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Adventsaktion: Eine märchenhafte Weihnachtssuppe

Verena Hallermann

Es gab da immer diese eine Geschichte, die meine Mutter mir jedes Jahr zu Weihnachten erzählt hat, als ich noch ein Kind war. Sie handelt von einem alten Mann, der irgendwo im Norden versucht, seine Waren zu verkaufen. Er geht von Haus zu Haus, klingelt bei den Menschen, bietet ihnen Geschirr und Töpferware gegen ein bisschen was zu essen an. Doch er wird abgewiesen. Denn es ist ein extrem kalter Winter, eine Hungersnot plagt die Menschen. Die Leute horten ihr Essen, verstecken es sogar vor ihren Nachbarn. Der Hausierer lässt sich aber nicht entmutigen.

Was wäre Weihnachten ohne die vielen kulinarischen Genüsse – vermutlich nur halb so schön. Die Westerwälder Zeitung widmet sich in der Adventszeit diesem Thema. Unsere Redakteure und Reporter haben darauf ihren eigenen Blick. Heute schreibt Verena Hallermann über eine Weihnachtssuppe.
Was wäre Weihnachten ohne die vielen kulinarischen Genüsse – vermutlich nur halb so schön. Die Westerwälder Zeitung widmet sich in der Adventszeit diesem Thema. Unsere Redakteure und Reporter haben darauf ihren eigenen Blick. Heute schreibt Verena Hallermann über eine Weihnachtssuppe.
Foto: Nitz Fotografie

Kurzerhand breitet er sein Geschirr auf dem Dorfplatz aus, macht ein Feuer und erhitzt Schnee in einem Kessel. Dann legt er einen Stein in das brodelnde Wasser. Was er denn da mache, fragt eine Frau aus den umstehenden Häusern neugierig. „Steinsuppe“, antwortet der alte Mann. Immer mehr Leute zieht es an die Fenster. Der Hausierer nimmt einen Suppenlöffel dampfendes Wasser, führt ihn an die Nase und schwärmt genüsslich. Wenn er doch jetzt ein paar Kartoffeln hätte, meint er.

Kaum hat er das gesagt, eilt einer der Dorffrauen herbei und legt ihm ein paar Kartoffeln in den Kessel. „Großartig“, freut sich der Mann, wenn er doch jetzt noch ein bisschen Pökelfleisch hätte, überlegt er laut. Ein Metzger eilt herbei. Und so ging es weiter, bis tatsächlich ein köstliches Mahl über dem Feuer köchelte. Der alte Mann verteilt sein Geschirr, und so essen sie alle gemeinsam. Noch heute sollen die Menschen in dem kleinen Dorf von der köstlichsten Steinsuppe schwärmen, die sie je gegessen hätten.

Zugegeben, das Rezept, das ich Ihnen heute vorstellen möchte, hat nur wenig – eigentlich gar nichts – mit Steinen zu tun. Dennoch muss ich auch heute noch manchmal daran denken, wenn meine Mutter an Heiligabend in der Küche steht und ihre Zutaten für ihre Weihnachtssuppe zurechtlegt:

Für acht Personen braucht man eine Gemüsezwiebel, zwei Dosen Tomaten, zwei kleine Chilischoten, 750 Gramm Hackfleisch, zwei Esslöffel Tomatenmark, zwei Esslöffel Mehl, einen halben Liter Brühe, vier Lorbeerblätter, zwei Stangen Zimt, vier Sternanis, 400 Gramm Porree, 400 Gramm Zucchini, etwas Salz, Pfeffer, Zucker und drei Esslöffel Essig.

1Zwiebeln in Würfel schneiden, Chilischoten längs einritzen, entkernen und hacken. Tomaten aus der Dose zerkleinern.

2 Öl in einem großen Topf erhitzen. Zwiebeln darin andünsten. Hackfleisch zu den Zwiebeln geben und braten.

3 Tomatenmark und Mehl darin ausschwitzen. Mit Brühe ablöschen. Tomaten mit Saft, Lorbeerblätter, Zimt, Sternanis und Chili zufügen. Bei mittlerer Hitze 15 Minuten köcheln lassen. Inzwischen Porree in Ringe und Zucchini in Würfel schneiden.

4 Porree und Zucchini in die Suppe geben, fünf Minuten mitgaren lassen. Mit Salz, Pfeffer, Zucker und Essig abschmecken.

5 Zimtstangen, Lorbeerblätter und Sternanis entfernen.

Montabaur Hachenburg
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