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Aus Hobby Nebenberuf gemacht: Familie Schmitz betreibt eine Hundepension

Was tun, wenn die Arbeitssituation sich ändert, man den Hund nicht mitnehmen kann oder die privat organisierte Betreuung nicht mehr funktioniert? Müssen Vollzeitbeschäftigte grundsätzlich auf einen Hund verzichten? Dank Menschen wie Rita und Roland Schmitz nicht. Sie machen es möglich, dass Beruf und Hundeliebe unter einen Hut gebracht werden können.

Roland und Rita Schmitz sind täglich dreimal mit ihren Pensionsgästen auf vier Pfoten unterwegs. Berufstätige können ihre Hunde auch zur Tagesbetreuung nach Ransbach-Baumbach bringen.
Roland und Rita Schmitz sind täglich dreimal mit ihren Pensionsgästen auf vier Pfoten unterwegs. Berufstätige können ihre Hunde auch zur Tagesbetreuung nach Ransbach-Baumbach bringen.
Foto: cam

Das Ehepaar wohnt in einem schmucken Einfamilienhaus in einem schönen Wohngebiet in Ransbach-Baumbach. Ein Schild am Haus macht darauf aufmerksam, dass Rita Schmitz daheim einen kleinen Friseursalon betreibt. Auf den ersten Blick ist nicht zu sehen, dass sich dort auch die sogenannte Tier-Wohlfühl-Oase befindet. Seit 2010 betreibt das Ehepaar eine Hundepension und eine Tagesbetreuung für Vierbeiner. Die Nachfrage ist groß. Die Kunden kommen aus einem 50-Kilometer-Umkreis. Es gibt keine Zwinger und keine Hundezimmer, die Tiere leben mit der Familie im Haus.

Selbstverständlich liegen Sachkundenachweise und die Genehmigung des Kreisveterinäramts für den Betrieb der Hundepension vor, doch das ist dem engagierten Ehepaar nicht genug. Ständig bilden die beiden sich mit Seminaren, Online-Workshops und Fachbüchern fort. Unterstützt werden sie von ihrer jüngsten Tochter Corinna.

Neben dem eigenen Hund, der 13-jährigen Sheltie-Hündin Aika, gehören täglich wechselnde Hunde zum Haushalt. Was sofort auffällt, ist die Ruhe. Kein Gebell begrüßt den Gast, der zum gemeinsamen Mittagsspaziergang vorbeigekommen ist. Ob Schäferhund oder Chihuahua – alle warten brav, um angeleint zu werden. Erst auf ein Signal hin verlassen alle gemeinsam das Haus. Niemand darf vorweggehen. Bei Familie Schmitz gibt es klare Regeln. Ihre Erfahrung ist, dass die Tiere sich wohlfühlen, wenn sie einen festen Rahmen haben und wissen, was sie dürfen und was von ihnen erwartet wird. Das ist oft anstrengend und erfordert enorm viel Konsequenz. „Aber die Tiere danken es uns. Sie sind bei uns total entspannt“, sagt Rita Schmitz, die als Kind keinen Hund halten durfte. „Ich hole jetzt nach, was ich nie haben durfte.“

Leben kann das Paar von der Hundepension nicht, auch wenn die veranschlagten rund 20 Euro pro Tag zunächst happig wirken. Doch die Abzüge sind groß. Und mit ihrem Anspruch der familiären Haltung können sie nur eine begrenzte Anzahl Hunde aufnehmen. Zudem werden die Tiere bei Schmitz' nicht bloß verwahrt, es gibt Hundeerziehung, Clickertraining, bis zu drei Spaziergänge täglich, Fütterungs-, Spiel- und Ruhezeiten sowie Erziehungstipps für die Halter – sofern sie diese hören wollen. Roland Schmitz freut sich auf die Vorpensionierung im Juli. Dann kann er seine Frau noch mehr unterstützen.

Die Arbeit mit den Tieren ist für beide Erfüllung. „Die Hunde geben einem so viel zurück. Wir lernen jeden Tag von ihnen“, sagen sie und strahlen. Bitter finden sie, dass die Hundebesitzer ihre professionelle Dienstleistung nicht absetzen können und dass sie als Hundepension einem Steuersatz von 19 Prozent unterliegen, während Beherbergungsbetriebe für Menschen 7 Prozent zahlen. cam

Montabaur Hachenburg
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