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Westerwaldkreis

Auch Hunde tragen Schutzwesten: Sicherheit ist das A und O bei den Drückjagden

Vor der Drückjagd hat Forstamtsleiter Michael Weber (Forstamt Rennerod) viele Dinge zu erledigen. An oberster Stelle steht die Sicherheit. Vorsorglich schaut sich der Forstamtsleiter an den Tagen vor der Drückjagd deshalb auch noch einmal ganz genau im Revier um. Er prüft beispielsweise, ob die Wege alle frei sind, die Ansitzböcke richtig stehen. Das sind Einrichtungen, von denen aus die Jäger aus erhöhter Position und daher mit größerer Sicherheit schießen können. Der Sicherheit dient auch, dass er während der Veranstaltung immer telefonisch zu erreichen ist.

Michael Weber rät allen Verkehrsteilnehmern zu besonderer Vorsicht
Michael Weber rät allen Verkehrsteilnehmern zu besonderer Vorsicht

Doch die Sicherheitsüberlegungen beginnen viel früher. Das geht los mit der Frage, wer zur Jagd eingeladen wird und wo er dann stehen wird. Haben sich alle Teilnehmer am Morgen versammelt, werden sie von Weber nochmals strikt auf alle Sicherheitsauflagen hingewiesen. „Bei der Sicherheit gibt es nichts zu verhandeln, sie ist oberstes Gebot“, erklärt er. Deshalb ist ihm eine klare, unmissverständliche Ansage wichtig. Denn: „Es muss klar sein: Es ist ernst.“

Alle Teilnehmer müssen rote Warnwesten tragen. Nach der Einweisung werden die Jäger bestimmten Gruppen zugeteilt, fahren dann ins Revier und werden jeweils auf ihren Stand eingewiesen: auf eben diese Drückjagd- oder Ansitzböcke, die etwa 1,50 Meter hoch sind. Kein Jäger darf seinen Stand verlassen, der ihm zugewiesen ist. Die Waffe darf erst geladen werden, wenn der Stand bezogen wurde, und muss sofort entladen sein, wenn die Jagd beendet wird.

Weber weist zudem auf die Verpflichtung hin, bei dieser Drückjagd nur bleifreie Munition zu verwenden: also Munition etwa aus Kupfer oder einer Kupferlegierung. „Und es darf nur geschossen werden, wo ein sicherer Kugelfang ist“, erläutert der Forstamtsleiter, der auch selbst Jäger ist. Gesichert muss also sein, dass die Kugel nicht vom Boden oder beispielsweise auch an Bäumen abprallen kann, dass also niemand gefährdet wird. Das Geschoss muss zuverlässig in den Boden eindringen, sobald es den Wildkörper durchdrungen hat. Daher ist der Winkel der Geschossflugbahn so wichtig. Natürlich müsse zudem immer darauf geachtet werden, wo die Treiber und ihre Hunde sich gerade befinden.

Die Treiber werden von einem Treiberführer angeführt, der selbst Jäger ist. Sein Ziel ist es nicht, selbst Beute zu machen. Aber wenn beispielsweise ein angeschossenes Stück auftaucht, so muss er aus Tierschutzgründen sofort handeln können und das Tier erlösen.

Die Treiber müssen die Stellen im Wald angehen, wo das Wild vermutet wird. Mit sich führen sie die (freilaufenden) Jagdhunde. Diese haben heute einen GPS-Sender um, sodass jederzeit verfolgt werden kann, wo sie sich gerade befinden. Den Jagdhunden ist angeboren (die Jäger sagen angewölft), Wild zu finden und es aus der Deckung zu bringen. Dabei geben sie Laut, der Jägern das anwechselnde Wild ankündigt. „Und dort sollte dann ein guter Schütze stehen und das Wild erlegen“, schildert Michael Weber.

Erfahrene Wildschweine jedoch kennen „das Spiel“ und wehren sich gegen die Hunde. Große Sauen rücken so auch schon mal den Hunden zu Leibe. Deshalb gibt es auch für die Jagdhunde eine Schutzkleidung, und für sie wird extra eine Unfallversicherung abgeschlossen. Wildschweinzähne, so verdeutlicht der Diplomforstwirt, sind mindestens so scharf wie ein Küchenmesser. Doch zum Glück sei es bei den Drückjagden, die er miterlebt hat, bislang zu keinen größeren Verletzungen gekommen.

Doch was ist, wenn doch einmal etwas passiert? Auch dafür ist vorgesorgt. Im Wald gibt es Rettungspunkte, die in landesweiten Karten hinterlegt sind. Die Rettungskräfte, die in einem Notfall über die 112 alarmiert würden, haben diese Karten und führen regelmäßig Übungen vor Ort durch, um im Ernstfall schnell und sicher zu agieren.

Auch hinsichtlich der Verkehrssicherheit sind einige Dinge vor der Jagd zu beachten. Die Jagdpächter müssen jeweils für ihr Revier abschätzen, ob dort ein Geschwindigkeitstrichter eingerichtet werden muss. Bei dieser Drückjagd in Elsoff ist das nicht nötig, denn durch den Staatswald Lasterbach führen keine Straßen hindurch.

Von unserer Reporterin Angela Baumeier

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