40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » Westerwälder Zeitung
  • » 32-Jähriger liegt im Wach-Koma:Sturz nach K.O. in der Disko?
  • Aus unserem Archiv

    32-Jähriger liegt im Wach-Koma:Sturz nach K.O. in der Disko?

    Montabaur/Westerburg – Mit wahrscheinlich irreparablen Hirnschäden liegt ein 32-jähriger Mann seit mehr als einem Jahr in einem Koblenzer Krankenhaus im Wachkoma. Ursache ist laut medizinischem Gutachten ein bewusstloser Sturz auf den Hinterkopf, wahrscheinlich nach einem K.O.-Schlag. Angeklagt ist ein 21-Jähriger aus der Verbandsgemeinde Westerburg. Ihm wird vorgeworfen, das Opfer niedergestreckt zu haben.

    Montabaur/Westerburg – Mit wahrscheinlich irreparablen Hirnschäden liegt ein 32-jähriger Mann seit mehr als einem Jahr in einem Koblenzer Krankenhaus im Wachkoma.

    Ursache ist laut medizinischem Gutachten ein bewusstloser Sturz auf den Hinterkopf, wahrscheinlich nach einem K.O.-Schlag. Angeklagt ist ein 21-Jähriger aus der Verbandsgemeinde Westerburg. Ihm wird vorgeworfen, das Opfer niedergestreckt zu haben.

    Was sich am frühen Sonntagmorgen des 21. November gegen 5 Uhr in der Westerburger Diskothek Cha-Cha abgespielt hat, versucht nun das Jugendschöffengericht am Amtsgericht Montabaur herauszufinden. Da der Angeklagte zur Tatzeit 20 Jahre alt war, wird er noch als Heranwachsender behandelt. Die Zeugenaussagen gehen nach zwei Verhandlungstagen weit auseinander und reichen von eindeutiger Identifizierung des Schlägers bis hin zu der Behauptung, das Opfer sei ganz von alleine umgefallen. Eine zu Hilfe gezogene Sachverständige geht jedoch von einem K.O.-Schlag aus, der zu dem Sturz mit lebensgefährlichen Verletzungen führte.

    Zwei Polizisten waren nach der Tat vor Ort. Ein Beamter sagte vor Gericht aus, die Sicherheitskräfte des Klubs hätten den Angeklagten vor die Tür gebracht. Ein Zeuge habe auf den Angeklagten gezeigt und behauptet, dieser habe das Opfer nach einer Rangelei auf der Tanzfläche geschlagen. Der Angeklagte habe jedoch angegeben, den damals 31-Jährigen "nur geschubst" zu haben, weil dieser ihm zu nahe gekommen sei. Die Kollegin des Beamten sagte aus, vor Ort eine junge Frau mit einer kleineren Wunde an der Lippe getroffen zu haben. Sie habe erklärt, dass sie neben dem Opfer getanzt und noch den Ausläufer des Schlages abbekommen habe. Darüber hinaus äußerte die Polizeibeamtin den Verdacht, dass der 21-Jährige Kampfsport betreibe. Sie habe ihn bei einem entsprechenden Gespräch mit Freunden belauscht, das sie zufällig einige Zeit nach der Tatnacht beim Pfefferkuchenmarkt mitbekommen habe. Außerdem deuteten seine Aktivitäten bei Facebook darauf hin. Die Hintergründe will die Staatsanwaltschaft nun in Erfahrung bringen.

    Opfer bleibt Pflegefall

    Eine Sachverständige von der Universitätsmedizin Mainz kommt zu folgenden Ergebnissen: Laut Notarzt zeigte der Verletzte um 5.02 Uhr im Krankenwagen bereits keinerlei Reaktionen mehr. Die Ärzte im Krankenhaus stellten ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, Hirnquetschungen sowie mehrere Hirnblutungen fest, die typisch für Sturzverletzungen seien. Eine Verbesserung seines Zustandes sei nicht zu erwarten. Man müsse von einem dauerhaften Pflegefall ausgehen. "Das Opfer fiel völlig unkontrolliert und reaktionslos zu Boden wie nach einem K.O.-Schlag beim Boxen.", so die Gutachterin. Die Erfahrung zeige, dass ein solcher Schlag nicht zwangsläufig Spuren im Gesicht hinterlassen müsse. Entscheidend sei die Schwungkraft, mit der das Gehirn bewegt und verletzt werde. Zwar habe der Geschädigte zur Tatzeit etwa 1,57 Promille Alkohol im Blut gehabt. Aber jede andere Form der Bewusstlosigkeit oder ein Sturz aufgrund von Trunkenheit habe eher ein Stolpern oder Straucheln zur Folge.

    Schlag oder Schubser?

    Der Verteidiger versuchte dennoch, die These zu untermauern, das Opfer sei nicht nach einem Schlag ins Gesicht gestürzt, sondern wie laut einer Zeugenaussage ohne Fremdeinwirkung. Ob eine solche Bewusstlosigkeit nicht auch aufgrund anderer Ursachen wie Kreislaufbeschwerden, Alkohol oder Psyche möglich seien, wollte er von der Sachverständigen wissen. Diese blieb jedoch bei ihrer Darstellung, dass andere Formen des Bewusstseinsverlustes meist nicht zu derartigen Stürzen führen.

    Richter Orlik Frank wurde bei den bohrenden Nachfragen des Verteidigers etwas ungehalten: "In der griechischen Mythologie kann man vielleicht der hypothetischen Frage nachgehen, was alles möglich ist." Juristisch zu klären sei vielmehr die Frage, ob es ein gezielter starker Schlag oder ein leichter Schubs gewesen sei und welches Motiv dahinter stecke. In diesem Zusammenhang spiele auch eine Rolle, ob der Angeklagte Kampfsport betreibe.

    Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

    • Der Prozess wird am 7. März fortgesetzt.

    Montabaur Hachenburg
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Online regional
    Markus Eschenauer

    Regio-CvD Online

    Markus Eschenauer

    Mail | 02602/160 474

    epaper-startseite
    Regionalwetter Westerwald
    Sonntag

    1°C - 3°C
    Montag

    2°C - 4°C
    Dienstag

    2°C - 5°C
    Mittwoch

    4°C - 5°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Bildergalerien: Fotos unserer Leser
    &bdquo;Pfui Spinne&ldquo; mag der ein oder andere beim Anblick dieses Fotos von Volker Horz denken. Und doch hat die Detailaufnahme dieses Festmahls ihren ganz eigenen Reiz. Jedenfalls ist dem Achtbeiner hier ein dicker Fang ins Netz gegangen.&nbsp;Wenn auch Sie ein sch&ouml;nes Bild f&uuml;r unsere Leserfoto-Rubrik haben, dann schicken Sie es an die Adresse <a href="mailto:montabaur@rhein-zeitung.net">montabaur@rhein-zeitung.net</a>. Beachten Sie dabei bitte die erforderliche Mindestaufl&ouml;sung von 2500 mal 1500 Pixel.

    Mit der Kamera im Westerwald unterwegs: Hier zeigen wir die schönsten Fotos unserer Leser. Zusenden per E-Mail.