40.000
Aus unserem Archiv
Siershahn/Bad Ems

Überraschungskandidatin: Wällerin will in der VG Bad Ems/Nassau an die Spitze

Stephanie Kühr

Sie gilt als absolute Überraschungskandidatin: Die Siershahner CDU-Kommunalpolitikerin Marion Krätz will sich bei der Wahl am 16. September im benachbarten Rhein-Lahn-Kreis um das Amt des hauptamtlichen Bürgermeisters der neuen Verbandsgemeinde Bad Ems/Nassau bewerben. Die Mitgliederversammlung des CDU-Gemeindeverbandes Bad Ems/Nassau hat die 53-Jährige unlängst mit großer Mehrheit als Spitzenkandidatin der Union nominiert.

Marion Krätz überzeugte in Dausenau viele CDU-Mitglieder als Spitzenkandidatin der Union bei der Bürgermeisterwahl in Bad Ems und Nassau.
Marion Krätz überzeugte in Dausenau viele CDU-Mitglieder als Spitzenkandidatin der Union bei der Bürgermeisterwahl in Bad Ems und Nassau.
Foto: Lui

Im Falle ihrer Wahl wäre Marion Krätz die einzige Frau im Rhein-Lahn-Kreis, die an der Spitze einer Verbandsgemeinde steht. Auch im Westerwaldkreis gibt es keine hauptamtliche Bürgermeisterin. Die Diplom-Verwaltungswirtin ist stellvertretende Geschäftsführerin des Jobcenters Westerwald in Montabaur.

Nachdem Marion Krätz 20 Jahre im Ortsgemeinderat von Siershahn saß, davon 14 Jahre lang als Fraktionsvorsitzende, ist sie aktuell Mitglied im Verbandsgemeinderat Wirges. Überrascht hat die Nominierung der Siershahnerin vor allem deshalb, weil die 53-Jährige zwar reichlich kommunalpolitische Erfahrung hat, doch im Bereich der neuen Verbandsgemeinde Bad Ems/Nassau politisch bislang noch nicht in Erscheinung getreten ist. Marion Krätz selbst hatte mit dieser Entwicklung nicht gerechnet, wie sie im Gespräch mit unserer Zeitung schildert. „Ich war ziemlich überrascht, als mich Matthias Lammert Anfang Februar anrief und mir vorschlug, für das Bürgermeisteramt zu kandidieren“, erzählt sie. Den CDU-Vorsitzenden des Rhein-Lahn-Kreises Matthias Lammert kennt die Christdemokratin seit vielen Jahren aus der gemeinsamen Arbeit im CDU-Bezirksvorstand.

Lammert versuchte am Telefon, der Westerwälderin das Amt im Nachbarkreis schmackhaft zu machen. Denn nachdem der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bad Ems, Josef Oster, bereits im Herbst 2017 aus dem Amt ausgeschieden war, weil er in den Bundestag gewählt wurde, und der Nassauer Bürgermeister Udo Rau überraschend seinen Verzicht auf eine Kandidatur erklärt hatte, stand die CDU plötzlich ohne Kandidaten da. Eine Findungskommission mit Lammert an der Spitze nahm mehrere Kandidaten unter die Lupe – am Ende fiel die Wahl auf Marion Krätz.

„Ich habe nicht direkt Ja gesagt“, sagt die Spitzenkandidatin. „Es fällt mir natürlich schwer, meinen guten Job aufzugeben, und ich habe mir sehr wohl überlegt, ob ich mich dem Auswahlverfahren und der Wahl unterziehe. Schließlich habe ich einen guten Ruf zu verlieren“, sagt sie ganz offen. Die Westerwälderin hatte sich bereits 2004 um das Bürgermeisteramt in der VG Dierdorf beworben und einen Achtungserfolg erzielt. 2012 wollte sie Nachfolgerin des aus dem Bundestag ausscheidenden Joachim Hörster werden – doch der Wahlkreis ging letztlich an Andreas Nick.

Marion Krätz bat sich bei Lammert Bedenkzeit aus – dann sagte sie begeistert zu. „Ich bin bereit, diese Mammutaufgabe zu übernehmen und die Herausforderung anzunehmen“, sagt sie. Schließlich gelte es, zwei Verwaltungen zusammenzuführen, erklärt die Spitzenkandidatin mit Blick auf die zum 1. Januar 2019 anstehende Fusion beider Verwaltungen. Das betreffe allein rund 110 Mitarbeiter im Verwaltungsdienst. Rechne man die Beschäftigten in den Kitas in kommunaler Trägerschaft hinzu, seien es 300 Mitarbeiter, nicht zu vergessen die gut 550 Feuerwehrleute. „Das ist eine Dimension, die man sich gut überlegt“, meint die 53-Jährige. Als Vize-Geschäftsführerin beim Jobcenter habe sie Verantwortung für 127 Mitarbeiter. „Ich weiß also, was das heißt, aber ich arbeite sehr gerne mit Menschen zusammen und habe einen guten Draht zu meinen Mitarbeitern“, betont Marion Krätz.

Die Westerwälderin fühlt sich für die Aufgabe als VG-Chefin gewappnet: „Ich könnte mich mit ganzer Kraft dem Amt widmen“, sagt die 53-Jährige, die unverheiratet ist und keine Kinder hat. Es gebe zu wenig Frauen in Behördenleitungen, sagt sie. „Dabei haben wir Frauen ein gutes Gespür für die Menschen und mehr Empathie. Eine Frau tut einer Behördenleitung gut“, betont die 53-Jährige. Das Bürgermeisteramt sieht Marion Krätz als „sehr reizvolle Aufgabe“. „Man kann politisch gestalten und viel für eine Region tun“, sagt sie.

Ihre Ziele? Den Menschen die Ängste vor der Fusion nehmen, aber auch die Region als Wirtschaftsstandort und den Tourismus sowie die Infrastruktur weiter stärken. Wichtig sei auch, die Krankenhausstandorte Nassau und Bad Ems zu erhalten und die ärztliche Versorgung zu sichern. Dabei nimmt die CDU-Frau, die gerne im Garten arbeitet, viel liest und wandert, in Kauf, dass sie ab jetzt nur noch wenig Freizeit hat: Mit der Nominierung hat für Marion Krätz der Wahlkampf begonnen. „Mein Terminkalender hat sich ziemlich geändert“, sagt sie und lächelt. Eines steht für sie fest: Sie wird viel unterwegs sein und mit möglichst vielen Menschen im Rhein-Lahn-Kreis ins Gespräch kommen.

Von unserer Redakteurin Stephanie Kühr

Montabaur Hachenburg
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Online regional
Markus Eschenauer Markus Eschenauer (me)
Online regional
Tel. 02602/160474
E-Mail
epaper-startseite
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
Bildergalerien: Fotos unserer Leser
&bdquo;Pfui Spinne&ldquo; mag der ein oder andere beim Anblick dieses Fotos von Volker Horz denken. Und doch hat die Detailaufnahme dieses Festmahls ihren ganz eigenen Reiz. Jedenfalls ist dem Achtbeiner hier ein dicker Fang ins Netz gegangen.&nbsp;Wenn auch Sie ein sch&ouml;nes Bild f&uuml;r unsere Leserfoto-Rubrik haben, dann schicken Sie es an die Adresse <a href="mailto:montabaur@rhein-zeitung.net">montabaur@rhein-zeitung.net</a>. Beachten Sie dabei bitte die erforderliche Mindestaufl&ouml;sung von 2500 mal 1500 Pixel.

Mit der Kamera im Westerwald unterwegs: Hier zeigen wir die schönsten Fotos unserer Leser. Zusenden per E-Mail.