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    Westerwald/PohlLimes soll Kultur und Identität stiften

    Der Limes – kulturelles Welterbe mit touristisch schmaler Zielgruppe? Ob und wie sie verbreitert werden kann, darum ging es während einer Limeskonferenz in Pohl (Rhein-Lahn-Kreis), die der Beginn einer stärker nach außen wirkenden rheinland-pfälzischen Limeskooperation sein und in die auch das Land eingebunden werden soll. Manifestiert wurde dies in einer „Pohler Erklärung“, in der die landesweite Bedeutung des 75 Kilometer durch Rheinland-Pfalz und 550 Kilometer durch Deutschland verlaufenden Denkmals zum Ausdruck kommt. „Der Limes kann profilgebend und identitätsstiftend für das gesamte Land, seine Einwohner und Akteure werden“, heißt es darin.

    Der Limesturm in Hillscheid ist eine der Attraktionen, die es entlang des ehemaligen römischen Grenzwalls zu sehen gibt.
    Der Limesturm in Hillscheid ist eine der Attraktionen, die es entlang des ehemaligen römischen Grenzwalls zu sehen gibt.
    Foto: Martin Boldt

    Auf Anregung von Frank Puchtler, Landrat des Rhein-Lahn-Kreises, kamen dazu Limesakteure unterschiedlicher Ebenen und Professionen als Referenten und Gäste ins Limeskastell an der Bäderstraße. Für Puchtler ist der römische Grenzwall ein Beispiel dafür, wie politische Grenzen durch das gemeinschaftliche Auftreten und Handeln der Anlieger überwunden werden können, damit das Bauwerk Kultur und Identität stiften und die Wirtschaft und den Tourismus im Land stärken kann. Eine Limeskooperation in Rheinland-Pfalz könne die einstige Grenze zu etwas Verbindendem machen, sagte Puchtler, als er zusammen mit dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bad Hönningen, Michael Mahlert, die Gäste der Konferenz begrüßte. Und welch gutes Signal könne von dem Limes im Jahr 2017 erst ausgehen, wenn die Zusammenarbeit einmal von den britischen Inseln bis zum Schwarzen Meer reiche, formulierte Puchtler eine Vision.

    Ein touristisches Potenzial, wie es etwa der Hadrianswall in Schottland hat, hielt Dr. Ralf Teepe, Leiter für Wirtschaftspolitik und -förderung im Mainzer Wirtschaftsministerium, für eine zu hohe Erwartung. Doch die Unesco-Welterbe-Stätten auf rheinland-pfälzischem Boden spielten eine wichtige Rolle im Tourismus des Landes, zumal es sich um „nicht austauschbare Orte“ handele. „Wichtig ist, dass der Limes erlebbar wird“, so Teepe. Der Limes habe aber eine „sehr spezielle und schmale Zielgruppe“. Gerade gegenüber dem Boom des Städtetourismus müssten im ländlichen Raum mit seinem kleinteiligen Tourismus Angebote entwickelt werden, die den gestiegenen Gästeansprüchen gerecht werden. Ein regionales Marketingkonzept für den Limes könne dessen Chancen auf den Punkt bringen. Den Akteuren von Rheinbrohl über Hillscheid bis Pohl bot er moderierende Unterstützung für ein gemeinsames Handeln an und lud sie zum Gespräch nach Mainz ein. Ganz so „schmal“ sah Pohls Ortsbürgermeister, Prof. Thomas Steffen, der als Moderator der Konferenz fungierte, die Interessen der jährlich rund 10.000 Besucher des Limeskastells nicht. Die Spanne reiche von Kindergärten, Schulklassen, Familien sowie Kultur- und Musikliebhabern über Firmen und Vereine bis hin zu Wanderern, die dort zufällig vorbeikommen. Michael Mahlert erinnerte an 160 Schulklassen, die jährlich das Erlebnismuseum RömerWelt in Rheinbrohl besuchen. Dass ihm ein Bäcker erzählt habe, dass 20 bis 25 Prozent seines Umsatzes aus dem Museum resultieren, zeige das Wertschöpfungspotenzial.

    Wie Denkmalpflege, Forschung und Tourismus eine für alle Seiten gewinnende Symbiose eingehen können, darüber referierte Limeskoordinator Dr. Peter Henrich von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz. Jüngstes Positivbeispiel eines reibungslosen Zusammenspiels zwischen Archäologie und moderner Anforderung: die Ausgrabungen eines ehemaligen Kastells an der Umgehungsstraße zwischen Marienfels und Miehlen. Grabungsergebnisse sollen auch in Pohl gezeigt werden. Der Archäologe ist überzeugt: „Wir brauchen weder Klamauk noch den wissenschaftlichen Elfenbeinturm.“

    Von unserem Mitarbeiter Bernd-Christoph Matern

    Touristiker setzen auf Zielgruppenmarketing

    Wie der Verein Deutsche Limes-Straße über unterschiedlichste Kanäle, Broschüren und Aktivitäten die Werbetrommel für den Grenzwall rührt, demonstrierte die aus Aalen angereiste stellvertretende Geschäftsführerin Susanne Dambacher. Die Limesroute mit Leben zu erfüllen und eine Kulturroute im Sinne eines sanften Tourismus zu entwickeln, gehört zu den Zielen des Vereins, dem 83 Städte und Gemeinden und 13 Landkreise angehören. Sehr konkret war ebenso der Einblick ins themenorientierte Zielgruppenmarketing, das Jasmin Koch von der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH vorstellte.

    Dies basiert auf von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ermittelten Charakteren von Zielgruppen und deren Interessen. Danach könnten sich insbesondere „aktive Naturgenießer“, „vielseitig Aktive“ sowie „reifere Natur- und Kulturliebhaber“ für den Urlaub am Limes interessieren. cm

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