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Adventsaktion: So leid es mir tut, bei Nugatstangen hört die Freundschaft auf!

Markus Eschenauer

Zu Weihnachten gibt's traditionell Nugatstangen. Das sind meine absoluten Lieblingsplätzchen. Und auch wenn der Aufwand hoch ist, widmet sich meine Mutter stets der Aufgabe, ihren Sohn glücklich zu machen.

Noch sind die Plätzchendosen leer. Aber das wird sich bestimmt bald schon ändern ...
Noch sind die Plätzchendosen leer. Aber das wird sich bestimmt bald schon ändern ...
Foto: Markus Eschenauer

Meine Mutter: Nugatstangen hat der Jung‘ immer schon sehr gemocht. Jedes Mal vor Weihnachten fragt er, ob ich wieder welche mache. Natürlich macht Mama welche. Er ist jetzt 37 Jahre alt. Wann hat es denn keine gegeben? Trotzdem, aufwendig sind diese Plätzchen ja schon. Ich muss mich immer wieder überwinden, damit anzufangen. Erst wird die Hälfte der etwa vier Zentimeter langen Schlangen mit Nugatcreme bestrichen, dann werden jeweils zwei zusammengedrückt, und am Ende werden diese fertigen kleinen Stangen von beiden Enden auch noch in Schokolade getaucht. Durchaus viel Arbeit für nur eine Sorte von mehreren. Kullerchen – wie wir sagen – sind da deutlich schneller gemacht. Der andere Sohn will die. Teig in Kügelchen gerollt, Vertiefung mit dem Kochlöffelstiel gestampft, Marmelade rein, fertig! Aber egal, ich freue mich ja, wenn's allen schmeckt!

Meine Eltern: „Wer war denn da eben am Telefon?“ „Dein Sohn.“ „Aha, was wollte er denn?“ „Das Rezept für die Nugatstangen.“ „Warum das denn?“ „Die Redaktion macht wieder eine Aktion zur Adventszeit – irgendwas mit Plätzchen und Essen.“ „Aha, und ich dachte schon, er will selbst Nugatstangen backen.“ „Nein, nein, das macht wie immer Mama. Er hat schon danach gefragt …“

Was wäre Weihnachten ohne die vielen kulinarischen Genüsse – vermutlich nur halb so schön. Die Westerwälder Zeitung widmet sich in der Adventszeit diesem Thema. Unsere Redakteure und Reporter haben darauf ihren eigenen Blick. Heute schreibt Markus Eschenauer.
Was wäre Weihnachten ohne die vielen kulinarischen Genüsse – vermutlich nur halb so schön. Die Westerwälder Zeitung widmet sich in der Adventszeit diesem Thema. Unsere Redakteure und Reporter haben darauf ihren eigenen Blick. Heute schreibt Markus Eschenauer.
Foto: Nitz Fotografie

Ich: Ich liebe Nugatstangen! Jedes Jahr frage ich meine Mutter, ob sie wieder welche macht. Nur zur Sicherheit, denn natürlich liegt auf dem Plätzchenteller im Wohnzimmer auch immer dieses Weihnachtsgebäck. Wobei, auf den Präsentierteller gehört es meiner Meinung nach natürlich nicht. Schließlich gibt es wegen der aufwendigen Herstellung ohnehin nicht so viel davon. Da kann man „meine“ Leckereien doch nicht auch noch Verwandten anbieten. Es ist wirklich schwer zu ertragen, wenn ständig andere Menschen davon naschen – egal wie lieb sie sind. Zack! Schon wieder eine Nugatstange weg! Ärgerlich! Wie groß ist wohl der Vorrat? Wie viele passen in die Plätzchendose? Später lieber noch mal ein paar Exemplare bunkern. Oder, ach, was soll’s. Eigentlich war’s bisher immer genug. Und es ist ja auch Weihnachten …

Die Nugatstange: Okay, jammert nur alle. Aber als Nugatstange hat man es auch nicht leicht. Erst dauert es ewig, bis man fertig ist. Alle anderen sind schneller. Voll ätzend. Aber wenn’s dann geschafft ist, geht alles ganz schnell. Man kann nur hoffen, den Christbaum wenigstens einmal sehen zu dürfen, bevor man aufgegessen wird. Manche von uns kommen überhaupt nicht auf einen Teller, sondern werden schon im Vorratsraum oder noch auf dem Weg zum Wohnzimmer verspeist. Frohe Weihnachten! Aber hey, was soll’s? Besser so als anders. Wir Nugatstangen werden wahrscheinlich auch dieses Jahr wieder die coolsten Plätzchen-Buddies an Weihnachten beziehungsweise im Advent sein – also zumindest für den einen da …

Montabaur Hachenburg
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