40.000
Aus unserem Archiv
Westerburg

50 Jahre Amtsgericht Westerburg: Justiz startete 1967 mit Provisorium

Vor 50 Jahren ist in Westerburg ein Amtsgericht als unterste Instanz der sogenannten „Ordentlichen Gerichtsbarkeit“ eingerichtet worden. Doch bis das spätere Justizgebäude in der Wörthstraße bezogen werden konnte, musste die Justiz zunächst einmal mit provisorischen Unterkünften Vorlieb nehmen.

Vor einem halben Jahrhundert wurde in Westerburg ein Amtsgericht eingerichtet. Der Neubau des Gebäudes in der Wörthstraße 14 erfolgte zu einem späteren Zeitpunkt.
Vor einem halben Jahrhundert wurde in Westerburg ein Amtsgericht eingerichtet. Der Neubau des Gebäudes in der Wörthstraße 14 erfolgte zu einem späteren Zeitpunkt.
Foto: Michael Wenzel

Das Amtsgericht in Westerburg war durch das erste Gesetz über die Verwaltungsvereinfachung im Landes Rheinland-Pfalz mit Wirkung vom 1. Januar 1967 neu gebildet worden. Die Amtsgerichte Marienberg (heute Bad Marienberg), Rennerod und Wallmerod wurden aufgehoben. Der frühere Gerichtsbezirk Marienberg wurde vor einem halben Jahrhundert dem Amtsgericht Hachenburg zugeschlagen und die Gerichtsbezirke Rennerod und Wallmerod bildeten vorläufig das Amtsgericht Westerburg. Teile des neu gebildeten Amtsgerichts Westerburg wurden zunächst im Gebäude der Stadtverwaltung Westerburg im alten Rathaus untergebracht. Nach der Neuherstellung eines Gebäudes der Stadt Westerburg in der Neustraße 39 wurde dieses durch Anmietung von der Landesjustizverwaltung für die Jahre 1967 bis 1972 genutzt. In den Jahren zwischen 1968 und 1970 wurden schließlich die Mittel für einen Neubau in der Wörthstraße 14, dem heutigen Sitz des Westerburger Amtsgerichtes, durch das Land Rheinland-Pfalz bereitgestellt und mit dem Neubau eines Gerichtsgebäudes begonnen. Nach Fertigstellung erfolgte der Umzug im April/Mai des 1972.

Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht abzusehen, zu welchem Gerichtsbezirk das Amtsgericht Hachenburg nach dessen Auslösung zugeschlagen werden sollte. Als Ergebnis wurde durch Landesgesetz vom 19. März 1973 beschlossen, dass der Gerichtsbezirk Hachenburg, bis auf die Gemeinde Berod dem Gerichtsbezirk Westerburg zugeschlagen wird. Der Umzug erfolgte im März 1973.

Bereits 75 Jahre bevor das Amtsgericht in Westerburg eingerichtet werden konnte, das recherchierte der damalige Stadtchronist Karl Greiff, war im Jahr 1898 ein „Antrag zwecks Errichtung eines Amtsgerichts“ an das „Hohe Haus der Abgeordneten“ in Berlin von der preußischen Regierung abgelehnt worden. Begründung: Die Bezirke Rennerod, Wallmerod, Marienberg und Hadamar würden zu stark geschmälert. Damals gehörten neben Westerburg auch Halbs, Hergenroth, Stahlhofen und Winnen mit zu den Antragstellern. Einen ersten Antrag hatte das Justizministerium bereits 1895 abgelehnt.

Doch die nachweisliche Gerichtshistorie in dieser Westerwaldregion geht noch weiter zurück. So wird im Jahre 1444 das Gericht oder die Zehnte Rennerod und 1552 das Landgericht für die neun Westerwälder Zehnten der alten Grafschaft Diez urkundlich erwähnt; es umfasste die Kirchspiele Hundsangen, Nentershausen, Meudt, Salz, Rotenhain, Höhn und Rennerod. Die vier ersteren fielen 1564 an Kurtrier. Rennerod wurde der Nachfolgeort für das Stuhllindengericht bei Winnen, und das spätere Amt trug sodann den Namen „Stuhllindengericht“.

Im Jahre 1629 wurde das Gericht Rennerod neu gebildet. Zu ihm gehörten Rennerod, Waldmühlen, Hellenhahn, Schellenburg, Neustadt, Irmtraut, Neunkirchen und Hüblingen. Später kamen noch die Orte Pottum, Hinterpottum und das Hofgut Krempel hinzu. Die genannten Gemeinden bildeten den Kern des Amtes Stuhlgebiet, dessen Amtssitz sich von 1727 bis 1744 in Westernohe und seit 1775 ständig in Rennerod befand. Per Verwaltungsedikt wurde 1816 der Umfang des Amtes Rennerod bedeutend vergrößert. Es umfasste 33 Ortschaften, darunter auch die Stadt Westerburg. Als im Jahre 1886 die Ämter unter preußischer Herrschaft aufgelöst wurden, blieb Rennerod Sitz eines Amtsgerichts bis zum Jahre 1966. Bei der Neueinteilung der Kreise im Regierungsbezirk Wiesbaden am 01.04.1886 entstand der Kreis Westerburg im Oberwesterwald mit Landratssitz. Zu dieser Zeit hatte Westerburg 1100 Einwohner und gehörte zum Gerichtsbezirk Rennerod. Der Oberwesterwaldkreis war in vier Gerichtsbezirke aufgeteilt worden: Hachenburg, Marienberg, Rennerod und Wallmerod. (Quellen: Amtsgericht Westerburg, Karl Greiff, Chronik von Westerburg)

Von unserem Redakteur Michael Wenzel

Montabaur Hachenburg
Meistgelesene Artikel
Anzeige
x
Top Angebote auf einen Klick
Anzeige
Anzeige
Online regional
Markus Eschenauer Markus Eschenauer (me)
Online regional
Tel. 02602/160474
E-Mail
epaper-startseite
Regionalwetter Westerwald
Freitag

14°C - 29°C
Samstag

14°C - 26°C
Sonntag

15°C - 25°C
Montag

12°C - 18°C
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
Bildergalerien: Fotos unserer Leser
&bdquo;Pfui Spinne&ldquo; mag der ein oder andere beim Anblick dieses Fotos von Volker Horz denken. Und doch hat die Detailaufnahme dieses Festmahls ihren ganz eigenen Reiz. Jedenfalls ist dem Achtbeiner hier ein dicker Fang ins Netz gegangen.&nbsp;Wenn auch Sie ein sch&ouml;nes Bild f&uuml;r unsere Leserfoto-Rubrik haben, dann schicken Sie es an die Adresse <a href="mailto:montabaur@rhein-zeitung.net">montabaur@rhein-zeitung.net</a>. Beachten Sie dabei bitte die erforderliche Mindestaufl&ouml;sung von 2500 mal 1500 Pixel.

Mit der Kamera im Westerwald unterwegs: Hier zeigen wir die schönsten Fotos unserer Leser. Zusenden per E-Mail.