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Montabaur

Aufsteiger im Ehrenamt: 29-jähriger Marc Winzen leitet den THW-Ortsverband Montabaur

Marc Winzen ist seit seinem 13. Lebensjahr vom Technischen Hilfswerk fasziniert. Jetzt wird er offiziell zum Ortsbeauftragten ernannt – eine Funktion, die er mit Leidenschaft ausübt.

Das THW steht in Not- und Unglücksfällen der Bevölkerung mit Technik und Können in Deutschland und weltweit helfend zur Seite. Als Einsatzorganisation des Bundes im Bevölkerungsschutz wird das THW zu 99 Prozent von ehrenamtlichen Kräften getragen. Hier üben Jugendliche in Montabaur, wie eine Leiter richtig angelegt wird.  Foto: THW Montabaur
Das THW steht in Not- und Unglücksfällen der Bevölkerung mit Technik und Können in Deutschland und weltweit helfend zur Seite. Als Einsatzorganisation des Bundes im Bevölkerungsschutz wird das THW zu 99 Prozent von ehrenamtlichen Kräften getragen. Hier üben Jugendliche in Montabaur, wie eine Leiter richtig angelegt wird.
Foto: THW Montabaur

Während andere Vereine unter Nachwuchsmangel leiden, kann der Ortsverband Montabaur des Technischen Hilfswerkes (THW) auf seine Jugend bauen. 29 Mädchen und Jungen im Alter von 10 bis 17 Jahren lernen hier das Abc der Technischen Hilfe und fiebern dem Moment entgegen, in dem sie in den Kreis der 75 aktiven Einsatzkräfte des Ortsverbandes aufgenommen werden, der selbst von einem jungen Mann geleitet wird: Marc Winzen, 29 Jahre, ist ebenfalls von dem THW-Virus seit früher Kindheit infiziert. „Das THW, das ist ein Teil von mir“, sagt der amtierende Ortsbeauftragte, der am Samstag, 24. März, offiziell ernannt wird.

Rund 1500 Stunden im Jahr ist der gelernte Elektroniker, der seit 2012 für eine Bausparkasse arbeitet, in diesem Ehrenamt tätig. „Das sind umgerechnet 180 Tage, und die telefonische Erreichbarkeit zu Hause oder auch ein Teil der Büroarbeit ist da noch gar nicht mal erfasst“, rechnet Marc Winzen vor. Warum tut sich das ein junger Mann an? Ist da nicht jedes Familienleben tabu? Marc Winzen lächelt und erzählt, dass seine Lebensgefährtin ebenfalls beim THW aktiv ist. Er wird ernst: „Man macht es aus Herzblut. Um etwas zu erreichen.“

Marc Winzen ist seit August 2010 Mitglied der SEEBA (Schnell-Einsatz-Einheit-Bergung-Ausland), wie aktuell auch weitere Helfer des Ortsverbandes. Er hat in dieser Sonderfunktion an vielen internationalen Übungen teilgenommen. Außerdem ist er mehrfach bei THW-Auslandseinsätzen dabei gewesen: 2014 in Bosnien/Serbien beim Hochwasser, 2015 in Sierra Leone bei der UNMEER-Mission gegen Ebola. Darüber hinaus ist der Westerwälder als Ausbilder beim Aufbau eines ehrenamtlichen Katastrophenschutzes in Tunesien und in Jordanien aktiv. Für sein Engagement wurde Marc Winzen 2009 mit dem Helferabzeichen in Gold geehrt, 2013 nach dem Elbehochwassereinsatz mit der Bundesflutmedaille sowie dem Sächsischen Flutorden und 2014 mit dem Auslandshelferabzeichen.
Marc Winzen ist seit August 2010 Mitglied der SEEBA (Schnell-Einsatz-Einheit-Bergung-Ausland), wie aktuell auch weitere Helfer des Ortsverbandes. Er hat in dieser Sonderfunktion an vielen internationalen Übungen teilgenommen. Außerdem ist er mehrfach bei THW-Auslandseinsätzen dabei gewesen: 2014 in Bosnien/Serbien beim Hochwasser, 2015 in Sierra Leone bei der UNMEER-Mission gegen Ebola. Darüber hinaus ist der Westerwälder als Ausbilder beim Aufbau eines ehrenamtlichen Katastrophenschutzes in Tunesien und in Jordanien aktiv. Für sein Engagement wurde Marc Winzen 2009 mit dem Helferabzeichen in Gold geehrt, 2013 nach dem Elbehochwassereinsatz mit der Bundesflutmedaille sowie dem Sächsischen Flutorden und 2014 mit dem Auslandshelferabzeichen.
Foto: THW Montabaur

Genau erinnert er sich an den Tag, als er vom THW-Fieber erfasst wurde. Er war 13 Jahre jung, als 2001 in der Innenstadt von Montabaur das THW-Landesjugendlager stattfand. „Die Wettkämpfe fand ich cool“, bekennt er. Gemeinsam mit einem Kumpel trat er der Hilfsorganisation bei. Der Kumpel hörte nach wenigen Jahren auf, Marc Winzen blieb. Schon damals traf er auf eine aktive Jugendgruppe von rund 20 Mädchen und Jungen, bei denen er sich so wohl fühlte, dass er von 2007 bis 2012 selbst Jugendbetreuer wurde. Er ist überzeugt: Es gibt mehrere Gründe, warum Kinder sich fürs THW begeistern und jeden Samstag zu den Übungsstunden kommen.“ Es ist der gleiche Schlag von Menschen, der sich engagieren will, auf den sie hier treffen. Und auf Technik, die fasziniert. Man lernt nie aus.“

Ein besonderer Höhepunkt für Marc Winzen waren die Landesjugendlager. Weg von daheim sein, das Abenteuergefühl, die Kameradschaft, die er erlebte. Und die ist ihm auch heute noch an seinem Ortsverband wichtig. Marc Winzen betont: Auch wenn es im Einsatz hierarchische Strukturen gibt und geben muss, so wird im Ortsverein ein freundschaftlicher und kollegialer Umgang gepflegt. „Das ist ein Miteinander, ein großes Team“, sagt der 29-Jährige. Etwa die Hälfte der Aktiven ist ebenfalls jung (zwischen 20 und 35 Jahre alt), viele von ihnen sind aus der Jugendgruppe übergetreten. Aber auch die älteren Helfer sind mit großem Einsatz bei der Sache. Einige finden hier nach Beendigung ihres Arbeitslebens eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung.

Brückenbauen: Es gibt ganz verschiedene Aufgaben, die von den Jugendlichen und Aktiven im THW zunächst geübt werden, um im Ernstfall dann effektiv handeln zu können.  Foto: THW Montabaur
Brückenbauen: Es gibt ganz verschiedene Aufgaben, die von den Jugendlichen und Aktiven im THW zunächst geübt werden, um im Ernstfall dann effektiv handeln zu können.
Foto: THW Montabaur

Weitere Informationen zum THW-Ortsverband Montabaur stehen im Internet auf der Homepage www.thw-montabaur.de oder auf Facebook: @thwmontabaur

Bundesweit kommen rund 40 Prozent aller Nachwuchskräfte aus der Jugendabteilung. Als die allgemeine Wehrpflicht 2011 ausgesetzt wurde, befürchteten viele, dass nun weniger Menschen zum THW kommen würden. Das war im Ortsverband Montabaur zum Glück nicht der Fall. Trotzdem ist jeder Zuwachs willkommen. „Wir suchen immer Leute“, will Winzen auch bisherige „Nicht-THWler“ ermutigen, dem Technischen Hilfswerk beizutreten und bei den wöchentlichen Übungsstunden jeden Dienstag von 19.30 bis 22.30 Uhr mitzumachen. Sie bilden die Grundlage dafür, dass im Ernstfall alles wie am Schnürchen klappt und effektiv geholfen werden kann.

Der größte Einsatz des THW-Ortsverbandes im vergangenen Jahr war bei dem Brand eines Reifenlagers in Ransbach-Baumbach, gefolgt von der ICE-Großübung mit rund 750 Einsatzkräften in Montabaur sowie der Unterstützung des Tags der Deutschen Einheit in Mainz. Der Ortsverband leistete darüber hinaus zahlreiche Zelteinsätze für die Polizei und mehrere Verpflegungseinsätze der Fachgruppe Logistik. Er führte ein großes Helferfest durch und nahm beispielsweise auch an gemeinsamen Ausbildungsübungen mit der Feuerwehr und der DLRG teil.

Schachtrettung: Es gibt ganz verschiedene Aufgaben, die von den Jugendlichen und Aktiven im THW zunächst geübt werden, um im Ernstfall dann effektiv handeln zu können.  Foto: THW Montabaur
Schachtrettung: Es gibt ganz verschiedene Aufgaben, die von den Jugendlichen und Aktiven im THW zunächst geübt werden, um im Ernstfall dann effektiv handeln zu können.
Foto: THW Montabaur

Nebenbei hat der Ortsverband, der 1959 gegründet wurde und seit 1988 sein Quartier am Horresser Berg hat, in den vergangenen Jahren tüchtig in seine Gebäude investiert: 2017 wurden Umkleide- und Aufenthaltsräume – natürlich in Eigenleistung – auf Vordermann gebracht und zwei Büros renoviert. Geplant ist, einen Carport als Unterstand für die großen Zeltböden zu errichten und einen Jugendraum zu bauen, in den Jugendbetreuer Kai Viebranz dann mit dem Nachwuchs einziehen kann. „Die Jugendarbeit ist uns besonders wichtig und läuft super“, unterstreicht Marc Winzen noch einmal. Besonders stolz ist der Ortsverband darauf, dass in diesem Oktober fünf Jugendliche als eine der ersten Jugendgruppen in Rheinland-Pfalz das Leistungsabzeichen Gold Kombi ablegen werden. Sie sind 15 und 16 Jahre alt und legen sich für diese Prüfung mächtig ins Zeug, die ihnen viel abverlangt. Ein Teil davon ist, dass sie ein Katastrophenschutzprojekt an einer Schule durchführen werden. „Sie brennen darauf, in der Einsatzabteilung dabei zu sein“, sagt der Ortsbeauftragte mit sichtbarem Stolz. Und das wird für die Jugendlichen ab Oktober möglich, denn diese Leistungsspange heißt, dass sie voll ausgebildete Helfer sind.

Von unserer Reporterin Angela Baumeier

Der Ortsverband Montabaur im Porträt

Zuständigkeit: Im Westerwaldkreis ist der THW-Ortsverband Montabaur für fünf Verbandsgemeinden zuständig: VG Montabaur, VG Wirges, VG Höhr-Grenzhausen, VG Ransbach-Baumbach und VG Selters. Darüber hinaus auch für die VG Diez im Rhein-Lahn-Kreis.

Auftrag: Das THW hat den gesetzlichen Auftrag der technischen Hilfe bei Großschadenslagen und Katastrophen ebenso wie die humanitäre Hilfe im Ausland.

Struktur: Basis eines jeden Ortsverbandes ist der Technische Zug, bestehend aus einem Zugtrupp und zwei Bergungsgruppen. Weiterhin verfügt jeder Ortsverband über eine spezielle Fachgruppe. In Montabaur ist dies die Fachgruppe Logistik (bestehend aus Führungs-, Verpflegungs- und Materialerhaltungstrupp). Die Führung dieser Gruppen obliegt dem Zugführer Fabian Fasel. Weitere Fachgruppen sind z.B. Elektroversorgung, Beleuchtung, Ortung, Infrastruktur, Räumen, Wasserschaden/Pumpen, Brückenbau, Ölschaden usw.

Unterkunft: Das Gelände des Ortsverbandes befindet sich am Horresser Berg 20 in Montabaur. Das Unterkunftsgebäude wurde 1987/88 gebaut. Ebenfalls 1987 errichtet wurde die KFZ-Halle I. 2001 wurde aus Platzgründen eine neue Fahrzeughalle notwendig. Die KFZ-Halle II wurde fast ausschließlich in Eigenleistung von den THW-Helfern errichtet. Darüber hinaus steht dem Ortsverband noch ein Übungsturm auf dem Gelände zur Verfügung. Er dient zu Ausbildungs- und Übungszwecken.

Leitung: Ortsbeauftragter ist Marc Winzen, der seit 2001 im Technischen Hilfswerk ist. bau

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