knochenharte Kriterien, die es zu erfüllen gilt", unterstreicht der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Westerwald und Kammervizepräsident Heribert Metternich. Und man muss sich gut in Betriebswirtschaft auskennen, denn ohne die geht gar nichts mehr auf einem landwirtschaftlichen Hof.

    Von unserem Redakteur Michael Wenzel

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